Ermittlungserfolg der Staatsanwaltschaft und des Zolls gegen zwei Schwarzarbeiterringe/Sechs Personen festgenommen

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03.05.2017 – 11:37
 
 
Gießen (ots) - Gießen/Darmstadt/Bad Hersfeld In Hessen ist Ermittlern der Bad Hersfelder Finanzkontrolle Schwarzarbeit, des Hauptzollamtes Gießen und der Steuerfahndungen Offenbach und Wiesbaden unter Federführung der Staatsanwaltschaft Darmstadt ein Ermittlungserfolg gegen organisierte Schwarzarbeit auf dem Bau gelungen.

Die Ermittlungsgruppe "IDEFIX" des Zolls, die Steuerfahndung Offenbach und die Staatsanwaltschaft Darmstadt haben heute in einer großangelegten Festnahme- und Durchsuchungsaktion, an der mehr als 700 Beamten von Zoll und Steuerfahndung beteiligt waren, zeitgleich 60 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Maßnahmen richteten sich gegen 25 Beschuldigte die zwei Tätergruppierungen aus dem Bereich der organisierten Schwarzarbeit im Baugewerbe zuzurechnen sind.

Der Schwerpunkt der Maßnahme lag in Frankfurt/M. und dem Rhein-Main-Gebiet.

Gegen sechs mutmaßliche Haupttäter der beiden Schwarzarbeit-Netzwerke lagen bereits Haftbefehle vor, die vollstreckt wurden. Wegen besonderer Gefährdungslagen aufgrund ihrer Gewaltbereitschaft und wegen Verdunklungsgefahr wurden drei Verdächtige in den frühen Morgenstunden durch eine Spezialeinheit des Zollkriminalamtes (ZUZ) festgenommen.

Den Tätergruppierungen wird gewerbsmäßiger Betrug sowie Hinterziehung von Steuern und Vorenthalten von Sozialabgaben vorgeworfen. Sie sollen unter Zuhilfenahme fingierter Nachunternehmer Bauaufträge mit Personal ausgeführt haben, welches mit zu niedrigen Löhnen oder gar nicht zur Sozialversicherung angemeldet war. Nach bisherigen Ermittlungen schätzen Staatsanwaltschaft und Zoll, dass so den Sozialkassen und dem Fiskus im Tatzeitraum von Oktober 2013 bis 2017 Sozialversicherungsbeiträge und Steuern insgesamt in Höhe von annähernd 14 Millionen Euro vorenthalten wurden.

"Die Beschuldigten stehen im Verdacht einen sogenannten Kettenbetrug begangen zu haben, bei dem mit fingierten Zahlungen und Scheinrechnungen von mehreren Scheinfirmen Schwarzgeld generiert wurde, um damit die Schwarzarbeiter zu bezahlen. Dabei haben sie sich einer Reihe von Firmen bedient, um die kriminellen Taten zu verdecken, Einnahmen zu verschleiern und Kontrollen zu erschweren", sagt Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes Gießen.

"In chronologischer Abfolge wurden neue Scheinfirmen gegründet und Strohmänner als Geschäftsführer eingesetzt, um ein Aufdecken der Taten zu erschweren", so Bender.

Ausgangspunkt der Ermittlungskomplexe war eine Geldwäscheverdachtsanzeige gegen eine vermeintliche Baufirma mit Sitz in Neu-Isenburg. Die Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Firma um eine sogenannte "Servicefirma" handelt. Im Folgenden wurden weitere Scheinfirmen, unter anderem in Dietzenbach, identifiziert, die die Ermittler auf die Spur von zunächst 13 Baufirmen führte, die von diesen Firmen Scheinrechnungen nutzten. Im weiteren Verlauf konnte durch die Ermittlungen eine zweite Tätergruppe identifiziert werden, die mit gleicher Vorgehensweise arbeitete und zur Einleitung eines eigenen Ermittlungskomplexes führte.

Unter den festgenommenen Personen befinden sich auch die mutmaßlichen Hintermänner der Organisationen. Es handelt es sich dabei um zwei Serben im Alter von 42 und 44 Jahren, einen 46-jährigen Kroaten, einen 36-jährigen Deutschen, einen 47-jährigen Australier, serbischer Herkunft sowie eine 43-jährige Kroatin. Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik aus-gewertet werden.

In Folge der Maßnahmen wurden 18 Personen, die dem Täterkreis zugeordnet werden, beim Polizeipräsidium Südhessen erkennungsdienstlich behandelt und eingehend vernommen sowie Vermögenswerte gesichert.

Speziell geschulte Finanzermittler des Zolls sicherten Vermögenswerte in einer Gesamthöhe von 13,7 Millionen Euro durch Pfändung von Konten und Forderungen für erbrachte Bauleistungen.

Bei dem Einsatz wurden auch drei Bargeldspürhunde des Zolls und der hessischen Landes-polizei eingesetzt. In mehreren Wohnungen und Geschäftsräumen fanden die Ermittler Bargeld von insgesamt mehr als 200.000 Euro, das gepfändet wurde. Ebenso wurde bei einem Beschuldigten ein Luxus-Pkw im Wert von über 30.000 Euro gepfändet. Darüber hinaus wurden vier Pistolen mit der entsprechenden Munition dazu sowie ein Schlagring sichergestellt.

Die Maßnahmen dauern noch an.