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1:5 – Hardtwälder schocken Hanseaten

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SV Sandhausen schlägt den HSV 5:1 und verhilft Heidenheim zur Relegation
(GM) Vor zwei Jahren zeigten Plakate im Hamburger Hauptbahnhof, wie man von der weltberühmten Hansestadt nach Sandhausen kommt. Der Bundesliga-Dino war wenige Monate zuvor aus dem Fußball-Oberhaus abgestiegen und musste zu seinem ersten Zweitliga-Auswärtsspiel beim SV Sandhausen antreten.

Inzwischen weiß man in Hamburg – und ganz besonders beim HSV – ganz genau, wo Sandhausen liegt und vor allem, wer der SV Sandhausen ist. „16.000-Einwohner-Gemeinde schockt Millionenstadt“, hätte eine der Schlagzeilen jener Meldungen heißen können, die in den Zeitungen die Sensation verkündeten. Im ehrwürdigen Volksparkstadion, der einstigen Spielstätte des großen deutschen Fußballidols, Uwe Seeler, unterlag der Hamburger Sportverein gegen die Hardtwälder mit, sage und schreibe, 1:5. Und das in einem Spiel, in dem es für den HSV um alles ging – um den seit zwei Jahren ersehnten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga – und für Sandhausen im Grunde um nichts mehr. Der Klassenerhalt war längst geschafft, das zwischenzeitliche Saisonziel, einstelliger Tabellenplatz, nur knapp verpasst. Was will man mehr?

Die Profis von Borussia Dortmund und dem 1.FC Köln hatten es am Samstag vorgemacht, wie man in so ein Spiel um die „Goldene Ananas“ gehen kann – unmotiviert, uninspiriert und lustlos. Aber die Mannschaft von Uwe Koschinat ging mit einer völlig anderen Einstellung ins Spiel. Den bestmöglichen Saisonabschluss erreichen, nichts herschenken, den Wettbewerb nicht verzerren und vielleicht dem FC Heidenheim etwas zurückgeben, der im Jahr zuvor am letzten Spieltag den FC Ingolstadt schlug und nicht zuletzt dadurch dem SVS den Klassenerhalt sicherte.

Der Sportliche Leiter des SV Sandhausen drückte es richtig aus: „Ganz Fußballdeutschland hat auf uns geschaut. Unsere Mannschaft hat heute ihren Riesencharakter mal wieder unter Beweis gestellt.“
In der Tat zeigte Uwe Koschinats Team den Charakter, den andere Teams vermissen ließen. Getreu dem Slogan des SV Sandhausen: „Wir! Echt anders.“

Den Mannschaften, die am vergangenen Wochenende, in - für sie - bedeutungslosen Spielen Charakter und Fairplay gezeigt haben, widmete das Fußball-Magazins „11 Freunde“ heute den folgenden Beitrag:
Während der BVB und der 1. FC Köln mit grotesken Vorstellungen am letzten Spieltag den Wettbewerb ve¬zerren, geben Union Berlin, Sandhausen, Kiel und Bielefeld alles, um die Glaubwürdigkeit der Liga wiederherzustellen.
Dass sich der SV Sandhausen, Gegner des HSV, am Volkspark um irgendeinen Ehrenpreis bewerben würde, zog niemand in Betracht. Dabei spielt der Klub aus der zweitkleinsten Bundesligastadt …… nun bereits seit neun Jahren in der zweiten Liga und erweist sich Jahr für Jahr als zunehmend renitent auch in Aufeinandertreffen mit großen Gegnern. Die Folge: Mit 5:1 deklassierte die Mannschaft von Uwe Koschinat den Hamburger SV im eigenen Stadion. Als Ursache für den Kampfeswillen der Seinen hatte der Coach vor Anpfiff angegeben, als der SV im Vorjahr am letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangte, hätte der 1. FC Heidenheim im für ihn bedeutungslosen Match gegen den FC Ingolstadt schließlich auch alles gegeben. Der FCI musste nach einer 4:2 Niederlage in die 3. Liga. Nun revanchierten sich die Sandhäuser.“

Am Ende des Beitrags bedankte sich „11 Freunde“ bei Union Berlin, Holstein Kiel, Arminia Bielefeld und dem SV Sandhausen dafür, „dass Ihr auch ohne Anfeuerungsrufe aus der Kurve alles gegeben habt und Euch damit um die Glaubwürdigkeit des Profifußballs verdient macht“.

Vor dem Spiel beim HSV bewertete Uwe Koschinat die Saison, auf einer Skala von 1 bis 10, vorsichtig mit einer 5, wohl auch unter dem Eindruck der Heimniederlage gegen Dynamo Dresden. Nach diesem Saisonabschluss sollte der ehrgeizige Coach, der bekannt dafür ist, hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen, die zurückliegende Spielzeit noch einmal bewerten. Man darf sicher davon ausgehen, dass sein Fazit jetzt positiver ausfällt.

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