OB-Videobotschaft an die neu Eingebürgerten Bedingt durch die Corona-Pandemie, kann die 22. Einbürgerungsfeier der Stadt Mannheim nicht wie sonst im Rittersaal des Schlosses stattfinden.

Stadt Mannheim
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Deshalb richtet sich Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in einer Videobotschaft an die 432 neu Eingebürgerten, die eigentlich zur Feier im Schloss eingeladen worden wären.
2019 wurden in Mannheim 762 Einbürgerungen vollzogen. Bis Ende Oktober 2020 wurden bereits 524 Menschen in Mannheim eingebürgert. Die Eingebürgerten kommen aus 74 verschiedenen Herkunftsländern.

In seiner Ansprache stellt der Oberbürgermeister vor allem die Bedeutung der demokratischen Werte heraus. Die Staatsbürgerschaft anzunehmen sei mit einem Bekenntnis zu den Grundwerten der Verfassung verbunden und zugleich mit Rechten und Pflichten für alle. Die Werte des Grundgesetzes müssten gelebt werden. „Voraussetzung für eine offene und freie Gesellschaft ist das klare Bekenntnis der Staatbürgerinnen und -bürger zu den Werten der Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Denn beides – staatsbürgerliche Grundrechte und Freiheit einerseits, wie staatsbürgerliche Verantwortung andererseits – sind in einer freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaft untrennbar miteinander verbunden. Die Stabilität einer freiheitlich-demokratischen Ordnung ist davon abhängig, dass die Menschen ihre Prinzipien auch tatsächlich tragen und leben“, so der OB.

Der Oberbürgermeister geht darauf ein, dass mit der Annahme der Staatsbürgerschaft auch das Annehmen der Geschichte eines Landes verbunden ist. Die historische Erfahrung aus der Weimarer Republik und die Folgen des Nationalsozialismus hätten bei der Formulierung des Grundgesetzes eine wichtige Rolle gespielt. „Das Grundgesetz entstand als Reaktion auf das historische Scheitern der Demokratie in Deutschland und die Erfahrung des nationalsozialistischen Faschismus. Das Verständnis unseres Landes als Wertegemeinschaft ist zwar erst wenige Jahrzehnte alt aber dieses Verständnis ermöglicht erst das diskriminierungsfreie Zusammenleben in Vielfalt. Und es eröffnet die Möglichkeit für Menschen unterschiedlichster Herkunft, sich zugehörig zu fühlen und sich mit Deutschland zu identifizieren“, stellte der Oberbürgermeister heraus.

Mit der Entscheidung zur Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit würden die Eingebürgerten Teil der Gemeinschaft politisch mündiger Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von ihrer Herkunft, unabhängig von kulturellen oder religiösen Identitäten. Er stellte heraus, dass unsere Gesellschaft von der Mitverantwortung und von Beteiligung lebe und wies auf die Möglichkeit zur Beteiligung im Rahmen der im nächsten Jahr anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen hin und auf die Möglichkeit, sich in Mannheim an politischen Prozessen zu beteiligen. Er verwies dabei auf das Leitbild Mannheim 2030, in dem das Ziel festgelegt ist, dass sich die Mannheimer*innen überdurchschnittlich in demokratischen Prozessen an der Entwicklung ihrer Stadt beteiligen. Und er schließt mit einem Appell für bürgerschaftliches Engagement: „Mit Ihrer Einbürgerungsentscheidung haben Sie eine persönliche Entscheidung getroffen, aber auch ein politisch relevantes Zeichen der Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft gesetzt. Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass dieses Gefühl der Zugehörigkeit für alle Bestand haben kann. Dafür kommt es auf viele an. Bleiben Sie deshalb interessiert und engagiert!“