AG Wahlen und Statistik tagt in Mannheim

Thomas Tröster
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Sie gehört zu den größten Arbeitsgemeinschaften des Städtetags Baden-Württemberg: Die AG Wahlen und Statistik, die jedes Jahr im Januar zusammentrifft, um über zukunftweisende Themen rund um die Bereiche Wahlen und Statistik zu sprechen. In diesem Jahr war Mannheim Gastgeber für fast 200 Expertinnen und Experten aus diesen Bereichen.

„Wir wollen hochaktuelle Themen pragmatisch und kompakt behandeln und natürlich dient diese Veranstaltung auch dem Informations- und Erfahrungsaustausch“, erklärte Norbert Brugger, Dezernent des Städtetags Baden-Württemberg, die Rolle dieser Arbeitsgemeinschaft. Und er ergänzte: „In Expertenkreisen des Städtetags werden Lösungen erarbeitet und vertieft. Die Mitglieder dieser Expertenkreise werden auch aus dieser Arbeitsgemeinschaft rekrutiert. Als aktuelles Beispiel nennt Brugger die Erarbeitung einer Handreichung zur Optimierung der Zensusergebnisse 2021.

Der Zensus war nur eines der Themen der diesjährigen Tagung, wenn auch ein sehr wichtiges und für die Städte elementares Thema. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, der auch in seiner Funktion als Städtetagspräsident die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Erhebung statistischer Daten: „Mannheim hat als eine der ersten Städte die Wichtigkeit von statistischen Daten erkannt und bereits 1895 ein Statistisches Amt gegründet“, erklärte der OB. Statistiken seien eine unerlässliche Basis für fundierte Entscheidungen der Stadtentwicklung. Als Beispiel nannte Dr. Kurz die Kleinräumigen Bevölkerungsprognosen, dank derer nicht nur die aktuellen Gegebenheiten beobachtet, sondern auch frühzeitig zukünftige Entwicklungen in den Blick genommen werden könnten.

Auch die Tatsache, dass Mannheim heute eine Hochburg der Meinungs- und Wahlforschung ist, stellte der OB heraus: „Der heutige Tagungsort, die Stadt Mannheim, ist fest mit dem Thema Wahlen verbunden. Die bundesweit bekannte Forschungsgruppe Wahlen, die ihr 45-jähriges Bestehen feiert, ist in unserer Stadt beheimatet. Dr. Rudolf Wildenmann, der maßgeblich am Aufbau der Forschungsgruppe beteiligt war übernahm in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts den Lehrstuhl der „Politischen Wissenschaften“. Er darf zu den Gründervätern der „Empirischen Sozialforschung“ gezählt werden und legte mit dem Soziologen Rainer Lepsius und dem Sozialpsychologen Martin Irle hier den Grundstein für die Wahl- und Parteienforschung“, so der OB weiter.

Damit nahm er Bezug auf ein weiteres zukunftsweisendes Thema der Tagung im Stadthaus - die Vorbereitung der Europawahl und der Kommunalwahlen 2019. Im Rahmen der Tagung setzte man sich mit den technischen und organisatorischen Anforderungen der aufwändigen Doppelwahl in diesem Jahr auseinander.

In diesem Zusammenhang dankte der OB allen Teilnehmern und allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement bei der Durchführung der Wahlen: „Wahlen sind Ausdruck der repräsentativen Demokratie und sie sind eine organisatorische Herausforderung. Sie erfordern Professionalität und hohen Aufwand. Kommunalwahlen mit ihrem komplexen Wahlsystem sind dabei die „Königsdisziplin“.