Brückengeburtstag² - Zwei bedeutende Mannheimer Brücken feiern runden „Geburtstag“

 

Kurpfalzbrücke und Graßmannsteg feiern Jubiläum

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Die Kurpfalzbrücke - Brückenschlag über den Neckar:
Die Geschichte der Kurpfalzbrücke erstreckt sich über zwei Jahrhunderte, der aktuelle Geburtstag bezieht sich auf das heutige Bauwerk.

Die Kurpfalzbrücke ist seit 70 Jahren eine wichtige Verbindung zwischen dem Mannheimer Norden, insbesondere der Neckarstadt und dem nördlichen Eingang zur Quadratestadt. 187m lang, 28m breit und dank der besonderen Bauweise der Kurpfalzbrücke 42 % leichter als die 1926 erbaute Friedrich-Ebert-Brücke. Mit mutigem Ingenieurgeist ist es damals gelungen, ein Bauwerk zu erstellen, das mit seiner Schlankheit und dem geringen Baustoffaufwand in der damaligen Fachwelt größte Beachtung fand.

Eingeweiht wurde die sechsspurige Kurpfalzbrücke am 31. August 1950. Errichtet wurde die Brücke innerhalb von drei Jahren, die Baukosten betrugen 3,8 Mio. Reichsmark.

Vier Spuren für den PKW-Verkehr und zwei Spuren für die Straßenbahnen stehen zur Verfügung. Ihren Namen verdankt die Stahlbrücke unserer Region „Kurpfalz“ und der Tradition Mannheims. Die Kurpfalzbrücke ist ein Ersatzbauwerk für die 1945 zerstörte „Friedrichsbrücke“.

Der Graßmannsteg - Rheinauhafen:
Seit 90 Jahren ermöglicht der 132m lange und 3m breite Graßmannsteg im Rheinauhafen eine Überquerungsmöglichkeit für die Bevölkerung.

Die Lage des 1901 erbauten Rheinauhafens hatte zur Folge, dass die Landverkehrswege zu den zwischen den Hafenbecken gelegenen Landzungen über das südliche Ende des Hafens erfolgen mussten. Die Lage des Hafens war für die Einführung der Eisenbahnlinien in das Hafengebiet vom Bahnhof Rheinau aus äußerst vorteilhaft. Für den Personenverkehr wurde nach der Fertigstellung eine Nachenfähre über das östliche Hafenbecken im Zuge der Graßmann- und Zechenstraße eingerichtet. Schon bald wurde dieser Fährbetrieb beanstandet, weil der Verkehr auf den Eisenbahngleisen und der Schifffahrtsverkehr den Fährbetrieb stark behinderten. Außerdem musste der Fährbetrieb im Winter wegen Eisbildung eingestellt werden. Die Einstellung des Fährbetriebes hatte zur Folge, dass die meisten Personen einen Umweg von bis zu vier Kilometern machen mussten, um zum Ziel zu gelangen, das sie sonst über eine Entfernung von rund 400 m erreicht hätten.

Die mit der Benutzung der Fähre verbundenen Schwierigkeiten und Gefahren hatten bereits vor dem 1. Weltkrieg den Wunsch nach einer festen Fußgängerverbindung aufkommen lassen. Alle Bestrebungen zur Verwirklichung des Fußgängersteges scheiterten trotz der Bereitschaft der ansässigen Unternehmen sich an den Kosten zu beteiligen, an der Unmöglichkeit Zuschüsse von der öffentlichen Verwaltung zu erhalten.

Nachdem die Arbeitsgemeinschaft Industrie- und Hafengebiete und der gemeinnützige Verein Mannheim-Rheinau bereit waren, Zuschüsse in Höhe von 40.000 Reichsmark beizusteuern, konnte das Projekt verwirklicht werden. Im Bürgerausschuss am 15. November 1929 wurde der Bau des Fußgängersteges mit einem Aufwand von 170.000 Reichsmark beschlossen.

Das Bauwerk wurde als Stahl-Nietkonstruktion ausgeführt. Die einstige Gehwegplatte aus Eisenbeton des Stegs wurde im Jahr 2003 durch Stahlplatten ersetzt, die mit einer verschleißfesten Kunstharzbeschichtung versehen wurde.