Faustballer des TV-Käfertal sind Deutscher-Vizemeister

(Foto: DFBL) Die 3 Siegerteams, links der TV Käfertal
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(WN) Es gab noch nie ein Finale, bei der der große Favorit, TSV Pfungstadt, so hart arbeiten musste, um seine Erfolgsserie - 7 Titel hintereinander - aufrecht zu erhalten. Erst nach fünf spannenden Sätzen, gegen den TV-Käfertal, gehen die Hessen als erneute Meister vom Feld.

Käfertal hatte schon in der Vorrunde schwere Hindernisse aus dem Weg zu räumen; in der ersten Runde traf man auf den mehrfachen Deutschen Meister und Vizemeister, VFK Berlin. Die Berliner, mit Lukas Schubert am Schlag, waren seit Jahren eine Hausnummer im Deutschen Faustball.

Der Zweite der Bundesliga Süd, TV-Käfertal, hatte den besseren Start. Marcel Stoklasa und Nick Trinemeier stellen die erfahrenen Berliner immer wieder vor unlösbare Aufgaben und erspielen ihrem Team demzufolge erste Satzbälle: VfK-Angreifer Sebastian Kögel schlägt ins Aus – 11:7. Berlin braucht ein wenig, um in die Begegnung zu finden, gestaltet das Spiel anschließend aber deutlich offener. So führen die Hellblauen mit 7:5 und 8:7. Der Satzausgleich wird der Mannschaft um Ex-Nationalspieler Lukas Schubert jedoch verwehrt. Mit einer 4-Punkte-Serie holt Käfertal das 11:8.

(Foto: DFBL) Eleganz und Dynamik - Marcel Stoklasa mit vollem Einsatz
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Einen Klassenunterschied sehen die Zuschauer vor allem im dritten Durchgang. Die „Buwe“ aus Mannheim führen schnell mit 9:1 und haben bei 10:2 eine Menge Matchbälle. Doch ein Leinenservice von Sebastian Kögel wirft Berlin aus der DM und bringt Käfertal ins Halbfinale. Für Käfertal spielten: Nick Trinemeier, Marcel Stoklasa, Maximilian Breier, Felix Klassen, Nico Müller.

Gegner des TVK ist am Samstagnachmittag Nordmeister TSV Hagen, der als Meister der Nordstaffel bereits zuvor für das Halbfinale qualifiziert war. „Egal gegen wen wir antreten müssen, es wird ein harter Brocken. Käfertal geht aufgrund der bisherigen Saisonleistungen leicht favorisiert in das Viertelfinale“, fasst Teamkapitän Ole Schachtsiek die Erwartungen zusammen.

Doch auch die Käfertaler hatten sich viel vorgenommen, Trainer Leo Goth schickt die gleichen fünf Spieler, die gegen Berlin gewannen aufs Spielfeld und die Spieler um Mannschaftskapitän Felix Klassen zeigten von Anfang an, dass man ein ebenbürtiger Gegner ist. Bei 5:5 ist dann plötzlich ein Bruch im TSV-Spiel. Während Käfertal einen Angriff nach dem nächsten durchbringt, gelingt Hagen kein einziger Punkt. Das Resultat ist ein klares 11:5 für den TVK.

Mit Anpfiff des zweiten Abschnitts ist Hagen aber dann wieder mit dabei und kann Käfertaler Führungen immer wieder ausgleichen. Zur Satzmitte übernimmt dann wieder die Mannschaft aus Mannheim das Zepter und zwingt Hagen bei 9:6 zum ersten Wechsel der Partie: Für Robin Kuhlmann kommt der deutlich offensivere Florian Kutscher. Den Satzverlust verhindert das nicht mehr: 11:6 und 2:0 Käfertal. Der Zweitplatzierte aus dem Süden macht es dem Ersten aus dem Norden weiter schwer. Hagen kann sich mühsam ein 6:4 erspielen, das Käfertal jedoch schnell wieder egalisiert. Es bleibt weiter eng, bis Marcel Stoklasa einen Angriff zu Käfertaler Matchbällen nutzen kann. Und mit dem nächsten Ball, über Robin Kuhlmann, beendet er den Satz und das Match. Mit 3:0 (5:11, 6:11, 8:11) hatten die Mannheimer das Finale erreicht.

