Walter-Krause-Straße übergeben

christoph blüthner
Gbis

„Eine Straße zu benennen ist eine sehr präsente Form der Ehrung“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der Übergabe der Walter-Krause-Straße im Stadtteil Almenhof. Dass der im Dezember verstorbene Ehrenbürger, ehemalige Bürgermeister und Innenminister des Landes Baden-Württemberg diese Ehrung verdient habe, stehe dabei außer Frage. Im Bereich des Bildungscampus in Nachbarschaft zur ehemaligen Ingenieursschule, wo Krause als Dozent für Mathematik gewirkt hatte, stelle die Straße auch einen inhaltlichen Bezug her.

Von 1955 bis 1966 war der in München geborene aber in Mannheim aufgewachsene Krause in seiner Heimatstadt als Bürgermeister für Schule und Sport aktiv, ab 1962 kam außerdem die Kultur zu seinem Dezernat. „Er verstand Politik dabei immer als Dienst an der öffentlichen Sache“, beschrieb Kurz den Mann, der zugleich Lehrer, Ingenieur und Meteorologe von Beruf war. „Er prägte einen nüchternen, pragmatischen und sachlichen Politikstil und sah einen Kompromiss immer als einen Ausgleich der Interessen“ beschrieb der Oberbürgermeister Krause vor dessen Tochter Annelie. „Und Bildung war ihm dabei immer wichtig.“ So fiel unter seine Zeit als Bürgermeister die Umwandlung der ehemaligen Wirtschaftshochschule in eine Universität. Er förderte nachhaltig die Einrichtung von Fachräumen an den Schulen, förderte den zweiten Bildungsweg und baute das berufliche Schulwesen und die Einrichtungen der Erwachsenenbildung aus.

Auf Landesebene übernahm er in der SPD-Fraktion zusätzliche Verantwortung, war von 1958 bis 1961 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und stand der Fraktion im Anschluss bis 1966 vor, wurde 1966 bis 1968 Landesvorsitzender seiner Partei in Baden-Württemberg, ein Bundesland, das er als Mitglied der verfassungsgebenden Landesversammlung im Jahr 1952 selbst auf den Weg gebracht hatte und das er als Innenminister maßgeblich prägte. „Er brachte das Kreisreformgesetz auf den Weg“, erinnerte Kurz und verwies dabei auf die große verwaltungstechnische Leistung, mit der sich andere Bundesländer bis heute schwertun.

Nach der Wahl 1972 zog sich Krause schrittweise aus der Landespolitik zurück, ohne dabei aber sein Engagement in und für Mannheim einzuschränken, war unter anderem Vorsitzender der Kreisgruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Vorsitzender des Vereins Kurpfalz und des Freundeskreises der Freien Akademie der Künste und der Freien Kunstschule Rhein-Neckar sowie stellvertretender Vorsitzender des Museumsvereins des Landesmuseums für Technik und Arbeit. „Und er war bis ins hohe Alter aktiv und uns damit ein Vorbild in zukunftsgewandtem Denken“, erinnerte Kurz und verwies auf seine Studien zum Demographischen Wandel Ende der 1980er Jahre.

Gemeinsam mit der Oskar-Meixner-Straße, benannt nach dem ehemaligen Rektor der Fachhochschule für Technik, und der Sigrid-Hackbarth-Straße, die der ehemaligen Rektorin der Fachhochschule für Sozialwesen gewidmet ist, bildet die Walter-Krause-Straße damit nun den Rahmen für Mannheims Bildungscampus auf dem ehemaligen Vögele-Gelände.