Großes Engagement für das Leben anderer Blutspender mit goldener Ehrennadel ausgezeichnet

Stadt Mannheim
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110 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mannheim haben sich im vergangenen Jahr an den Blutspende-Aktionen des DRK-Blutspendedienstes beteiligt. Vier von ihnen haben insgesamt bereits mehr 100 Blutspenden abgegeben - einer sogar 175 Mal.

Für ihren großen Einsatz für andere Menschen erhielten sie heute die goldene Ehrennadel des DRK sowie Urkunden, die ihnen die Mannheimer Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb überreichte. „Für das persönliches Engagement und die hohe Spendenbereitschaft danke ich den Blutspenderinnen und -spendern sehr herzlich. Ihre vorbehaltlose Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen und deren Gesundheit und Überleben zu sichern, ist nicht hoch genug zu würdigen“, betonte Freundlieb.

Mit dem Ehrenzeichen und einer Urkunde wurde Harry Zepp für 175 Blutspenden geehrt, Volker Senft für 150 Spenden sowie Roger Kieser für 100 Spenden. Alle anderen Spender mit zehn bis 75 Spenden erhalten die Ehrennadel und Urkunden mit einem Anschreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Mannheim.

„Blut zu spenden beweist viel Solidarität. Es bekundet vorausschauendes Denken und großes Mitgefühl. Das Blutspendesystem basiert darauf, dass Menschen sich für ihre Mitmenschen verantwortlich fühlen und Vorsorge treffen, damit im Fall des Falles schnelle Hilfe möglich ist“, würdigte die Gesundheitsbürgermeisterin die Spender und unterstrich: „Sie sind mit ihrem lebensrettenden Engagement und ihrer grundsätzlichen Empathie für im Ernstfall ihnen unbekannte Menschen einmal mehr Vorbilder für die Gesellschaft.“

Trotz intensiver Forschung sei es bis heute noch nicht gelungen, Blut durch andere Stoffe zu ersetzen oder künstlich herzustellen. Auch ein noch so perfektes medizinisches Versorgungssystem sei bei bestimmten schweren und lebensbedrohlichen Verletzungen und Erkrankungen ohne die Möglichkeit, auf Blut aus Spenden zurückgreifen zu können, zum Scheitern verurteilt. Viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren seien nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden, so die Gesundheitsdezernentin. Dabei werde statistisch gesehen das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt, gefolgt von Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen könne es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen.

„Eine Stadt, die Blutspenden lebt“
Martin Oesterer, Bereichsleiter im DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen, hob in seiner Ansprache die hohe Blutspendebereitschaft in Mannheim hervor, die in den beiden vergangenen Jahren von 1.600 im Jahr 2016 auf 2.441 im Jahr 2018 gestiegen ist. Insbesondere bei den Erstspendern erreiche Mannheim Spitzenwerte: Während deren Quote im Landesdurchschnitt bei acht Prozent liegt, sind es Mannheim 44 Prozent. „Mannheim ist eine Stadt, die die Blutspende lebt“, so Oesterer. Insbesondere die Hochleistungsmedizin sei dringend auf die Spenden angewiesen und ohne diese nicht möglich, ergänzte Dr. Patrick Wuchter, Oberarzt am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie der Universität Heidelberg.

Ein Spender berichtete, dass er einmal sogar nachts für eine Blutspende für ein Neugeborenens angerufen worden sei. Insbesondere Spender seltener Blutgruppen oder für Trombozyten können auch als Notfallspender fungieren. Für alle sei die Spende eine Herzensangelegenheit, betonten die Geehrten, die zum Teil schon seit Jahrzehnten regelmäßig in Abstand von wenigen Wochen Blut spenden.

Die Gesundheitsbürgermeisterin appellierte an alle Bürger, ebenfalls mitzuhelfen, Leben zu retten und selbst Blutspender zu werden.