(Foto: DFBL) Nick Trinemeier - hochkonzentriert bei der Vorbereitung des Angriffs
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Im letzten Spiel der Brettorfer DM treffen die beiden stärksten Mannschaften der Bundesliga-Süd aufeinander. Nach dem Motto „Ändere nie ein erfolgreiches Team!“, schickt Trainer Leo Goth die gleiche Mannschaft ins Spiel. Im ersten Satz kamen die Käfertaler „BUWE“ überhaupt nicht ins Spiel, die Abwehr konnte ihren Angriff überhaupt nicht in Position bringen und mit 11:4 überrollte Patrik Thomas die Käfertaler. Neuer Satz, altes Bild auch nach dem Seitenwechsel. Patrick Thomas` Urgewalt kann Käfertals Marcel Stoklasa nicht bieten – so eilt der Seriensieger schon wieder in Riesenschritten davon. Erst 6:3, dann 8:3 und wenige Minuten später schon wieder 10:4. Die Pfungstädter geben heute ein anderes Bild ab als im Halbfinalkrimi am Samstag. Zweimal kann der TVK abwehren, dann ist auch dieser Satz mit 11:6 Geschichte.

Als im dritten Durchgang viele der Zuschauer schon mit einem glatten Durchmarsch rechnen, kamen die Käfertaler endlich ins Spiel. Vier Punkte machen die Mannheimer in Folge. Marcel Stoklasa bringt seine Aufgaben durch, die Abwehr konnte ihren Angriff endlich ins Spiel bringen. Und sie bauen das 4:0 sogar noch aus, profitieren dazu von einigen Pfungstädter Patzern. So geht der Durchgang klar mit 11:5 an Käfertal.

Im vierten Satz dann Faustball vom „Feinsten“ Die zahlreichen Zuschauer gehen mit - stehender Beifall. Beide Mannschaften zeigen alles was Faustball zu bieten hat, akrobatische Abwehr und dynamische trickreiche Angriffe. Bei 7:5 für den TVK spricht viel für den Satzausgleich, doch dann macht der große Favorit noch einmal ernst: Nach drei Pfungstadt-Punkten in Serie kann Patrick Thomas auch einmal einen seiner gefürchteten Preller verwandeln. Käfertal kommt aber noch einmal zurück – Marcel Stoklasa verwandelt trickreich zum 9:9. Nach Thomas-Ausball hat der TVK die Chance auf den Satzausgleich. Doch der Ausnahme-Angreifer prellt unerreichbar auf die Ränge. Dann ein sensationeller Rettungsball von Stoklasa, den Dennis Gruber nicht mehr erreicht. Marcel legt gleich das 13:11 nach – Entscheidungssatz.

Auch im fünften Satz ein Spiel auf Augenhöhe, Die Käfertaler Abwehrspieler, Nico Müller, Felix Klassen und Maximilian Breier, laufen zur Höchstform auf, Käfertal liegt beim letzten Seitenwechsel 5:6 hinten, führt kurz darauf mit 9:8 – und verpasst die letzten beiden Punkte: Marcel Stoklasa serviert ins Netz und Pfungstadts Dennis Gruber verwandelt zum vielumjubelten 11:9 und 3:2-Sieg.
Dennoch ist für den Turnverein 1880 Käfertal e.V. dieser 2. Platz ein riesiger Erfolg. Man hatte den hohen Favoriten TSV Pfungstadt an den Rand einer Niederlage gebracht und kann den Titel Deutscher Vizemeister mit Stolz tragen. Glückwunsch an den Trainer und die Mannschaft.

(Foto: DFBL) TV Käfertal Deutscher Vize-Meister 2022
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oben: v.L. Maximilian Breier,Felix Klassen, Christof Jugel,Moritz Kiefer, Nico Müller,Fabian Braun,Nick Trinemeier, Marcel Stoklasa

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