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Die Sportwoche gratuliert Paul Breitner …

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… der heute 70 Jahre alt ist.
(GM) Angesichts der vielen Titel, die er in seiner Karriere errungen hat, steht außer Zweifel, dass Paul Breitner einer der erfolgreichsten Fußballer ist, die Deutschland je hatte.
Er war mit dem FC Bayern fünf Mal Deutscher Meister, gewann zweimal den DFB-Pokal und holte 1974 den Europapokal der Landesmeister (heutige Champions League). Zudem wurde er mit Real Madrid zweimal Spanischer Meister und einmal Pokalsieger.

Auch mit der Nationalmannschaft feierte er die größten Erfolge; 1972 die Europameisterschaft und zwei Jahre später den Weltmeistertitel, an dem er nicht zuletzt mit einem verwandelten Strafstoß, im Finale gegen die Niederlande, maßgeblichen Anteil hatte.
Aber den Menschen, Paul Breitner, nur an seinen Erfolgen festzumachen, würde ihm nicht gerecht werden. Paul Breitner war eine Führungspersönlichkeit, ging immer voran und übernahm Verantwortung, nicht nur, wenn alles optimal lief. Er war Sprachrohr seiner Generation und in den Mannschaften, in denen er spielte und das schon in sehr jungen Jahren. Er war noch keine 23 Jahre alt, als er sich im Finale der WM 1974, bei 0:1-Rückstand, den Ball schnappte, um besagten Strafstoß auszuführen. Mit Wolfgang Overath, Jürgen Grabowski, Franz Beckenbauer, Bernd Hölzenbein und selbstverständlich auch einem Torgarant wie Gerd Müller, standen weit erfahrenere Akteure auf dem Platz. Aber er, der Jungspund, dem niemand – und schon gar nicht der damalige Bundestrainer, Helmut Schön – den Auftrag zur Ausführung des Elfmeters gegeben hatte, übernahm die Verantwortung, deren Größe ihm nach eigener Aussage erst viel später bewusst wurde.

Das war es, das Paul Breitner auszeichnete. Er hatte eine große Klappe, gewiss, es war aber auch allerhand dahinter. Er hatte etwas zu sagen und das tat er auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ob es anderen Leuten passte oder nicht. Und er sagte das, was er sagen wollte unverblümt und unmissverständlich. Das brachte ihm nicht nur Freundschaften ein, ganz im Gegenteil, Freundschaften, wie die zu seinen ehemaligen Mannschaftskollegen, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, zerbrachen daran. Als Breitner im Oktober 2018 den unrühmlichen Auftritt von Hoeneß und Rummenigge bei der Pressekonferenz harsch kritisierte, in welcher sich die beiden Vereinsbosse über das „menschenunwürdige Verhalten“ der Presse ausließen, und sich Rummenigge sogar auf einen Hinweis auf den Paragrafen 1 des Grundgesetzes verstieg, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist, hatte Uli Hoeneß seinen einstigen Weggefährten aufgefordert, künftig zu Ehrentribüne des FC Bayern zu „meiden“. Breitner hatte daraufhin seine Ehrenkarte zurückgegeben und das Kapitel FC Bayern für sich beendet.

So konsequent wie sein Spiel auf dem Fußballplatz, so konsequent ist auch seine Haltung in allen anderen Bereichen seines Lebens. Glamour war nie die Welt des am 5. September 1951 im oberbayrischen Kolbermoor geborenen Paul Breitner. Seit 15 Jahren geben er und seine Frau Hildegard jeden Montag an einer Münchner Tafel Lebensmittel an Bedürftige aus. Dann rackert der ehemalige Fußball-Weltstar in Schlapphut und blauer Schürze genauso wie er einst auf dem Fußballplatz gerackert hatte. Dort fühlt er sich offensichtlich deutlich wohler, als zwischen Münchner Promis auf der Ehrentribüne der Allianz-Arena.

Paul Breitner

Wir wünschen Paul Breitner alles Gute zu seinem 70.Geburtstag und hoffen, dass das was er zu sagen hat, auch weiterhin lautstark und deutlich tut.

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