300.000 Euro vom Bund für Museumsschiff Oberbürgermeister und Kulturbürgermeister erfreut über Bundesförderung

Klaus Luginsland
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Heute wurde bekannt, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einen einmaligen Zuschuss von 300.000 Euro der „Gesellschaft zur Förderung des Deutschen Rheinschifffahrtsmuseums in Mannheim e.V.“ für die Erhaltung des Museumsschiffes bewilligt hat. Hierzu wurde eine Haushaltsposition bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geschaffen. Der Zuschuss kann im Jahr 2021 abgerufen werden.

Dies ist ein wesentlicher Baustein für die Sicherung der Wiederinbetriebnahme des geschichtsträchtigen Raddampfers, der im Neckar unterhalb der Kurpfalzbrücke liegt und seit Ende 2018 für die Öffentlichkeit geschlossen ist, da die Betriebsgenehmigung auslief. Um den Erhalt des Museumsschiffs und dessen Verbleib in Mannheim als Bildungs- und Begegnungsort sicherzustellen, hat sich eine Bürgerinitiative gegründet und die Übernahme des 91 Jahre alten Raddampfers in privater Trägerschaft angeboten. Die Gesellschaft zur Förderung des Deutschen Rheinschifffahrtsmuseums in Mannheim e.V. möchte das Museumsschiff am aktuellen Liegeort in der bisherigen Funktion weiter betreiben.

„Der Zuschuss des Bundes ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Museumsschiffs. Mit einer Gesamtsumme von 700.000 Euro, die damit in Aussicht steht, müsste die Finanzierung der Überholung des historischen Schiffs gesichert sein, und eine große Hürde überwunden“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Zusammen mit Mitteln des Technoseum (bis zu 250.000 Euro), des Landes Baden-Württemberg (50.000 Euro) und der Stadt Mannheim (100.000 Euro) steht damit die notwendige Sanierung durch den neuen Trägerverein auf stabilen Füßen.

"Wir sind daher dem Mannheimer Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel für seine erfolgreiche Initiative sehr dankbar, dass es jetzt mithilfe dieses Zuschusses gelingen wird, dass Museumsschiff in Mannheim zu erhalten", bewertet Kulturbürgermeister Michael Grötsch den erfolgreichen Einsatz.

Stadt entscheidet Anfang Dezember über eine Beteiligung von 100.000 Euro

Die entsprechende Beschlussvorlage der Stadt Mannheim sieht eine finanzielle Beteiligung von 100.000 Euro vor. Diese steht am 2. Dezember auf der Tagesordnung im Kulturausschuss. Die endgültige Entscheidung über die städtische Finanzierung soll eine Woche später, am 8. Dezember, im Hauptausschuss erfolgen.

Der städtische Zuschuss steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich das Land Baden-Württemberg mit 50.000 Euro ebenfalls beteiligt. Weitere Voraussetzung für einen Mannheimer Zuschuss ist, dass das Technoseum und der eingetragene Verein „Gesellschaft zur Förderung des Deutschen Rheinschifffahrtsmuseums in Mannheim“ einen notariellen Schenkungsvertrag zur Übertragung des Eigentums am Museumsschiff schließen. Zur Sicherstellung der Finanzierung seitens der Stadt sollen die zusätzlichen Mittel überplanmäßig in 2020 zur Verfügung gestellt werden.

Das Technoseum ist bereit, aus dem eigenen Stiftungsetat 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen, wenn ein tragfähiges Betriebs- und Finanzierungskonzept durch den Verein vorgelegt wird.

Technoseum-Direktor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke sieht der bevorstehenden Entscheidung positiv entgegen. „Ich freue mich, dass die auch von uns für interessant gehaltene langfristige Lösung im Hinblick auf den Erhalt des Schiffes durch die Bereitstellung finanzieller Mittel seitens der Stadt gesichert werden könnte. Gleichzeitig bekräftigen wir unser Angebot, durch Leihgaben aus unseren Sammlungsbeständen die Einrichtung einer Ausstellung zu unterstützen“, so Lüdtke.

Info: Das Museumsschiff „Mannheim“ ist seit Ende 1986 im Eigentum des Technoseum und verzeichnete bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher jährlich. Der Stiftungsrat des Technoseum hat in diesem Sommer beschlossen, den Raddampfer einer Mannheimer Privatinitiative anzubieten. Sollte dies nicht möglich sein, hat der Stiftungsrat festgelegt, das Angebot der Stadt Düsseldorf anzunehmen, den 91 Jahre alten Seiten-Schaufelraddampfer zu übernehmen. Die Landeshauptstadt hatte in den vergangenen Monaten ihr Interesse bekundet, das Schiff für das örtliche Schifffahrtsmuseum wieder herzurichten. In Düsseldorf wurde das Schiff von der Dampfschifffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein 1929 in Dienst gestellt, das dortige Schifffahrtsmuseum bewahrt aus dieser Zeit noch die originale Schiffsglocke der „Mainz“, wie der Raddampfer damals hieß.