Gemeinschaftlich wohnen: Informationsangebot für neue Wohn- und Bauprojekte vorgestellt Infotag für Interessierte am Sonntag, 1. August, auf PHV mit Bühnenprogramm, Ständen und Führung

Gemeinschaftliches Wohnen bietet viele Vorteile. Vor allem das Miteinander ist es, das für Bewohnerinnen und Bewohner den Reiz dieser Wohnform ausmacht. In Heidelberg gibt es derzeit acht Wohnprojekte, zwei sind im Entstehen. Und die Tendenz ist steigend. In Zusammenarbeit mit hd_vernetzt, einem Zusammenschluss von gemeinschaftlichen Wohn- und Bauprojekten, hat die Stadt Heidelberg ein neues Informationsangebot geschaffen, das sich an Interessierte von Wohn- und Baugruppen richtet. Teil dessen ist ein Infotag für neue Wohnprojekte und Baugruppen, der erstmals am Sonntag, 1. August 2021, im Patrick-Henry-Village (PHV) stattfindet. Die Veranstaltung für Interessierte soll künftig regelmäßig stattfinden. Begleitet wird sie von einem neuen digitalen Informationsangebot unter www.heidelberg.de/wohnen.

„Gemeinschaftliche Wohnprojekte haben sich längst aus ihrem Nischendasein befreit und sind durch ihr Facettenreichtum vielerorts zu einem wichtigen Baustein insbesondere für die Entwicklung lebendiger Quartiere geworden. Wir unterstützen und fördern diese Wohnform – unter anderem in der Südstadt und auf PHV, denn gerade mit Blick auf individuelle Wohnvorstellungen und -bedürfnisse sind sie wegweisend“, sagt Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.

„Das Leben in unseren Wohnprojekten macht es möglich, die Vorteile einer Dorfgemeinschaft mit den Angeboten des städtischen Lebens zu verknüpfen. Außerdem ergeben sich viele Synergieeffekte in Bezug auf nachhaltige Alltagsgestaltung. Unser Anliegen ist deshalb, das gemeinschaftliche Wohnen weiter auszubauen. Das ist nicht nur ein Gewinn für Bewohnerinnen und Bewohner. Deren Engagement zieht sich häufig auch bis in den Stadtteil hinein, den sie aktiv mitgestalten“, sagt Ute Straub von hd_vernetzt.

Wie gestaltet sich Wohnen in Gemeinschaft?

Gemeinschaftliches Wohnen ist eine Lebensform, die bei zahlreichen Bevölkerungsgruppen immer mehr Zuspruch erhält. Ob jung oder alt, Familie, Paar oder Single - in dieser Lebensform können alle gegenseitige Unterstützung und nachbarschaftlichen Austausch erleben und das Lebensumfeld gemeinsam gestalten. Eine Gruppe kann sich finden und ein Bestandsgebäude beziehen oder auch gemeinsam ein neues Quartier planen und bauen. Die Wohngebäude bieten zusätzliche Gemeinschaftsräume oder der Freiraum Flächen, die das nachbarschaftliche Miteinander möglich machen. Dabei entstehen meist experimentierfreudige, innovative und zukunftsfähige Lösungen, die gerade die begrenzten Flächen in Städten gewinnbringend nutzen.

 

Wie sieht gemeinschaftliches Wohnen in Heidelberg aus?
In ihrem 10-Punkte-Programm Wohnen sieht die Stadt Heidelberg Wohnprojekte als einen Motor zur Schaffung von Vielfalt auf dem Wohnungsmarkt. In Heidelberg gibt es Wohnprojekte in der Südstadt, Rohrbach, Handschuhsheim und Altstadt. In derzeit acht Projektgruppen gibt es rund 150 Wohnungen. Dort leben rund 400 Menschen verschiedener Altersklassen - von Studierenden und Starterhaushalten über Familien bis hin zu Seniorinnen und Senioren. Vertreten sind auch viele Menschen mit Handicap. Das erste Wohnprojekt in Heidelberg entstand im Jahr 2010 mit dem Prisma in Handschuhsheim, das neuste Projekt ist das 2019 bezogene Projekt Woge in der Südstadt.
Wie fördert die Stadt Heidelberg das gemeinschaftliche Wohnen?
Die Stadt Heidelberg hat in Zusammenarbeit mit hd_vernetzt ein Angebot für Interessierte am gemeinschaftlichen Wohnen geschaffen.

• Informationsveranstaltung am Sonntag, 1. August, 13 bis 15 Uhr, auf PHV: Interessierte sind eingeladen, sich bei Bewohnerinnen und Bewohnern bereits bestehender Wohnprojekten zu informieren, Wohnprojekte im Entstehen kennenzulernen und sich mit anderen Interessierten zu vernetzen. Bei Kurzrundgängen und einer beispielhaften Hausbesichtigung können sie Patrick-Henry-Village als Wohnort kennenlernen. Das Areal PHV bietet künftig weitere Optionen für die Gründung gemeinschaftlicher Wohnprojekte.

Ab 13.15 Uhr startet das Bühnenprogramm mit Erstem Bürgermeister Jürgen Odszuck, der aktuelle Planungsstände zu PHV vorstellt. Eine Podiumsdiskussion beleuchtet ab 13.45 Uhr die Rolle von Wohnprojekten bei der Entwicklung eines neuen Wohnorts. Zum Abschluss (ab etwa 14.15 Uhr) berichten Mitglieder bestehender Wohnprojekte von Erfahrungen bei der Gründung und Realisierung. Der Infotag findet auf dem Gelände des Metropolink-Festivals auf PHV statt. Eine vorherige Anmeldung zum Info-Tag ist nicht nötig. Um 15 Uhr startet der Familiennachmittag des Metropolink-Festivals, der mit einem zuvor gebuchten Eintrittsticket (im Internet unter metropolink-festival.de) besucht werden kann.

• Website heidelberg.de/wohnen > Gemeinsames Wohnen: Die erste Anlaufstelle für Interessierte bildet künftig die neue städtische Wohnprojekte- und Baugruppen-Website mit zahlreichen Info-Links unter www.heidelberg.de/wohnen > Gemeinsam Wohnen. Interessierte können sich dort mit bestehenden und entstehenden Gruppen in Heidelberg vernetzen.

• Interessiertenliste für Vergabe von Grundstücken: Die Stadt kann bei der Grundstücksvermittlung unterstützend tätig werden, wenn sie selbst Eigentümerin einer konkreten Fläche ist. Der Verkauf der Fläche erfolgt grundsätzlich über ein Vergabeverfahren, das alle an der jeweiligen Fläche Interessierten berücksichtigt. Für ein Vergabeverfahren ist es wichtig, dass die interessierten Wohnprojekte bei der Stadt bekannt sind, um in anstehenden Verfahren einbezogen zu werden. Nötig dafür ist der Eintrag in eine Interessiertenliste über ein Kontaktformular unter www.heidelberg.de/wohnen > Gemeinsam Wohnen.

Stadt Heidelberg
HDgemwohnen

Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (Mitte) sowie Ute Straub (2. v. l.) und Anne Weigand (2. v. r.) von hd_vernetzt präsentieren neue Informationsangebote für interessierte Baugruppen und stellen mit Bewohnerinnen und Bewohnern das gemeinschaftliche Wohnen der Gruppe Horizonte in der Mark-Twain-Straße vor.    Bild:Stadt Heidelberg