Regenbogenempfang der Stadt Mannheim 2018

Stadt Mannheim, Bild: Alexander Kästel
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Eine Vielzahl von Engagierten aus der Community lesbischer, schwuler, bisexueller, transgeschlechtlicher und intergeschlechtlicher Menschen (LSBTI) trägt durch überwiegend ehrenamtliche Arbeit maßgeblich zu einem friedlichen und respektvollen Zusammenleben in Vielfalt bei. Im Rahmen des – in dieser Form – dritten Regenbogenempfangs hat sich die Stadt Mannheim am Donnerstag, 9. August, bei diesen Menschen bedankt und ihren Beitrag für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft gewürdigt. „Mannheim ist eine Stadt für alle“, sagte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Rede. „Mit der Mannheimer Erklärung, die alle Formen von Diversität umfasst, zeigt sie, dass sie eine verlässliche Partnerin ist.“

Anlässlich des 100. Jubiläums des Frauenwahlrechts, das in diesem Jahr gefeiert wird, stand der Regenbogenempfang dieses Mal unter dem Thema „Sichtbarkeit von Frauen* in der queeren Community“. Passend dazu gab es einen Fokus auf weibliche Aktivistinnen beim Austausch mit LSBTI-Organisationen aus den Mannheimer Partnerstädten, der zum zweiten Mal stattfindet. In diesem Jahr nehmen Aktivistinnen aus dem türkischen BeyoÄŸlu, dem polnischen Bydgoszcz, dem moldawischen ChiÈ™inău, dem israelischen Haifa, dem litauischen KlaipÄ—da, dem walisischen Swansea sowie aus Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf teil.

„Eine Politik der Chancengleichheit und Gleichberechtigung ist auch eine kommunale Angelegenheit und Mannheim möchte Vorbild für das Zusammenleben in Vielfalt sein“, so Kurz. „Die Geschichte des Frauenwahlrechts zeigt, dass Rechte errungen werden müssen – die Gegenwart in Europa zeigt, dass Rechte auch bewahrt werden müssen.“ Mit der Ehe für Alle, der Rehabilitation von nach Paragraf 175 des Strafgesetzbuchs Verurteilten sowie der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zugunsten eines dritten Geschlechts im Personenstandsrecht sei 2017 in Deutschland viel erreicht wurden. Dennoch bleibe noch Einiges zu tun, wie beispielsweise intergeschlechtlichen Kindern ein Recht auf Unversehrtheit zuzugestehen.

Der Vorstandsvorsitzende des Christopher Street Day (CSD) Rhein-Neckar, Harald Blaull, wurde stellvertretend für den Vorstand und das Organisationsteam des CSD Rhein-Neckar anlässlich des zehnten Jubiläums in diesem Jahr mit einer Urkunde für das Engagement ausgezeichnet. In zwei Diskussionsrunden haben die Zuschauenden Einblicke in die Situationen vor Ort sowie in die Arbeit der Aktivistinnen aus den Partnerstädten erhalten.

Der Empfang wurde mit der Vernissage zu der Kunstausstellung „WE ARE PART OF CULTURE“ verbunden, die im Rahmen der CSD-Saison bis zum 19. August im Mannheimer Hauptbahnhof gastiert. Die Aktivistinnen aus den Partnerstädten nehmen heute am Dyke*March in Heidelberg und morgen im Rahmen einer städtischen Fußgruppe unter dem Motto „Twin Cities. Together for Equality.“ an der Demonstration des CSD Rhein-Neckar teil.