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Zwei Jahre „Rainbow City“ Heidelberg Städtische Koordinationsstelle LSBTIQ+ betreut und berät queere Projekte – Bericht im Ausschuss für Soziales und Chancengleichheit am 22. September

Gleiche Rechte und Entfaltungsmöglichkeiten queerer Menschen zu unterstützen, ist das Ziel der Stadt Heidelberg. Seit September 2020 ist die Stadt Mitglied im Rainbow Cities Network, einem internationalen Zusammenschluss von Städten, die sich proaktiv für die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen (kurz: LSBTIQ+) einsetzen. Die Ergebnisse der zweijährigen Arbeit als Regenbogenstadt präsentieren Danijel Cubelic, Leiter des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, und Marius Emmerich von der kommunalen Koordinationsstelle LSBTIQ+ in der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Chancengleichheit am Donnerstag, 22. September 2022, um 19 Uhr im Heidelberger Rathaus.

„Dass queere Menschen in unserer Stadt in ihrer Vielfalt ein gutes, gerechtes und sicheres Leben führen können, ist uns ein Anliegen. LSBTIQ+ erfahren auch heute noch immer in beträchtlichem Maße Diskriminierung und Gewalt. Das hat erneut der aktuelle Todesfall des auf dem Christopher-Street-Day in Münster angegriffenen trans* Mannes Malte C. verdeutlicht. Wir werden in Heidelberg deshalb nicht nachlassen, Vielfalt zu leben, zu schützen und zu unterstützen“, sagt Bürgermeisterin Stefanie Jansen, Dezernentin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit.

Heidelbergs Weg zur Rainbow-City

Der Weg zur Mitgliedschaft im internationalen Verbund der Rainbow Cities reicht zurück ins Jahr 2015. Damals konnte mit der Verabschiedung des von der Stadt Heidelberg entwickelten städtischen Aktionsplans „Offen für Vielfalt und Chancengleichheit – Ansporn für alle“ in Heidelberg ein Beteiligungsprozess angestoßen werden mit dem Bestreben, Leitziele für den Abbau von LSBTIQ+ Feindlichkeit in der Stadt und die Etablierung einer städtischen Kultur der Wertschätzung von Vielfalt zu erarbeiten.

Mit der Einrichtung des „Runden Tischs sexuelle und geschlechtliche Vielfalt der Stadt Heidelberg“ im Jahr 2016 und der Stelle eines städtischen LSBTIQ+ Beauftragten 2017 beim Amt für Chancengleichheit wurden erste Projekte zur Stärkung der Akzeptanz und Sichtbarkeit initiiert. So wurde beispielsweise die Heidelberger Jugendgruppe „Queer Youth“ gegründet und mit PLUS e.V. ein Beratungs- und Aufklärungsangebot für queere Menschen gefördert und etabliert. 2019 entschied sich der Heidelberger Gemeinderat für eine Bewerbung der Stadt Heidelberg als Mitglied im Rainbow Cities Network.

 

Städtische Koordinationsstelle LSBTIQ+

Seit Januar 2021 ist das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg im neu gebildeten Dezernat Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit unter der Leitung von Bürgermeisterin Stefanie Jansen verankert. Als erster Schritt der Rainbow Cities Network-Umsetzungen wurde im Mai 2021 im Amt für Chancengleichheit die Koordinationsstelle LSBTIQ+ eingerichtet. Aufgabe der Koordinationsstelle ist es, als Brücke sowohl in die Stadtverwaltung als auch in die Stadtgesellschaft zu wirken, Projekte im Bereich LSBTIQ+ zu initiieren und zu koordinieren.

Sichtbarkeit queerer Themen hat zugenommen

Seither hat die Sichtbarkeit queerer Themen in der Stadt deutlich zugenommen: Im Frühjahr 2021 konnte für die Stadt ein neues LSBTIQ+ Flaggen- und Gedenktagekonzept entwickelt werden, das eine ganzjährige, nachhaltige Anerkennungs- und Erinnerungskultur gewährleistet. Der neu eingerichtete Fonds „Rainbow City“ der Koordinationsstelle LSBTIQ+ ermöglicht außerdem die Förderung und Gestaltung von Projekten zur Sichtbarmachung queerer Themen.

So konnten in den vergangenen zwei Jahren über 100 Veranstaltungen und Formate in Kooperation mit rund 50 Partner*innen umgesetzt werden, beispielsweise die Heidelberger Vortragsreihen zu lesbischer Geschichte und Konversionsmaßnahmen, mit denen deutschlandweit Pionierarbeit geleistet wurde. Für Aufmerksamkeit in der Stadtgesellschaft sorgten außerdem Aktionstage zu LSBTIQ+ Feindlichkeit, geschlechtlicher Vielfalt und lesbischer Sichtbarkeit. Als eine der ersten Städte Deutschlands hat Heidelberg die Einrichtung von WCs für alle Geschlechter in die Entwicklung neuer Baumaßnahmen integriert.

Dank städtischer Förderung und Begleitung konnten die LSBTIQ+ Beratungs-, Bildungs- und Präventions-Fachstelle von PLUS e.V., das Queer Festival Heidelberg und die Fachstelle Rainbow City Kids mit Queer Youth im IB Jugendtreff Kirchheim ihre Angebote erweitern. Sie zählen zu den Leuchtturmprojekten der Rainbow-City Heidelberg.

Zukunftsthemen: Gewaltschutz, Jugendarbeit und queere Angebote

Themen für die zukünftige Arbeit der städtischen Koordinierungsstelle sind aktuell beispielsweise der Ausbau von Diskriminierungs- und Gewaltschutzstrukturen, der Ausbau queerer Jugendarbeit und die Frage nach mehr Angeboten für LSBTIQ+ in Heidelberg.

 

Hintergrund: Seit September 2020 ist Heidelberg in Anerkennung des Einsatzes für familiäre, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt Mitglied im Netzwerk der Regenbogenstädte, dem „Rainbow Cities Network“ (RCN). Das Netzwerk ist ein internationaler Zusammenschluss von Städten, die sich der Akzeptanz von LSBTIQ+ verpflichten. Mehr Informationen zur städtischen Koordinationsstelle LSBTIQ+ gibt es im Internet unter www.heidelberg.de/lsbtiq.

Seit zwei Jahren ist Heidelberg Mitglied im internationalen Netzwerk der Rainbow Cities. Anlässlich des Internationalen Tags gegen LSBTIQ+ Feindlichkeit am 17. Mai 2022 leuchtete das Heidelberger Schloss symbolisch in Regenbogenfarben.

Philipp Rothe
HDrainbow

Bild: Philipp Rothe