Grabstätte von Maria Hübner in Liste der Ehrengräber der Stadt Heidelberg aufgenommen Heidelberger Bürgerin rettete mehrere Menschen vor Verfolgung durch die Nationalsozialisten

Die Grabstätte von Maria Hübner wird in die Liste der Ehrengräber der Stadt Heidelberg aufgenommen. Die Stadt würdigt damit posthum ihre Bedeutung als Heidelberger Bürgerin und ihre Lebensleistung für verfolgte Menschen während des Nationalsozialismus. „Maria Hübner hat sich unter Gefährdung ihres eigenen Lebens in beispielhafter und selbstloser Weise um ihre Mitmenschen verdient gemacht. Ohne stille Helferinnen und Helfer wie Maria Hübner wären noch viele weitere Menschen zu Opfern des NS-Regimes geworden. Für diese großen Verdienste um unsere Stadt und unser Gemeinwohl gebührt ihr unser aller Dank“, sagte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

Zur Zeit des Nationalsozialismus lebte Maria Hübner, die am 21. März 1913 in Heidelberg geboren wurde, in ihrem Haus am Klingenteich. Unter Gefährdung ihres eigenen Lebens hielt sie über ein Jahr vier Sinti, die aus rassistischen Gründen verfolgt wurden, in ihrem Haus versteckt und rettete so deren Leben. Darunter befand sich auch Oskar Rose, der Vater des späteren gemeinsamen Kindes Romani Rose. Dieser ist heute Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mit Sitz in der Heidelberger Bremeneckgasse. Darüber hinaus war Maria Hübner im Jahr 1944 daran beteiligt, Vincenz Rose – dem Bruder von Oskar Rose – zur Flucht aus dem KZ Neckarelz/Mosbach zu verhelfen. Bis zum Kriegsende versteckte sie ihn ebenfalls in ihrem Haus.

Für ihren Einsatz wurde Maria Hübner im Jahr 1985 durch den Bundespräsidenten mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Die Auszeichnung wurde ihr vom damaligen Ersten Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Dr. Karl Korz, überreicht.

Maria Hübner starb am 2. Mai 1991 und wurde auf dem Bergfriedhof in Heidelberg beigesetzt. Zum Jahresende 2019 lief das Nutzungsrecht der Familie an der Grabstätte aus. Auf Anregung ihres Sohnes Romani Rose wurde die Grabstätte nun in die Liste der städtischen Ehrengräber aufgenommen. Der Haupt- und Finanzausschuss des Heidelberger Gemeinderates hat dies in seiner Sitzung im März 2021 einstimmig beschlossen. Damit gibt es künftig 24 Ehrengräber, die durch die Stadt Heidelberg gepflegt werden. Dazu zählen unter anderem die Ruhestätten von Friedrich Ebert, dem ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, und der Schriftstellerin Hilde Domin.

Philipp Rothe
HDgr
 

Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner (links) besuchte gemeinsam mit Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, das Grab von dessen Mutter Maria Hübner auf dem Heidelberger Bergfriedhof. Die Grabstätte zählt seit Kurzem zu den Ehrengräbern der Stadt Heidelberg.