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SV Waldhof – VfL Osnabrück 3:3

(Foto: PIX/M.Ruffler) Martinovics 3. Treffer, der Elfmeter zum 3:2-Zwischenstand
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Achterbahnfahrt im Carl-Benz-Stadion – Dominik Martinovic „Man oft the Match“
(GM) 0:1-Rückstand, 2:1-Führung, 3:2-Führung und am Ende unentschieden 3:3 – das sind die nüchternen Zahlen der Begegnung zwischen dem SV Waldhof und dem Tabellenzweiten der 3. Liga, VfL Osnabrück. Dazwischen erlebten die 8.413 Zuschauer im Carl-Benz-Stadion nach etwas zäher Anfangsphase ein, über weite Strecken, rasantes Fußballspiel bei dem es nach 90 Minuten – verdientermaßen – keinen Verlierer gab.

Beim SV Waldhof gab es einige Veränderungen gegenüber der letzten Partie – Timo Königsmann hütete wieder das Tor und auch Jesper stand in der Anfangsformation ebenso wie Hamza Saghiri, Joseph Boyamba und Anton Donkor. Leider musste Trainer Patrick Glöckner auf Adrien Lebeau verzichten, der immer noch an seiner Verletzung aus dem Pokalspiel gegen Union Berlin laboriert.

Die Begegnung begann recht lebhaft. In der 3. Minute erkämpfte sich Donkor im Mittelfeld den Ball, setzt Boyamba ein, dessen Hereingabe von der linken Seite kann Osnabrücks Torhüter Kühn, nur abklatschen, Marc Schnatterer kommt von der Strafraumgrenze zum Schuss, aber dieses Mal hält Kühn sicher. Kurz darauf gibt es den ersten Eckball für Osnabrück, den Königsmann per Faustabwehr klärt; Boyamba leitet einen Konter ein, sein Abspiel landet aber im Niemandsland (5.). Zwei Minuten später schlägt Schnatterer einen weiten Ball auf Martinovic, der, nicht im Abseits, läuft allein auf Kühn zu, doch der VfL-Torhüter ist weit aus seinem Tor und ist einen Tick eher am Ball.

In der 8. Minute hat der SV Waldhof allerdings Riesenglück, Höger lässt sich von Opoku den Ball abjagen, der Osnabrücker legt sich den Ball zurecht, zieht ab und trifft den linken Innenpfosten. Fraglich, ob Königsmann diesen Ball erreicht hätte.
In der Folge nähern sich beide Teams dem gegnerischen Tor fast nur bis zur Strafraumgrenze an. Vieles spielt sich im Mittelfeld ab. Die Partie verläuft kampfbetont aber fair – bis zur 27. Minute, als Kleinhansel im Laufduell Martinovic von den Beinen holt und zu Recht die Gelbe Karte sieht. Wenig später kommen die Gäste mit viel Tempo über die rechte Seite, Traoré passt in die Mitte zu Kunze, der zwei Meter vor dem Waldhöfer Strafraum abzieht und sehenswert zum 0:1 in die linke Ecke trifft - Königsmann ist ohne jede Abwehrchance (29.).

Die Führung für den VfL war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal unverdient. Mit zunehmender Spieldauer hatte der Waldhof etwas den Druck aufs gegnerische Tor vermissen lassen, während die Gäste bei ihren Angriffen etwas zielstrebiger agierten. Doch wie aus dem Nichts schlug der SV Waldhof zurück. Boyamba steckte zwischen zwei Abwehrspielern hindurch auf Martinovic, der hart an der Grenze zum Abseits durchstartete, auch vor Torhüter Kühn eiskalt blieb und flach zum 1:1 einschob (36.). Und noch vor der Pause dreht der SV Waldhof das Ergebnis. Boyamba wird von Costly bedient, scheitert zunächst an Kühn, der den Waldhöfer Angreifer beim zweiten Versuch von den Beinen holt – Elfmeter. Martinovic legt den Ball auf den Punkt und verwandelt sicher zum 2:1, in der 44. Minute.
Vom Anstoß weg kommt Osnabrück noch einmal gefährlich vor das Waldhöfer Tor, aber Königsmann zeigt sich beim Schuss von Kleinhansl auf dem Posten und hält die Führung für seine Mannschaft fest. Gleich darauf pfeift Schiedsrichter Richard Hempel die erste Halbzeit ab.

