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SV Waldhof – Pyros, nein danke.

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(GM) Seit Tagen wird in den Medien über das Verbot einer Choreographie - mit Blockfahne - beim Spiel des SV Waldhof gegen den Halleschen FC berichtet und wieder einmal gehen die Emotionen hoch. Dabei wird auch erneut das schwierige Verhältnis zwischen einzelnen Fangruppierungen und der Geschäftsführung des SVW deutlich.

Das ausgesprochene Verbot verwundert Sören Runke, den ehemaligen Fanbeauftragten, da seines Wissens weder der SV Waldhof noch der Hallesche FC eine Choreografie angemeldet hat. Allerdings kann Runke bei diesem Thema nur für sich sprechen, da er keine Kenntnis davon hat, was einzelne Fanclubs für den Samstag planen. Tatsache ist, dass das Choreo-Verbot haushohe Wellen schlägt und dabei die Frage erlaubt sein darf, ob es nötig ist, wegen dieses Verbots solch „ein Fass aufzumachen“.

Das Verbot der Blockfahne gilt zunächst nur für dieses eine Spiel und möglicherweise hat die Geschäftsführung des SV Waldhof da auch nur vorbeugend gehandelt, um das leidige Abbrennen von Pyrotechnik zu verhindern. Dazu Geschäftsführer Markus Kompp: „Choreografien in Verbindung mit Blockfahnen, oder wie gegen Rostock in Verbindung mit einem Vorhang vor dem Fanbereich, werden dazu benutzt, sich zu vermummen um Pyrotechnik zu zünden und die Täterermittlung zu erschweren. Dies ist die aktuelle Begründung für das Choreografie-Verbot.“

Tatsächlich wird das Abbrennen von Pyrotechnik von vielen Fans als unproblematisch gesehen. Selbst Stadionsprecher Stephan Christen ließ sich zu dem Ausspruch hinreißen: „Ich finde Pyros geil!“
Sören Runke berichtet, dass die Frankfurter Fans, beim Pokalspiel gegen die Eintracht, von der Stimmung im Carl-Benz-Stadion begeistert und dass es in Mannheim nicht nur „Klatschpappenpublikum“ gäbe.
Eine weitere Tatsache ist jedoch, dass Pyrotechnik vom DFB generell verboten ist und der SV Waldhof beim DFB ohnehin „unter Beobachtung“ steht. Das macht Markus Kompp auch noch einmal deutlich: „Pyrotechnik ist verboten und schadet dem eigenen Verein. Dass Fans anderer Vereine dies im `fremden Wohnzimmer` gut finden, ist noch lange kein Argument, Pyrotechnik gut zu finden.“

Beim Thema Pyrotechnik scheinen es sich viele Fans in der Tat etwas zu einfach zu machen. Markus Kompp hat sicher recht, wenn er sagt: „Solange durch Pyrotechnik nichts passiert, ist nicht `schlimm`, aber was ist, wenn durch Pyrotechnik Mensch en verletzt werden. Wer trägt dann die Verantwortung?“

Die Verantwortung liegt dann einzig und allein beim SV Waldhof und die Geschäftsführung würde als erstes kritisiert werden – vor allem in den Medien - sollte es durch Pyrotechnik zu Verletzungen kommen. Die Verantwortlichen beim SV Waldhof können also gar nicht anders, als alles zu tun, um das Abbrennen von Pyrotechnik zu verhindern. Da wäre die Einsicht aller Fans wünschenswert. Aber auch die Einsicht dieser Medien, die der Geschäftsführung aufgrund des Verbots „billigen Aktionismus“ vorwerfen und „Kollektivstrafen“ verurteilen.

Es ist erst wenige Wochen her, dass sich die Geschäftsführung des SV Waldhof in einer großen Mannheimer Zeitung wegen der Vorkommnisse beim Relegationsspiel gegen den KFC Uerdingen, am 27. Mai 2018, nachträglich noch einmal massiven Vorwürfen ausgesetzt sah. Jetzt beugt man offenbar einer Wiederholung solch einer Gefahr vor und wird erneut kritisiert.
Natürlich treffen hier völlig unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, auf der einen Seite, die Fans, die ihr Team mit allen verfügbaren Mitteln unterstützen wollen – leider auch mit verbotenen – auf der anderen Seite die Verantwortlichen, die darauf zu achten haben, dass die nun einmal vorhandenen Regularien eingehalten werden müssen.

Der SV Waldhof hat viele tolle Fans, Fans um die uns viele andere Vereine beneiden, aber leider schadet manches Fanverhalten dem Verein auch, so phantasievoll es auch sein mag. Und es ist nun einmal – auch - die Aufgabe eines Geschäftsführers, Schaden von einem Verein abzuwenden.
Auch dazu hat Markus Kompp einen klaren Standpunkt: „Wer dem SV Waldhof schadet, ist kein Teil der Waldhof-Familie und muss somit mit den Konsequenzen leben, die ja ausreichend bekannt sind. Und wer wegen eines solchen Verbots dem Team den Support verweigert, zeigt, dass es ihm nicht um den Erfolg der Mannschaft, sondern nur um eigene Interessen geht.“

Wie sehr das Abbrennen von Pyrotechnik – und ein möglicherweise daraus resultierender Spielabbruch – ist, zeigte das Relegationsspiel gegen Uerdingen ja ausreichend. Und auch dass dem SV Waldhof dieses Aktion dem SV Waldhof nachhaltig geschadet hat, steht ja außer Zweifel. Eine mögliche Begründung, dass in anderen Stadien viel häufiger und mehr gezündelt wird, kann auch nicht gelten – Verbot bleibt Verbot. Und das Abbrennen von Pyros gehört eben nicht „irgendwie dazu“. Am wichtigsten jedoch: Kein Team wird sich auf das eigene Spiel konzentrieren können, wenn eine Begegnung wegen des Abbrennens von Pyrotechnik eine Begegnung unter- oder gar abgebrochen wird. Damit werden die Leistung der Spieler und die Arbeit des Trainerteams im Grunde zunichte gemacht. Und das kann kein echter Fan wollen.

Viele Jahre haben die Fans des SV Waldhof auf die Rückkehr in den Profifußball gehofft – endlich, nach drei missglückten Versuchen, wurde dieses große Ziel erreicht. Sollte das nicht ausreichend Grund zur Freude sein? Und die kann auf vielerlei Art und Weise gezeigt werden – wir haben eine klasse Stadionhymne, die Gesänge von der Otto-Siffling-Tribüne erzeugen immer wieder aufs Neue Gänsehaut, die Transparente der Fans sind überwiegend phantasievoll und geistreich, die Unterstützung für die eigenen Mannschaft könnte nicht besser sein. Also warum nur dann noch das Abbrennen von Pyrotechnik? Zumal es sich doch gezeigt hat, dass es der Mannschaft niemals hilft, sondern tatsächlich nur schadet.

Das Verbot der Blockfahne für das Spiel gegen Halle, liegt einzig und allein darin begründet, dass „im Schutz“ dieser Fahne erneut Pyros entzündet werden könnten. Das will die Geschäftsführung verhindern – nicht mehr und nicht weniger. Es wäre am Samstag wünschenswert, dass das Team von Bernhard Trares von zahlreichen Fans lautstark und originell unterstützt würde – das Abbrennen von Pyrotechnik ist dazu sicher nicht nötig.

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