Ein Wachstumsfaktor gegen Depression?

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Testung der geistigen Leistungsfähigkeit SCHUHFRIED schiffleitner

Wissenschaftler*innen am Universitätsklinikum Heidelberg erforschen die Ursachen psychischer Erkrankungen.
Depression – eine ernste Angelegenheit
Die Depression ist die häufigste unter den seelischen Krankheiten. Schätzungen der WHO zufolge verursacht sie sogar nach dem Herzinfarkt die zweitgrößte Einschränkung in der Lebensqualität weltweit. Doch viele Menschen, die unter einer Depression leiden, erleben nicht nur Traurigkeit und einen Verlust an Energie und Tatkraft. Auch sogenannte kognitive Defizite, das heißt Störungen von Aufmerksamkeit, Konzentration oder Gedächtnis, sind ein wichtiger Teil der Erkrankung. Diese kognitiven Störungen werden häufig als sehr belastend und einschränkend empfunden. Sie verhindern oft die schnelle Wiedereingliederung in das Privat- und Berufsleben. In der AG Neurokognition am Zentrum für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg beschäftigt sich das Forschungsteam mit Wissenschaftler*innen aus den Fächern Medizin, Neurowissenschaften, Physiotherapie und Psychologie, mit den Ursachen, der Diagnostik und Therapie dieser Symptome.
In einer aktuellen Studie wollen sie feststellen, ob es einen Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung, kognitiver Leistungsfähigkeit und einem Nervenwachstumsfaktor namens BDNF (Brain-derived Neurotrophic Factor) gibt. BDNF ist ein Protein, das im Körper vorkommt und den Nervenzellen des Gehirns Signale vermittelt, zu wachsen, sich untereinander zu verbinden und an neue Informationen anzupassen. Ein Mangel an BDNF könnte ein Grund sein, warum Depressionen entstehen.
Depression im Blut erkennen
Auch der positive Einfluss von Sport und Bewegung auf die geistige Gesundheit ließe sich eventuell durch das BDNF aufklären. Neue Studien zeigen, dass das BDNF unter körperlicher Belastung ausgeschüttet und in unser Gehirn transportiert wird.
Die Wissenschaftler*innen der AG Neurokognition wollen mit Ihrer Studie herausfinden, ob sich dieser Effekt für die Therapie von Depression nutzbar machen lässt. Deshalb wird den Teilnehmer*innen vor und nach einem Fitnesstest Blut abgenommen, um den Anstieg des Wachstumsfaktors zu überprüfen. Im Anschluss wird mit einem Computerprogram die geistige Leistungsfähigkeit der Proband*innen untersucht. Mit verschiedenen Aufgaben werden die Teilnehmer*innen in den Bereichen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Informationsverarbeitung und der Planungsfähigkeit getestet.
Für die Zukunft hoffen die Forscher*innen, effektive Therapieprogramme entwickeln zu können, die sich sowohl die positiven Effekte von körperlicher Betätigung als auch von geistigem Training zunutze machen.
Probanden gesucht!
Für die aktuelle Studie werden noch Teilnehmer und Teilnehmerinnen gesucht. Wenn Sie:
- Zwischen 18-60 Jahre alt sind,
- eine depressive Episode durchlebt haben,
- Keine schwere Erkrankung haben,
- und das Gefühl haben, Probleme mit Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Konzentration zu haben,
dann können Sie sich gerne bei uns für eine Studienteilnahme melden.
Bei Interesse wenden Sie sich an:
Benedikt Kramer
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!berg
Tel.: 06221/56-36071