„Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg 2024“ von Caritas, Diakonie und Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus vergeben

 

Am 26. Juni 2024 wurde in Stuttgart der „Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg 2024“ vergeben. Die Auszeichnung erhielten die Unternehmen #imländle GmbH aus Balingen, das Autohaus Durst GmbH aus Ostfildern und die Advanced UniByte GmbH aus Metzingen.

Die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betonte: „Unsere mittelständischen Unternehmen zeigen in diesem Jahr mit ihren vielen kreativen Projekten erneut, in welchem Maße sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. All diese Unternehmen verdienen unsere besondere Anerkennung, denn sie stärken durch ihr Handeln das Gemeinwohl und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.“ „Dass viele kleine und mittelständische Unternehmen sich insbesondere auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten für die Gesellschaft und Umwelt engagieren, ist längst keine Selbstverständlichkeit. Mit ihrem freiwilligen Engagement zeigen sie einmal mehr, dass ihnen nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln eine echte Herzensangelegenheit ist. Dieses Engagement möchten wir auch in diesem Jahr mit dem LeaMittelstandspreis in gebührender Weise sichtbar machen und würdigen.“

Der Preis in der ersten Kategorie bis 20 Mitarbeitende ging an die #imländle GmbH, eine Videoagentur aus Balingen. Sie unterstützen Kinder und Familien in den Flüchtlingscamps in der Türkei an der Grenze zu Syrien, indem sie informative Videos über die Camps produzieren und diese auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichen, womit sie Spendengelder generieren und auch Kooperationspartner für den selbstgegründeten Verein „Wir im Ländle“ gewinnen. Gemeinsam mit kommunalen Partnern hat der Verein bereits drei Kids-Center in der Türkei eröffnet, wovon eines inzwischen eine staatlich anerkannte Campschule ist, an der 300 Kinder lernen.
Den Preis in der zweiten Kategorie bis 150 Mitarbeitende erhielt die Autohaus Durst GmbH aus Ostfildern. Hier gelang Autohaus-Inhaber Thomas Durst eine außergewöhnliche Kombination an Angeboten für junge Mädchen. Eingeladen wurden zwölf Mädchen aus Ostfildern im Alter von 10 bis 13 Jahren, die aus benachteiligten Familien stammen, um auf der Burg Hohenzollern fünf Tage lang zu residieren - wie eine Prinzessin. Möglich gemacht hatten das die Kira Stiftung von Sophie Prinzessin von Preußen und die Stadt Ostfildern als Kooperationspartner und neben einem Freizeitprogramm waren auch Gespräche über die berufliche Zukunft der Mädchen ein wichtiger Teil des Programms und um selbst Einblicke ins Berufsleben gewinnen zu können, hatten die Teilnehmerinnen im Anschluss an den Aufenthalt die Chance ein Praktikum im Autohaus Durst zu machen.
Als Sieger in der dritten Kategorie bis 500 Mitarbeitende ging die Advanced UniByte GmbH aus Metzingen hervor. Das Unternehmen trug rund 130.000 Euro zur Finanzierung des „Jodane Kinderhaus“ im nepalesischen Kathmandu bei. Dort will der Verein Asha21 Kindern eine Perspektive geben. In einem Haus, in dem aktuell 30 Kinder in einem familienähnlichen Verbund leben, haben sie die Möglichkeit zu lernen und sich zu entwickeln. Derzeit übernehmen neben der Geschäftsführung von Advanced UniByte 35 Mitarbeitende des Unternehmens die monatlichen 80 Euro für die Unterbringung pro Kind.

Der Lea-Mittelstandspreis hat sich als Aushängeschild für engagierte mittelständische Unternehmen im Südwesten etabliert. Seit 2007 wird von Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg mit der Preisverleihung vorbildliches Engagement ausgezeichnet - und in all den Jahren waren mehr als 3.500 Projekte von Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, im Wettbewerb. "L E A" steht dabei für "Leistung - Engagement - Anerkennung". 2024 gingen 225 Bewerbungen ein und damit ist der Lea-Mittelstandspreis bundesweit der teilnehmerstärkste Wettbewerb, der Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten (CSR) kleiner und mittlerer Unternehmen auszeichnet. Bei einer so hohen Zahl an Einreichungen hat schon allein eine Nominierung einen hohen Stellenwert.

André Peters, Vorstand des Diakonischen Werks Baden sagte im Rahmen der Preisverleihung: „Wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen sozial sind, darüber aber Stillschweigen bewahren, weil sie ihr Engagement für selbstverständlich halten“. Dass sie durch ihr beispielhaftes Tun deutlich mehr bewirkten, als „nur“ eine sozial schwierige Situation zu entschärfen oder benachteiligte Menschen zu ermutigen, sei vielen nicht bewusst.

Birgit Schaer, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes für die Erzdiözese ergänzte: „Viele Unternehmen engagieren sich in ihrer Region und tragen damit zum gesellschaftlichen Miteinander direkt vor Ort bei. Als Caritas sind wir überzeugt, dass eine menschenfreundliche Gesellschaft ohne dieses zivilgesellschaftliche Engagement gerade von Unternehmen nicht mehr denkbar ist.“
Auch Erzbischof Stephan Burger sprach den Unternehmen seine Anerkennung aus: „Die Unternehmen machen vor, wie man sich an dem Ort einbringt, an dem man lebt und arbeitet. Sie sind großartige Pioniere und übernehmen Verantwortung für unsere Gesellschaft. Viele Unternehmen tun dies schon seit Jahrzehnten und dafür möchten wir ihnen von Herzen danken."
Prälatin Heide Reinhard hob hervor: „Die junge Generation erwartet von ihren Arbeitgebern, dass sie sich auch jenseits des Kerngeschäfts für das Gemeinwesen einsetzen. In diesem Sinne ist gesellschaftliches Engagement für jedes Unternehmen ein entscheidender Beitrag für die eigene Zukunftsfähigkeit und unsere Gesellschaft.“

Die Ausschreibung des Lea-Mittelstandspreises richtet sich an „alle baden-württembergischen Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten, die Wohlfahrtsverbände, soziale Organisationen, Initiativen, Einrichtungen oder (Sport-)Vereine unterstützen und sich gemeinsam mit ihnen gesellschaftlich engagieren“. Der Preis dient dazu die Unternehmen in ihrem gesellschaftlichen Engagement zu stärken und zu fördern. Mit der öffentlichen Anerkennung dieser CSR-Aktivitäten soll die Motivation gestärkt werden, in der Dauerhaftigkeit dieses Engagements nicht nachzulassen.

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Diana Rasch

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Diana Rasch

Für den Mittelstandspreis 2025 kann man sich bis zum 31. März 2025 bewerben. Infos unter www.leamittelstandspreis.de
Text und Foto: Diana Rasch