OB Prof. Würzner zum Klimaschutz: „Ohne die lokale Ebene wird die CO2-Reduktion nicht gelingen“

Stadt Heidelberg - Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner mit Aisa Kirabo Kacyira (Deputy Executive Director and Assistant Secretary-General for UN-Habitat) beim „Climate Summit for Local Leaders“ am Sonntag, 12. November 2017, bei der Klimakonferenz COP 23 in Bonn.
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COP 23 in Bonn: Heidelbergs Oberbürgermeister vertritt „Energy Cities“ und stellt städtische Vorzeigeprojekte vor

 

Mit Nachdruck hat Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner bei der Klimakonferenz COP 23 in Bonn darauf hingewiesen, dass die lokale und regionale Ebene gestärkt werden muss, wenn die weltweite Reduktion der CO2-Emissionen gelingen soll. Prof. Würzner hat in Bonn an unterschiedlichen Veranstaltungen teilgenommen und bei Podiumssitzungen gesprochen.

Bilanz OB Prof. Würzner: „Dringender Handlungsbedarf auf allen Ebenen“

Seine Bilanz: „Es ist dringender Handlungsbedarf auf allen Ebenen. Wenn wir die gesteckten Ziele in Heidelberg, Europa und weltweit erreichen wollen, müssen wir jetzt handeln. In Heidelberg sind wir schon auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Ohne die lokale Ebene wird es uns weder in Europa noch weltweit gelingen, eine Reduktion der CO2-Emissionen und das in Paris gesteckte 2-Grad-Ziel zu erreichen. Die nationalen Regierungen müssen enger mit den Städten und Regionen zusammenarbeiten, ihnen Rahmen und Möglichkeiten schaffen, die Maßnahmen umzusetzen.“

An der 23. Weltklimakonferenz „COP 23“ von Montag, 6. November, bis Freitag, 17. November 2017, nehmen Diplomaten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt teil. Sie alle haben das Ziel, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu konkretisieren und weiter voranzutreiben. Die Konferenz ist die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums nehmen bis zu 25.000 Menschen aus allen Ländern der Welt teil, dazu rund 500 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten. Neben vielen bekannten Politikern sind auch Prominente wie Arnold Schwarzenegger, Leonardo DiCaprio, Al Gore und Michael Bloomberg vor Ort.

Prof. Würzner vertritt als Präsident von „Energy Cities“ Städte und Gemeinden

Prof. Würzner trat bei der Konferenz auch als Vertreter des Städtenetzwerks „Energy Cities“ auf. Energy Cities ist ein Zusammenschluss aus über tausend europäischen Gemeinden, die sich eine nachhaltige Energiepolitik zum Ziel gesetzt haben. Prof. Würzner ist seit 2006 Präsident des Netzwerks. Er berichtete: „Neben den vielen Gelegenheiten, für die europäischen Städte und Gemeinden zu sprechen, hatte ich in der Bonn-Zone ausreichend Gelegenheit, mich mit Regierungsvertreterinnen und -vertretern aus aller Welt sowie mit zahlreichen NGOs über die Umsetzung der Pariser Ziele auf lokaler Ebene auszutauschen.“ Heidelbergs Oberbürgermeister war an folgenden Programmpunkten aktiv beteiligt:

 Auf dem „Climate Summit for Local Leaders“ am Sonntag, 12. November, nahm Prof. Würzner gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, und dem ehemaligen Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, an der Veranstaltung der „Europaen Climate Foundation“ und der „Bloomberg Philantrophies“ teil. Er setzte sich beim Thema „Jenseits von Kohle nach Paris: Können die USA und die EU ihre Kohlekraftwerke rechtzeitig stilllegen, um die Pariser Ziele zu erreichen?“ für die Interessen von Städten ein. Als Vertreter der europäischen Sektion des „Global Covenant of Mayors“ („Konvent der Bürgermeister“) appellierte er an alle Städte und Regionen, sich den Pariser Klimazielen zu verpflichten und dem Bündnis anzuschließen. Bisher sind bereits fast 8.000 Städte weltweit dem Covenant beigetreten.
 Zudem war Prof. Würzner am Montag, 13. November, an einer Diskussion des Deutsch-Chinesischen Forums der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eingeladen, die besten Heidelberger und europäischen Ideen zum Klimaschutz vorzustellen und mit dem chinesischen Umweltminister zu diskutieren.
 Prof. Würzner nahm als Vertreter des Städtenetzwerks „Energy Cities“ die Gelegenheit wahr, zum „European Union Energy Day“ am Donnerstag, 16. November, einen Kurzvortrag zu halten. Als Präsident des Zusammenschlusses aus über tausend europäischen Gemeinden betonte Prof. Würzner die zentrale Rolle von Städten und Gemeinden bei der Umsetzung der in Paris vereinbarten Klimaschutzziele.
 In Bonn unterzeichnete Prof. Würzner im Namen des „EU Covenant of Mayors“ gemeinsam mit Bertrand Piccard („Solar Impulse“/Abenteurer, der mit einem Solarflugzeug die Welt umrundete), Vertretern der Europäischen Kommission (Miguel Arias Cañete, Kommission für Klima und Energie) und des Europaparlaments (Claude Turmes) eine Absichtserklärung mit der „World Alliance for Efficient Solutions“. Beide Einrichtungen bekräftigen darin die gegenseitige Unterstützung zur Erreichung der CO2-Reduktionssziele (20% bis 2020 und 40% bis 2030).

 

Hintergrund: Die UN-Klimakonferenz ist die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) der UN-Klimarahmenkonvention. Seit 2005 ist die Konferenz um das Treffen der Mitglieder des Kyoto-Protokolls (Meeting of the Parties to the Protocol, MOP) und seit 2016 um das Treffen der Unterzeichner des Paris-Abkommens (Meetings of the Parties to the Paris Agreement, CMA) ergänzt worden. Die jährlich stattfindende Vertragsstaatenkonferenz ist das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention UNFCCC. In diesem internationalen Übereinkommen haben sich alle Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen verpflichtet. Bei der COP 21 in Paris wurde das erste Klimaschutzabkommen vereinbart, das alle 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention in die Pflicht nimmt.

 

Ergänzende Informationen zur Weltklimakonferenz 2017 unter www.cop23.de sowie zum Netzwerk Energy Cities unter http://www.energy-cities.eu.