Gleich vom Anpfiff der zweiten Halbzeit weg wird deutlich, dass Osnabrück so schnell wie möglich den Ausgleich will. Simakala hält bei einem Freistoß aus knapp 30 Metern direkt drauf, der Ball geht aber deutlich über das Tor (47.). Doch der Waldhof hält dagegen und hat in der 52. Minute sogar die Möglichkeit auf 3:1 zu erhöhen, dich Costlys Schuss, nach Vorarbeit von Schnatterer zieht knapp über den Querbalken. Kurz darauf Aufregung auf der anderen Seite. Schnatterer hat im eigenen Strafraum Simakala am Fuß getroffen, der Osnabrücker fällt, aber der Unparteiische pfeift nicht, vielleicht, weil der Osnabrücker etwas zu leicht zu Boden gegangen war (55.). Unstrittig ist aber, dass Simakala von Schnatterer getroffen wurde. Im Anschluss an diese Szene bekommt Kunze noch die Gelbe Karte, weil er beim Schiedsrichter zu vehement reklamiert hatte.

Osnabrück macht weiter Druck, während der Waldhof zusehends Probleme bekommt, sich zu befreien. In der 65. Minute gibt es Eckball für den VfL, in der Mitte steigt Simakala hoch, ebenso schulmäßig wie unbehelligt, und köpft wuchtig zum 2:2 ein – das hatte sich fast angedeutet. Eine Minute später geht Saghiri vom Feld und wird von Fridolin Wagner ersetzt. Wenig später kommt auch noch Gilian Jurcher für Costly, dazwischen hatten die Platzherren zwei Möglichkeiten durch Donkor sowie einen Fallrückzieher von Martinovic, aber beide Male konnte Kühn parieren.

Die Einwechselung von Jurcher machte sich fast umgehend bezahlt. In der 75. Minute taucht der Angreifer frei vor Kühn auf und wird vom Osnabrücker Keeper buchstäblich umgerammt. Der Unparteiische zeigte sofort auf den Punkt und zeigte Kühn zusätzlich die Gelbe Karte. Erneut übernimmt Martinovic Verantwortung und drischt den Ball knallhart und sicher zum 3:2 in die linke Ecke (76.), direkt vor den Fans auf der OST. Doch leider kommt Osnabrück erneut zum Ausgleich. Nach einem Zusammenspiel von Higl und Beermann – im Waldhöfer Strafraum – will Seegert in höchster Not klären und trifft dabei aus kurzer Entfernung ins eigene Netz, unhaltbar für Königsmann.

Obwohl beide Teams anschließend weiterhin offensiv bleiben, mangelt es an Druck für den möglicherweise entscheidenden Treffer. Weitere Einwechselungen, Gohlke für Schnatterer (86.) und auf Osnabrücker Seite gleichzeitig Trapp für Kunze und in der ersten Minute der fünfminütigen Nachspielzeit Bertram für Opoku, nehmen noch Zeit von der Uhr, sodass es beim 3:3 bleibt, mit dem beide Mannschaften durchaus leben können, auch wenn VfL-Trainer Scherning etwas mit dem nicht gegebenen Elfmeter hadert und Waldhof-Coach Patrick Glöckner bedauert, dass eine zweimalige Führung nicht zum Sieg gereicht hat.

SV Waldhof Mannheim – VfL Osnabrück 3:3 (2:1)
Waldhof: Königsmann - Sommer, Verlaat, Seegert, Donkor, Saghiri (66. Wagner), Höger, Costly (72. Jurcher), Boyamba, Schnatterer 86. Gohlke), Martinovic
Osnabrück. Kühn - Traoré, Gugganig, Beermann, Kleinhansl, Klaas (72. Bapoh), Köhler, Kunze (86. Trapp), Simakala, Wooten (72. Higl), Opoku (90.+1 Bertram)
Tore: 0:1 Kunze (29), 1:1 Martinovic (36.), 2:1 Martinovic (44. EM), 2:2 Simakala (65.), 3:2 Martinovic (76. EM), 3:3 Seegert (82.); Schiedsrichter: Richard Hempel; Zuschauer: 8.413

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