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Nachrichten der Sepp-Herberger-Stiftung

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Fußball hinter Gittern – der Ball rollt wieder
Ein Nachmittag Anfang Juni in der Jugendanstalt Hameln – das Warten hatte endlich ein Ende: Nach beinahe drei Monaten kehrten die Fußballer des Teams der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ zurück auf den Platz. „Die Jungs haben sich richtig gefreut, wieder gegen den Ball zu treten. Das hat man ihnen angesehen, obwohl noch nicht alles funktioniert hat. Es hat ja auch lange genug gedauert“, schmunzelt Michael Wehmann. Seit 2012 nimmt die JA Hameln an der bundesweiten Resozialisierungsinitiative unserer Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit teil. Genauso lange kümmert sich Wehmann um das Team und das Training hinter Gittern. Erlebt hat der Sportübungsleiter dabei einiges. Doch die Corona-Pandemie mit Besuchsverbot, wochenlanger Unterbrechung des Trainingsbetriebs und der Sorge, das Virus könne die Haftanstalt erreichen, hatte mit den bisherigen Erfahrungen so gar nichts zu tun.

Chance genutzt: Vom Häftling zum Schiedsrichter
Vor rund vier Jahren absolvierte der heute 31-jährige Frank (Name geändert) als Häftling einen von unserer Stiftung unterstützten Schiedsrichter-Lehrgang in der Justizvollzugsanstalt im rheinland-pfälzischen Frankenthal. Inzwischen lebt er längst in Freiheit. Er hat einen festen Job, eine Partnerin – und bis heute mehr als 300 Spiele geleitet. An den Beginn des neuen Lebensweges kann sich Frank noch gut erinnern. Es war ein Sonntag im September 2016. Zum ersten Mal leitete der damals 27-Jährige als Schiedsrichter eine Partie. Es war ein E-Junioren-Duell zweier namhafter Klubs der Region. „Ich war aufgeregt, nervös und froh, die üblichen Abläufe rund um ein Match zumindest als Spieler gut zu kennen. Letztlich ist dann alles glatt gelaufen“, erinnert sich Frank und betont, dass er von den Erfahrungen als Schiedsrichter auch abseits des Platzes profitiere. Die Ausbildung in der JVA sei für ihn eine Chance zur Veränderung gewesen, betont Frank. Er hat diese Chance genutzt.

Sepp-Herberger-Tage: Fußballfest für Schulen und Vereine
Am 4. Juli jährte sich ein ganz besonderer Tag in der deutschen Fußballgeschichte zum 66. Mal: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt! Tor! Toor! Tooor!“ – 3:2 für die deutsche Nationalmannschaft durch Helmut Rahn. „Aus! Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“ schallte es in den deutschen Radios nach Abpfiff der Partie. Die Mannschaft um Bundestrainer Sepp Herberger sicherte mit dem Finalsieg über Ungarn den ersten Stern auf dem Trikot des DFB-Teams. Das „Wunder von Bern“ brachte nicht nur ganz Deutschland zum Feiern, sondern auch viele Kinder auf die Wiesen zum Fußballspielen. Alle versuchten sie, das Finale nachzuspielen. Damit Kinder nicht nur nach solch großen Erfolgen der Nationalmannschaft Fußball spielen und sich gemeinsam bewegen, gibt es auch heute noch die Sepp-Herberger-Tage. Ein Fußballfest für Grundschulen und Fußballklubs.

Digitale Kopfball-Challenge mit einem 48-fachen Nationalspieler
Seit Jahren engagieren wir uns für Fußballerinnen und Fußballer mit Handicap. Das Engagement im Behindertenfußball ist eine der tragenden Säulen unserer Stiftung. Während der Corona-Pandemie konnten und können natürlich auch die Inklusionsteams nicht wie gewohnt gemeinsam Fußball spielen. Gemeinsam mit verschiedenen Vereinen haben wir ein attraktives Programm für zuhause ausgearbeitet. Dazu zählte auch eine digitale Kopfball-Challenge an der sich sogar der 48-fache Nationalspieler und Stiftungsbotschafter Jens Nowotny beteiligte.

Inklusionsfußball: Trainingstipps für Corona-Zeiten
Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Das in diesen Tagen mögliche Training in Kleingruppen verlangt auch von den Trainern der Inklusionsmannschaften noch mehr Kreativität bei der Trainingsplanung ab. Verschiedene Dribbelaufgaben und Wettkampfformen helfen, die ausbleibenden Spielformen zu ersetzen. Auch in diesen Zeiten können abwechslungsreiche Trainingseinheiten angeboten werden, die bei allen Beteiligten für Spaß und Spannung sorgen. Auf der Homepage des DFB finden sich in einem spezifischen Corona-Portal für Handicap-Fußballer/innen zahlreiche Tipps, Hinweise und exemplarische Übungsformen für ein erfolgreiches Training unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorgaben.

Die Termine der Stiftung
Der Fußballkreis Mannheim lädt am 29. August D-Junioren-Teams zu seinem jährlichen Sepp-Herberger-Turnier nach Weinheim ein. Nur wenige Tage später, am 12. September, startet die Blindenfußball-Bundesliga mit einem Stadtspieltag in Erfurt in die neue Saison. Am 18. September findet die nächste Vorstandssitzung unserer Stiftung statt. Einem weiteren Spieltag der Blindenfußball-Bundesliga am 19. und 20. September auf dem Vereinsgelände von Borussia Dortmund folgen vom 28. September bis 7. Oktober bundesweite Aktionstage in Justizvollzugsanstalten. Der finale Spieltag in der Blindenfußball-Bundesliga ist ebenfalls terminiert – er findet am 24. Oktober als Stadtspieltag in Magdeburg statt.

“Covid-19”: Erst Kurzarbeit, dann arbeitslos
Plötzlich war die Not groß. Plötzlich hatte das Coronavirus die Welt im Griff – und auch Daniel Güney ist unmittelbar betroffen. Als Trainer der U19 des VfR Aalen hatte er von heute auf morgen eigentlich keine Aufgabe mehr, an Fußballspielen war erstmal nicht mehr zu denken. Der Verein beantragte Kurzarbeit und Daniel Güney verlor einen wichtigen Teil seines Einkommens und später seinen Job. Genau für solche Fälle, in denen Menschen durch Covid-19 unverschuldet in Not geraten sind, hat unsere Stiftung gemeinsam mit Nationalspieler Jonathan Tah einen Corona-Nothilfefonds ins Leben gerufen. Durch Zufall wurde Güney auf die Möglichkeit aufmerksam. „Heute bin ich einfach nur glücklich, dass ich auf die Aktion gestoßen bin. Es ist eine unglaubliche Hilfe für mich.“

Unbürokratische Hilfe in der Corona-Krise
Die große Fußballfamilie hilft sich, wenn einzelne Mitglieder unverschuldet in Not oder wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind. Ein Beispiel für die Hilfe ist die Geschichte von Oliver Stephan. Der 49-Jährige engagiert sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Fußballkreises Rhein-Lahn im Fußballverband Rheinland. Hauptberuflich arbeitet Stephan im Lager und Versand eines Etikettenhandels. Sein Arbeitgeber musste im Zuge der Corona-Krise Kurzarbeit anmelden. In dieser Situation ist Oliver Stephan auf unseren Corona-Nothilfefonds aufmerksam geworden: „Es lief alles völlig unkompliziert. Das ist wirklich eine großartige Aktion. Ich kann nur jedem empfehlen, der die Notwendigkeit hat, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.“

Sepp-Herberger-Stiftung

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