Mannheim auf Klimakurs: Städtischer Umweltpreis 2015 unter dem Motto „Regenwasser nachhaltig nutzen“ vergeben

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Mannheim auf Klimakurs: Städtischer Umweltpreis 2015 unter dem Motto „Regenwasser nachhaltig nutzen“ vergeben

Von Urban-Gardening und Gemüse, das auf einem Tiefbunker wächst, bis hin zu Moos-Sedum-Dächern, die Regenwasser aufnehmen und dadurch die Kanalisation entlasten: Der diesjährige Umweltpreis der Stadt Mannheim wurde am Donnerstag unter dem Motto ‚Regenwasser nachhaltig nutzen‘ im feierlichen Rahmen von Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala verliehen. „Der Umweltpreis 2015 macht vorbildliches Handeln zur Verwendung der natürlichen Ressource Regenwasser sichtbar“, betont Kubala in ihrer Rede und verdeutlicht: „Mein Dank gilt allen Preisträgerinnen und Preisträger, die dieses Thema aktiv umsetzen und dazu beitragen, dass das Stadtklima und der Luftaustausch verbessert sowie die Feinstaubbelastung gesenkt wird. Die ausgezeichneten Projekte stellen einen wichtigen Beitrag für die Umwelt- und Lebensqualität in Mannheim dar.“ Neben dem ökologischen Gewinn bringen Regenwassernutzung und Wasserversickerung aber auch einen ökonomischen Nutzen, denn Regenwasser nutzen „bedeutet Trinkwasser sparen und eine Kostenersparnis für private Haushalte und Unternehmen“, so Kubala.
 
Vorbildliche ökologische Projekte ausgezeichnet
13 vorbildliche Projekte zur nachhaltigen Regenwassernutzung in Mannheim wurden von der städtischen Jury unter der Leitung der Umweltbürgermeisterin in den Kategorien „Unternehmen“, „Private und Schulen“ sowie „Vereine“ ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten Projektgutscheine und Preise im Gesamtwert von 7.000 Euro. Im Rahmen der Preisverleihung hält Martin Bullermann vom Ingenieurbüro „Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH“ zum Thema „Potenziale der Regenwassernutzung für das Stadtklima“ einen Festvortrag.
 
Kategorie „Unternehmen“
In der Kategorie „Unternehmen“ wurde das Projekt ‚Regenwasserversickerung in einem Wohngebiet‘ der GBG-Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mit dem ersten Preis – dotiert mit 800 Euro - ausgezeichnet, das von der Jury als bestes Beispiel für eine konsequente, großflächige und zudem freiwillige Umsetzung beurteilt wurde. Zur Begründung heißt es: „Ökologisch vorbildlich und baulich ansprechend wurden Rasenmulden und Rinnensysteme ins Wohnumfeld integriert, sie sorgen neben der Ressourcenschonung auch für Schutz gegen Rückstau bei Starkregen.“
 
Der zweite Preis ging mit 600 Euro Preisgeld an die Karl Berrang GmbH für die Umsetzung des Projektes ‚Neubau Firmenzentrale mit Muldenversickerung‘. Hier wurde vorbildlich eine großflächige Regenwasserversickerung auf dem Firmengelände mit den erhöhten Anforderungen im Wasserschutzgebiet realisiert. Dazu gehören eine extensive Dachbegrünung und eine ansprechend gestaltete Rasenlandschaft für die Muldenversickerung.
 
Den mit 400 Euro dotierten dritten Preis erhielt das Vorhaben ‚Rigolenversickerung bei der Multifunktionshalle‘ der SAP Arena Betriebsgesellschaft für die vorbildliche Ausführung einer großflächigen Versickerung des Niederschlagswassers von den Dachflächen und dem weitläufigen Außengelände sowie für die extensive Dachbegrünung.
 
