Stadtmuseum: Neues partizipatives Projekt, Sonderausstellungen und Kooperationen

Ludwigshafen, den 11. Februar 2019

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Mit fünf abwechslungsreichen Sonderausstellungen, einer Exkursion und verschiedenen Kooperationsprojekten bietet das Stadtmuseum im Rathaus-Center 2019 eine abwechslungsreiche Mischung an Themen für Menschen jeden Alters an. Ergänzt wird das vielfältige Programm durch Vorträge, Exkursionen sowie die Fortsetzung der Gesprächsreihe "Vielfalt macht stark".
Bei einem Pressegespräch am Montag, 11. Februar 2019, stellten der Leiter des Bereichs Kultur der Stadt, Dietrich Skibelski, und Museumsleiterin Dr. Regina Heilmann das Jahresprogramm des Stadtmuseums vor.
Als erste der fünf Sonderausstellungen zeigt das Stadtmuseum vom 15. Februar bis zum 30. März die Ausstellung "19.1.1919 – 100 Jahre Frauenwahlrecht. Künstlerinnen porträtieren Frauenwahlrechtskämpferinnen".
"Ludwigshafen in den 1950er Jahren – Fotografien von Annadore Rieder" ist der Titel der zweiten Sonderausstellung in diesem Jahr. Die 1950er Jahre waren für die Stadt Ludwigshafen, ihre Stadtentwicklung und ihr wachsendes Selbstverständnis nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine bedeutsame Epoche. Vieles wurde auf den Weg gebracht; der Wohlstand wuchs, das Stadtbild veränderte sich und neue Bau- wie Verkehrskonzepte entstanden. Die Ausstellung mit Fotografien der verstorbenen Ludwigshafener Bürgerin Annadore Rieder stellt die Menschen im Ludwigshafen der 1950er-Jahre in den Mittelpunkt. Viele Aufnahmen sind dabei in Friesenheim, Hemshof und Oppau, ein kleiner Teil aber auch in der Innenstadt entstanden. Auch die persönliche Biografie von Annedore Rieder als Frau ihrer Zeit wird thematisiert. Entstehen wird ein individuelles Portrait der Stadt in einer Zeit rasanter Entwicklung in all ihren damaligen Facetten, das vom 26. April bis zum 27. Juli 2019 zum Entdecken einlädt.
In Kooperation mit dem Stadtarchiv zeigt das Stadtmuseum vom 15. Juni bis zum 27. Juli 2019 seine dritte Sonderausstellung "Mit glühenden Kugeln" zur Revolution von 1848/49 und greift dabei besonders die Ereignisse in und um das damals noch junge Ludwigshafen auf. Historische Stiche, Aquarelle, Lithographien und Gemälde zum sogenannten Gefecht von Ludwigshafen runden die Ausstellung ab.
Ab dem 15. September bietet die vierte Sonderausstellung "Grüße aus Ludwigshafen – Ansichtskarten aus 160 Jahren Stadtgeschichte" bis zum 19. Oktober 2019 Gelegenheit, wahre Schätze an Postkarten und anderen Souvenirgegenständen zu bestaunen. Bis zum großen Durchbruch der Ansichtskarten in Deutschland dauerte es noch etwa bis 1896. Anschaulich wird so die Entwicklung der Stadt und ihrer früher teils eigenständigen Stadtteile von den Gründungsjahren über zwei Weltkriege bis hin zur Gegenwart beleuchtet. Herausgekommen soll dabei eine bunte Mischung aus heiteren aber auch ernsteren Momenten der Stadtgeschichte. Thematisiert wird in der Ausstellung auch die Frage, wie sich die Kommunikationsformen im Laufe der Jahre verändert haben und welche Einflüsse sich auf das "Image" der Stadt ausgewirkt haben. Bei der Ausstellung greift das Stadtmuseum auf umfangreiche Bestände im Stadtarchiv zurück. Doch auch zahlreiche Privatsammlerinnen und -sammler bewahren Schätze auf und in so manchen Familien finden sich vielseitige Kartenmotive aus unterschiedlichen Generationen. Wer dem Stadtmuseum Ansichtskarten und auch Souvenirs aller Art für das Ausstellungsprojekt zur Verfügung stellen möchte, kann sich an Museumsleiterin Dr. Regina Heilmann wenden.
Die letzte Sonderausstellung im Stadtmuseum im Jahr 2019 "111 Jahre Karnevalsgesellschaft Klotzgrumbeer – Fasnacht im Wandel der Zeiten" widmet sich vom 15. November 2019 bis zum 29. Februar 2020 der Geschichte und Gegenwart der Ludwigshafener Fasnacht am Beispiel des Traditionsvereins Klotzgrumbeer e.V. aus Rheingönheim, der mit dem kommenden Jahreswechsel seinen 111. Geburtstag feiert. Viele Fotografien und Exponate aus seiner Vereinsgeschichte erzählen vom Ludwigshafener Karneval im Wandel der Zeiten. Die Ausstellung thematisiert außerdem die Rolle von Vereinen in der heutigen Gesellschaft.
Vortragsreihen, Projekte und Einzelveranstaltungen
Fortgesetzt wird in diesem Jahr die Gesprächsreihe "Vielfalt macht stark" von Stadtmuseum und Beauftragter für Integration und Migration. Stattfinden werden die Gespräche im Mai und Oktober 2019.
Weiter geht auch die Kooperation des Stadtmuseums mit dem Frauencafé Ludwigshafen und deren FörderPlus-Programm an der Grundschule Gräfenauschule. Es bietet Kindern im März und April die Möglichkeit, ein Modell ihrer "Stadt der Zukunft" zu bauen. Dazu bieten sechs Workshops Gelegenheit. Anschließend präsentieren die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse. Ihr Stadtmodell wird in die Dauerausstellung übernommen.
Ein Vortrag mit anschließender Exkursion zum Thema "Ludwigshafen und seine Franzosenhäuser – architektonische Denkmäler aus der Zeit der französischen Besetzung der Pfalz nach Ende des Ersten Weltkriegs" – in Kooperation mit dem Stadtarchiv und der Unteren Denkmalschutzbehörde – bietet Gelegenheit, sich am 7. und 8. September mit diesem historischen Thema auseinanderzusetzen. Der Vortrag und die Exkursion sind ein Beitrag zum Tag des Offenen Denkmals 2019.
Gegen Ende des Jahres startet darüber hinaus ein partizipatives biographisches Medienprojekt zum Thema "Jugendwelten – Jugendträume". Hier sollen über einen längeren Zeitraum Menschen im Alter zwischen 15 und 105 Jahren zu ihren persönlichen Eindrücken und Erlebnissen, aber auch Sorgen und Wünschen als Jugendliche in Ludwigshafen befragt werden. Aus den filmischen Interviews wird ein Ausstellungsformat entstehen, das voraussichtlich 2021 der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Weitere Einzelveranstaltungen zu unterschiedlichen stadthistorischen Themen und Persönlichkeiten kommen im Lauf des Jahres hinzu, über die jeweils zeitnah informiert werden wird.
Das Stadtmuseum ist von Mittwoch bis Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen sind für Schulklassen und Gruppen ab sechs Personen nach Terminabsprache möglich.