Bis dato umfangreichste Studie belegt Wirtschaftskraft von Caravaning-Tourismus trotz Corona


Regionalanalyse zeigt ökonomisches Potenzial in deutschen Landkreisen
Frankfurt am Main, 30. November 2021
Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) hat den Caravaning-Tourismus in Deutschland genauer untersucht. Die bis dato umfangreichste Studie zu diesem Thema belegt dessen enorme ökonomische Bedeutung. Berücksichtigt wurden dabei die Einflüsse der Corona-Pandemie. Das dwif hat zudem das Potenzial von und den Bedarf für den Reisemobiltourismus in den einzelnen Regionen untersucht. Erfolgreiche Praxisbeispiele, Fallstudien und ein Potenzial-Leitfaden zeigen, wie Reisegebiete von der steigenden Beliebtheit der Urlaubsform profitieren können.
Eine neue Studie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) hat die große Bedeutung des Camping- und Reisemobiltourismus für die deutsche Wirtschaft bestätigt. Im vergangenen Jahr bescherten Urlauber mit Reisemobil und Caravan der heimischen Wirtschaft 14,1 Milliarden Euro Umsatz. Das sind rund 12 Prozent mehr als noch 2016. Dieses Ergebnis
konnte trotz der Corona-Pandemie erzielt werden, die insbesondere in der ersten Jahreshälfte einen weitgehenden Stillstand des Tourismus notwendig gemacht hatte. So trug der Caravaning-Tourismus dazu bei, in einer der schwersten ökonomischen Krisen
in der Geschichte der Bundesrepublik zehntausende Arbeitsplätze zu sichern. Insgesamt verzeichneten deutsche Reisemobilstellplätze 2020 10 Millionen Übernachtungen.
Damit stieg der Marktanteil von Übernachtungen auf Stellplätzen an der Gesamtzahl der touristischen Übernachtungen in Deutschland um über 50 Prozent. 
Bedarfs- und Potenzialanalyse der Reisegebiete
Das dwif hat zudem die deutschen Landkreise und Regionen hinsichtlich des Bedarfs an Reisemobilstellplätzen untersucht und daraus die regionalen Potenziale für Reisemobiltourismus ermittelt. Die größten Umsätze wurden an Mosel und Saar (23,2 Millionen Euro), an der Ostsee (16,1 Millionen Euro), am Niederrhein (14,4 Millionen Euro), in der Lüneburger Heide (12,9 Millionen Euro) und im mittleren Schwarzwald (11,7 Millionen Euro) erzielt. Den höchsten Anteil von Reisemobilübernachtungen an der Gesamtzahl aller touristischen Übernachtungen weisen folgende Gegenden auf:
Unterelbe-Unterweser (23,4 Prozent), Haßberge (22,6 Prozent), Mittelweser (18,0 Prozent), Fränkisches Seenland (16,2 Prozent), Werra-Meißner-Land (14,9 Prozent), 
Fränkisches Weinland (13,1 Prozent), Mosel/Saar (13,0 Prozent), Thüringer Rhön (12,7 Prozent). Dass darunter viele touristisch eher schwächer entwickelte Gebiete sind, zeigt, dass auch solche Landstriche vom Reisemobiltourismus profitieren können, die nicht zu
den klassischen Urlaubsdestinationen gehören.
Studie bietet Leitfaden und Hilfestellung für private und kommunale Entscheider Die Erkenntnisse der bis dato umfangreichsten Studie zu diesem Thema helfen kommunalen und privaten Investoren bei der Entscheidungsfindung. Als konkrete Hilfestellung umfasst das Paper einen dezidierten Potenzial-Leitfaden zur Bedarfs- und Potenzialermittlung von Reisemobilstellplätzen. Hier finden Interessierte auch weitere Anlaufstellen und Beratungsangebote zu allen wichtigen Fragen rund um den Bau und Betrieb von Stellplätzen, darunter die Planungshilfe des CIVDs. Die Wissenschaftler haben zudem in drei Fallstudien denkbare Konzepte zum standortspezifischen Bau von Stellplätzen in drei stark unterschiedlichen Gegenden – Uckermark, Starnberger Seenlandschaft und Ostfriesland – exemplarisch aufgezeigt. Des Weiteren beleuchtet die wissenschaftliche Arbeit erfolgreiche Beispiele aus der Praxis detailliert. „Wie kaum
eine andere Branche war die Tourismuswirtschaft von der Corona-Pandemie betroffen.
Nach monatelangen Einschränkungen suchten viele Bürgerinnen und Bürger einen Weg, sicher Urlaub zu machen, und setzten daher verstärkt auf Camping“, sagt Thomas Bareiß, MdB und Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus. „Für eine erfolgreiche Entwicklung der Campingbranche auch in Zukunft sind Innovationen und zielgerichtete Investitionen gefordert. Für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft gilt es, die richtigen Weichen zu stellen – dafür liefert diese Studie wertvolle Erkenntnisse“, so der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister weiter. „Caravaning hat sich in der Pandemie als resiliente Urlaubsform erwiesen. Damit sie ein starker Wirtschaftsmotor bleibt, ist die Politik gefordert: Es gilt, die Urlaubsform in der nationalen Tourismusstrategie zu berücksichtigen und die Rahmenbedingungen für sie zu verbessern. Konkret geht es um den Ausbau der Infrastruktur. Hier können gezielte Förderprogramme und der Abbau bürokratischer Hürden entscheidende Impulse setzen. Das stärkt den Tourismusstandort Deutschland“, ergänzt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD). 

Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD)
PM