Kategorie „Private und Schulen“
In der Kategorie „Private und Schulen“ ging der erste Platz mit 800 Euro Preisgeld an Jürgen Herrmann mit dem Projekt ‚Regenwassersystem für Geschäftshaus‘ für die zukunftsfähige Lösung und freiwillige Umsetzung einer umfassenden Regenwassernutzung im denkmalgeschützten Gebäude der Alten Brauerei. Zur Begründung heißt es: „ Das Regenwasser wird in diesem Projekt nicht nur für die Dachbegrünung und Bewässerung genutzt, sondern auch innovativ als Brauchwasser im Sanitärbereich.“
 
An das Ehepaar Köhler ging der zweite Preis mit 600 Euro für die umfassende und konsequente Regenwasserspeicherung und -nutzung für die Bewässerung des Hausgartens. Das Projekt zeigt, dass es möglich ist, durch privates umweltfreundliches Engagement ausschließlich Regenwasser für die Gartenbewässerung zu verwenden und damit Trinkwasserressourcen zu schonen.
 
Gleich dreimal vergab die Jury den dritten Preis, der mit 400 Euro dotiert ist, für Projekte zur Verbesserung des Mikroklimas im dichtbesiedelten Stadtzentrum:
 
Das Projekt ‚Fassadengrün am Wohn- und Geschäftshaus‘ von Angelika und Andreas Schmucker zeichnet sich durch eine großflächige und architektonisch sowie gartenbautechnisch äußerst gelungene Fassadenbegrünung aus.
 
Rainer Schrauth erhielt für die nachhaltige Nutzung des Regenwassers zur Bewässerung des begrünten Hofes in der Innenstadt Platz drei.
 
Schließlich holte sich die Mozartschule ebenfalls einen dritten Preis für die vorbildliche Entsiegelung des Schulhofes, ein Beitrag im Sinne der Vorbildfunktion der Stadt.
 
Kategorie „Vereine“
In der Kategorie „Vereine“ überzeugte das Projekt ‚Wasserspielplatz im Kindergarten‘ mit der ressourcenschonenden Umsetzung und der Nutzung von Regenwasser in Verbindung mit einem umweltpädagogischen Ansatz und erhielt den ersten Platz mit 800 Euro Preisgeld. Zur Begründung heißt es: „Der Förderverein für den Kindergarten Arche Noah kann den Kindern durch das Projekt mit spielerischem Lerneffekt zeigen, wie Regenwasser sinnvoll dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird.“
 
Für den urbanen und generationsübergreifenden ‚Gemeinschaftsgarten auf Tiefbunker‘ der Gartengemeinschaft Lindenhof vergab die Jury den zweiten Preis, mit 600 Euro dotiert. Die engagierte und naturverbundene Gartengemeinschaft sorgt mit der Bepflanzung auf einer versiegelten Fläche für eine Verbesserung des Mikroklimas und fördert durch biologisches Gärtnern gleichzeitig Natur- und Artenschutz.
 
Auch in der Kategorie „Vereine“ teilen sich die drei Preisträger „Gartengemeinschaft Herzogenried“, „Urbaner Garten Mannheim“/Neckargärten und die „Begegnungsstätte Westliche Unterstadt e.V.“ mit den Projekten ‚Gartenvielfalt gemeinsam nutzen‘, ‚Gemeinschaftsgarten im Aufbau‘ und ‚Kräuteranbau im Stadtteilgarten‘ den dritten Platz mit je 400 Euro Preisgeld. Alle drei Projekte verbindet das Engagement für ressourcenschonendes urbanes Gärtnern mit dem Hintergrund des sozialen Miteinanders im Stadtteil.
 
Anstoß für weitere Projekte für eine ökologische Stadtentwicklung
Der kommunale Wettbewerb zeichnet jährlich Projekte mit Vorbildcharakter in den Bereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz aus. Mit dem Umweltpreis 2015 will die Stadt Betriebe, Vereine und auch Bürgerinnen und Bürger dazu anspornen, eigene Initiative zur Regenwassernutzung zu ergreifen und damit einen Beitrag zur ökologischen Stadtentwicklung zu leisten. „Ich wünsche mir, dass durch die Vorstellung der Wettbewerbsprojekte Betriebe, Vereine und Bürgerinnen und Bürger dazu angeregt werden, eigene Initiative zur Regenwassernutzung zu ergreifen“, betont Kubala am Ende noch einmal.