Biberfraß an Bäumen auf der Neckarinsel: Pappeln müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden Ökologischer Ausgleich geplant

Auf der sogenannten „Liebesinsel“ im Neckar in Heidelberg haben Biber neun mächtige Pappeln so stark angefressen, dass die Standfestigkeit der Bäume nicht mehr gegeben ist. Die Bäume auf der kleinen Insel auf Höhe der Schurmanstraße in Heidelberg-Bergheim müssen in Kürze stark eingekürzt beziehungsweise gefällt werden. Nur so sind auf der Bundeswasserstraße Neckar die Sicherheit von Schiffen und Freizeitsportlern zu gewährleisten und die Flusswehre vor Schäden zu bewahren. Die Stadt Heidelberg hat die Fällung durch eine Fachfirma bereits ausgeschrieben. Für die notwendigen Arbeiten wird es auf der Insel einen ökologischen Ausgleich geben, den das Regierungspräsidium Karlsruhe und der BUND fachlich begleiten.

Im Frühjahr 2019 hatten Experten verstärkt Biberfraß an den Altbäumen auf der Insel festgestellt. Bei einem Vor-Ort-Termin im Oktober 2019 mit dem städtischen Umweltamt, dem Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Karlsruhe und der Wasserschutzpolizei hat sich gezeigt, dass einige Pappeln so stark angefressen sind, dass sie unvermittelt in den Neckar stürzen können.

Der Biber steht streng unter Artenschutz. In Heidelberg wächst die Population derzeit immer stärker an. Auf der gesamten Neckarstrecke Heidelbergs gibt es wieder Bibervorkommen. Die Spuren der Tiere sind im gesamten Uferbereich und auch auf der sogenannten „Liebesinsel“ zu beobachten. Diese Neckarinsel darf aus Gründen des Naturschutzes nicht betreten werden, deshalb können sich die Biber dort nahezu ungestört aufhalten und fressen.

Philipp Rothe
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Bildunterschrift:
Damit der Biber dem Baum nicht noch mehr zusetzt, umwickelt ein Mitarbeiter des THW den angefressenen Stammfuß mit Draht.