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SV Waldhof – Ludwig Siffling gestorben

(Foto: Spowo) Ludwig Siffling, 2018, Ehrung für 85 Jahre Mitgliedschaft beim SVW.
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(GM) Im Alter von 98 Jahren starb gestern Ludwig Siffling, einer der erfolgreichsten Waldhöfer der 1940er und frühen 1950er Jahre. Der kleine, flinke Außenstürmer hat – alleine in der Oberliga Süd – von 1945 bis 1954 sage und schreibe 150 Spiele für Blau-Schwarzen absolviert und dabei 35 Treffer erzielt.

Ludwig nahm bis zum Schluss an den Treffen der Clubs der Ehrenmitglieder und Goldnadelträger teil, war bis zum Schluss geistig rege und war ein angenehmer und unterhaltsamer Gesprächspartner, der viele Geschichten über den Waldhof erzählen konnte.

Der Cousin des großen Otto Siffling wurde gewissermaßen auf der Straße entdeckt, als er mit Schulkameraden das beliebte „Kellerlöcherles“ spielte. Eine Nachbarin sagte: „Dem Otll (Siffling) sein Cousin spielt immer auf der Straße. Den müsst ihr einmal sehen.“
Als man ihn drängte, zum Waldhof zu gehen, antwortete er. „Des geht nädd. Isch hab` kää Schuh`“. 1933, mit zwölf Jahren wurde Ludwig Siffling dann Mitglied beim SV Waldhof. Ein Vereinsvertreter kam mi einer „Bescheinigung“ für ein paar Fußballschuhe, die, wie Ludwig Siffling später erzählte, „beim Schuhhaus Grimm gekauft wurden, das sich an der Ecke Oppauer Straße/Altrheinstraße befand.“

Eine weniger lustige Geschichte ist sein Karriereende beim SV Waldhof als er bei einem Spiel in Aschaffenburg schwer verletzt wurde. Der Aschaffenburger Ernst Lehner traf ihn bei einem Fallrückzieher im Gesicht; dabei verlor Ludwig Sifflin 7 (!) Zähne. „Isch glaab die such uff`m Schbortplatz heit noch meu Zäh`“, so beendete er meist die Erzählung aus diesem Erlebnis. „Un da Schiedsrichter, der Schwoowekopp hot noch nädd ämol Freischdooß gepiffe.“ Unfassbar: Am nächsten Tag ging er trotz dieser Verletzung, wie gewohnt zur Arbeit, „beim Benz.“
Nach seiner aktiven Karriere war Ludwig Siffling noch viele Jahre als Trainer tätig, unter anderem beim SV Sandhausen. Mit dem VfR Bürstadt gelang ihm 1956 der Aufstieg in die 1. Amateurliga Hessen. Seine älteren Brüder, Heiner und Oskar spielten ebenfalls beim Waldhof und so wurde der „kleine“ Ludwig, hinter Cousin Otto und seinen Brüdern nur „Siffling IV“, genannt, aber das hat ihn nie gestört. Seit 1972 wohnte er im pfälzischen Wörth, wo er gestern auch starb. Am 7. Oktober wäre er 99 Jahre alt geworden.

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