Co-Trainer-Ausbildung geht in die dritte Runde BBS bildet erneut Menschen mit geistiger Behinderung zu Co-Trainern aus

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Mitte November traten 10 hochmotivierte Sportler mit geistiger Behinderung den zweiten Teil ihrer Ausbildung zum Co-Trainer beim Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband e. V. (BBS) an. Aufgeregt, wissbegierig und voller Erwartungen fanden sie sich an der barrierefreien Südbadischen Sportschule in Baden-Baden Steinbach ein.
Der erste Ausbildungstag liegt bereits vier Wochen zurück. In dieser Zeit konnten die angehenden Co-Trainer das bereits Erlernte in ihren Heimatvereinen austesten und neue Erfahrungen sammeln. Stolz berichtete eine Teilnehmerin, dass sie bereits einige Übungen in ihrer Gruppe ausprobieren konnte und alle hellauf begeistert waren.
Die Co-Trainer-Ausbildung ist Teil der umfangreichen, von der Aktion Mensch geförderten BBS-Zukunftskampagne für Menschen mit geistiger Behinderung „Sport vereint“. Die Co-Trainer werden im Rahmen der Ausbildung befähigt, den Übungsleiter während der Stunde zu unterstützen. Sie können nach Abschluss der Ausbildung Teile der Sportstunde (Anfangs- oder Schlussteil) eigenständig anleiten. Ziel ist es, Trainer-Tandems, bestehend aus Übungsleitern und Co-Trainern, in den Vereinen zu verankern, um langfristig die ehrenamtliche Vereinstätigkeit der Co-Trainer zu fördern.
Die Besonderheit der Ausbildung liegt vor allem in der zielgruppengerechten Vermittlung komplexer Lehrgangsinhalte. „Hierfür ist jede Menge Kreativität gefragt“, erläutert Sport-Inklusionsmanagerin Kim Früh. So wurde für jedes Spiel und jede Übung eine Übungskarte kreiert, die von den Co-Trainern anschließend im Verein 1:1 eingesetzt werden können. Komplexe Inhalte wie motorische Fähigkeiten und der Ehrenkodex werden in Leichte Sprache übersetzt und in praktischen Übungen verdeutlicht. Ein Teilnehmer betont die Wichtigkeit des Ehrenkodex: „Ein Co-Trainer muss sich um andere kümmern, Hilfsbereitschaft ist sehr wichtig.“ Jeder Co-Trainer erhält im Rahmen der Ausbildung die Gelegenheit, Spiele und Übungen anzuleiten. Damit die Co-Trainer für die Einheiten in den Heimatvereinen gewappnet sind, wird dabei das Co-Trainer-Verhalten mit den Teilnehmern geübt und reflektiert. Um den besonderen Bedürfnissen der Teilnehmer gerecht zu werden, setzt der BBS für diese Sonderausbildung mit drei Referentinnen (Eva Klavzar, Kim Früh und Fiona Friedrich) ein Maximum an Personal ein.
Dass das neu entwickelte Konzept die Bedürfnisse der Teilnehmer trifft, zeigt die große Nachfrage am Lehrgang und die Tatsache, dass die Teilnehmer das theoretisch erlernte Wissen problemlos reproduzieren können. Wie wichtig die Co-Trainer-Ausbildung dem BBS ist, zeigt sich daran, dass Geschäftsführer Michael Eisele nachmittags persönlich an die Sportschule kam, um den Teilnehmern zu gratulieren. Gerührt und voller Stolz nahmen die neuen Co-Trainer ihre Urkunden, T-Shirts und Medaillen entgegen. Nachhaltigkeit wird beim BBS großgeschrieben, deshalb werden alle Co-Trainer im Nachgang zur Ausbildung in ihren Heimatvereinen besucht und weiter unterstützt.
Ein Teilnehmer berichtet voller Stolz von seiner Aufgabe: „Ich freue mich, dass ich jetzt Co-Trainer bin und hoffe, dass ich im Verein umsetzen kann, was ich hier gelernt habe.“ Auch die Antwort auf die Frage, was den Co-Trainern besonders gut gefallen hat – „Einfach Alles!“ – verdeutlicht, dass das Konzept zur Co-Trainer-Ausbildung ein voller Erfolg ist.