Mannheimer Wirtschafts- und Strukturförderung legt Jahresbericht 2015 vor

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Mannheimer Wirtschafts- und Strukturförderung legt Jahresbericht 2015 vor

Mannheim ist der Top-Wirtschaftsstandort in der Metropolregion Rhein-Neckar – das belegt der druckfrisch erschienene „Jahresbericht der Mannheimer Wirtschaftsförderung – Ergebnisse 2015“. So erreichte die Zahl der in Mannheim ansässigen Betriebe ein Rekordhoch von 8.738 Unternehmen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten befindet sich bereits im sechsten Jahr in Folge im Aufwärtstrend und liegt bei 180.236 Erwerbstätigen. Parallel dazu ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen und beträgt im Jahresdurchschnitt sechs Prozent, der niedrigste Wert seit 25 Jahren. „Diese Zahlen belegen, dass Mannheim ein starker Wirtschaftsstandort ist, der als Impulsgeber wahrgenommen wird“, betont Bürgermeister Michael Grötsch. „Unser Ziel ist es, Bestandsunternehmen weiterhin gute Entwicklungsmöglichkeiten am Standort zu bieten und neue Unternehmen anzusiedeln. Dafür entwickelt die Wirtschaftsförderung kontinuierlich ihr Unterstützungsangebot weiter und stärkt damit die Innovationskraft sowie den wirtschaftlichen Erfolg Mannheims und der Region“, so Grötsch weiter.

Investitionen am Standort: Große Loyalität zu Mannheim
 
Auch der Investitionsmotor der Firmen lief 2015 auf Hochtouren: FRIATEC baute für 10,6 Millionen Euro ein Logistikzentrum, SCA errichtete für neun Millionen Euro ein neues Mutterrollenlager und Roche weihte für 90 Millionen Euro ein Produktionsgebäude für Immundiagnostik ein und setzte gleich den ersten Spatenstich für die größte jemals von Roche getätigte Einzelinvestition in Mannheim. Für 170 Millionen Euro entsteht ein Gebäude für die Pharma-Produktion mit einer hochmodernen Abfüllanlage. Nach sechs Jahren Bauzeit ist Block 9 des Großkraftwerks Mannheim offiziell eingeweiht worden – mit einem Investitionsvolumen von 1,3 Milliarden Euro die größte Einzelinvestition der letzten Jahrzehnte am Wirtschaftsstandort. Auf 35 Millionen Euro beläuft sich die Summe, die die LBBW in das Planken-Palais im Quadrat O4, 4 investierte und wo die polnische Handelskette RESERVED im Oktober Eröffnung feierte. Auch das größte Investitionsprojekt in Mannheims Innenstadt steht kurz vor der Vollendung. Über 300 Millionen Euro bringt die DIRINGER & SCHEIDEL Unternehmensgruppe für das neue Stadtquartier Q6 / Q7 auf, das im Herbst 2016 seine Pforten öffnen wird. „Unser Hauptanliegen ist es, die Belange der Unternehmen zu kennen und optimale Bedingungen für Innovationen, Wachstum und Investition zu bieten. Danach richten wir das Handeln unseres Fachbereichs aus“, hebt Christiane Ram, Leiterin der Mannheimer Wirtschaftsförderung, hervor.
Die Betreuung der in Mannheim ansässigen Unternehmen mit ihren betriebsspezifischen Anforderungen steht dabei in besonderem Fokus. So hat die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr 522 Unternehmen in ihren individuellen Anliegen unterstützt, aber auch 110 Existenzgründungen und Jungunternehmen betreut und 89 ansiedlungsinteressierte Unternehmen beraten.
 
Konversionsflächen: Reaktivierung von Gewerbe- und Industrieflächen
 
Bei der Entwicklung und Vermarktung der Konversionsflächen wurde der Fokus darauf gelegt, Gewerbeflächen auszuweisen. Mehr als 50 interessierte Firmen wurden von der Wirtschaftsförderung bereits an die für die Vermarktung zuständige städtische Projektentwicklungsgesellschaft MWSP vermittelt. So beginnt auf den ehemaligen Taylor Barracks ein grüner Gewerbepark zu erblühen. Auf dem 46 Hektar großen Areal mit einem Grünanteil von über 20 Prozent errichtete der Investor Greenfield Development GmbH mit der Transco-Logistik GmbH als Hauptmieterin für 26 Millionen Euro ein Logistik- und Montagezentrum. Weitere Investoren und Unternehmen wie die DHL, die Rudolph Logistik-Gruppe oder die Fuldaer R+S-Gruppe haben sich bereits auf Taylor angesiedelt.
 
Gründungsstadt Mannheim: Neuer Raum für Innovationen
 
Vier weitere Gründungszentren feierten im vergangenen Jahr in Mannheim ihre Eröffnung: Neben CUBEX41, ein Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie, und dem zweiten Bauabschnitt des MAFINEX-Technologiezentrums wurden auch das Kreativwirtschaftszentrum C-HUB sowie die Textilerei, ein Kompetenzzentrum für Mode und Textilwirtschaft, eröffnet. Damit gibt es in Mannheim acht zielgruppenorientierte Gründungs- und Kompetenzzentren mit einer Nutzfläche von insgesamt 28.000 Quadratmetern und Raum für rund 1.000 Arbeitsplätze. Die Auslastung aller Gründungszentren liegt bei 80 bis 100 Prozent. Im Auftrag der Wirtschaftsförderung hatte die LQM Marktforschung GmbH in 2015 eine Online-Umfrage zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Mannheim durchgeführt. Bundesweit wurden über 100 Unternehmen befragt. Ein Ergebnis der Umfrage ist, dass sich Mannheim durch klare Strukturen, Offenheit und einer „Machermentalität“ auszeichnet und damit ideale Bedingungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft bietet.
 
Cluster Medizintechnologie: Meilensteine für die Realisierung des MMT-Campus
 
Im Cluster Medizintechnologie hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. So wurde für den Mannheim Medical Technology Campus (MMT-Campus) ein Investor gefunden, der sich voraussichtlich mit einem Gesamtinvestitionsvolumen zwischen 30 bis 45 Millionen Euro auf dem MMT-Campus einbringen wird. Zudem öffnete im März nach nur einem Jahr Bauzeit CUBEX41, ein Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie, auf dem Campus der Universitätsmedizin. Mit dem Abschluss des Architektenwettbewerbs für das Business Development Center (BDC) wurde ein weiterer Meilenstein zu dessen Realisierung erreicht. Anfang 2015 wurde das Projekt im Rahmen des Landeswettbewerbs RegioWIN „Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit“ in Stuttgart mit sieben Millionen Euro EU-Strukturförderung prämiert.
 
Einkaufsstadt Mannheim: Begleitung des Plankenumbaus
 
Reserved, Tamaris oder Vorwerk sind nur drei der zahlreichen Neuansiedlungen, die es in 2015 am Einkaufsstandort Mannheim gab und die von der Wirtschaftsförderung begleitet wurden. Der bevorstehende Plankenumbau ist ein Projekt, das den Einkaufsstandort weiter profilieren wird, aber auch umfassende Umbaumaßnahmen und Herausforderungen mit sich bringt. Die Wirtschaftsförderung begleitet daher die Umbau- und Gestaltungsprozesse mit dem Ziel, die Belange der Händler und Gastronomen, aber auch die Wünsche der Kunden im Blick zu behalten.
 
Smart Production: Nationaler Hotspot für Digitalisierung und Industrie 4.0
 
Im März 2015 fiel der Startschuss für die Innovations- und Projektplattform „Smart Production“. Das Ziel: Das vorhandene lokale und regionale Know-how der verschiedensten Akteure – vom innovativen Start-up über den produzierenden Mittelstand und Hochschulen bis hin zu Global Playern aus der Region – zum Zukunftsthema Industrie 4.0 zusammenzubringen und die Potenziale zu bündeln. Dies im Blick bietet die Mannheimer Wirtschaftsförderung den Unternehmen ein Innovations- und Projektnetzwerk für eine erfolgreiche und nachhaltige Gestaltung des digitalen Wandels. Um das Netzwerk mit Leben zu füllen, wurden Projektgruppen formiert, die zielorientiert daran arbeiteten, konkrete Projekte voranzutreiben und weitere Ideen zu erarbeiten. Mit Erfolg: Drei Projekte wurden im Sommer präsentiert mit dem Ziel, weitere Partner für deren Realisierung zu gewinnen.