Hamburger SV – SV Sandhausen 4:2

SVS Logo

SVS unterliegt in Hamburg
Die letzte Partie der Hinrunde endet für den SV Sandhausen mit einer 2:4-Niederlage (0:1) beim Hamburger SV. Nach einer ersten Halbzeit ohne gefährliche Gäste-Torchance geht der SVS mit einem 0:1 Rückstand in die Pause, um sich nach eben dieser umgehend mit dem Ausgleich zurückzumelden. Den zweiten Rückstand konnte die Schwartz-Elf noch ausgleichen, mit dem Treffer zum 2:4 sorgte der HSV für die Entscheidung.

Vier Änderungen in Hamburg
Nach der Partie gegen Heidenheim tauscht Alois Schwartz vier Positionen seiner ersten Elf: Für den gesperrten Alexander Esswein (5. gelbe Karte), Dario Dumic, Janik Bachmann und Patrick Drewes (verletzt, nicht im Kader) starten Nikolai Rehnen, Cebio Soukou, Tom Trybull und Ahmed Kutucu. Vor Torhüter Rehnen formieren Bashkim Ajdini, Immanuel Höhn, Aleksandr Zhirov, Tom Trybull und Philipp Ochs die Fünferkette. Merveille Papela auf der defensiven Sechs wird von Chris und David Kinsombi auf den Außenbahnen flankiert. Als Doppelspitze sollen Ahmed Kutucu und Cebio Soukou für den SVS auf Torejagd gehen.

Hamburg macht Druck
Die Hamburger bauen zu Beginn mächtig Druck auf und erspielen sich einige Chancen, der SVS zieht sich in die Abwehr zurück. Das Hamburger Offensiv-Pressing macht den Gästen zu schaffen: Nach einem Abstimmungsfehler in der Sandhäuser Hintermannschaft kann Reis ungestört in den Strafraum marschieren und muss nur noch auf Dompé ablegen. Doch bevor der Hamburger Flügelstürmer einschieben kann, setzt Immanuel Höhn mit einer Grätsche zur Rettungstat an – Glück für den SVS (4.).

HSV dominiert im Volkspark
In den ersten zehn Minuten haben die gänzlich schwarz gekleideten Männer vom Hardtwald alle Hände voll zu tun, den HSV an der Führung zu hindern: Immer wieder gelingt es den Rothosen, über die Flügel durchzudringen und mit gefährlichen Flanken für Unruhe zu sorgen.

Voller Einsatz in der Abwehr
Die Mannschaft von Alois Schwartz will das Spiel beruhigen und sucht Entlastung in der Offensive, wo sich nach überlegten Verlagerungen Räume auftun. Doch statt zur Ruhe zu kommen wird die SVS-Abwehr umgehend durch einen Konter gefordert: Dompé kommt frei zum Schuss, den Trybull nur mit vollem Körpereinsatz blocken kann. (14.).

Erste SVS-Chance nach 21 Minuten
Nach etwas mehr als 20 Minuten hat sich der Druck der Hamburger etwas gelegt, doch die Angriffe der Hausherren bleiben weiterhin gefährlich. In dieser Phase kommt Kutucu zur ersten Chance für den SVS: Seinem Kopfball fehlt jedoch der Druck, sodass Hamburgs Schlussmann Heuer Fernandes klären kann (22.).

Glatzel bringt Hamburg in Front
Einen langen Ball auf der Außenbahn kann Dompé in vollem Lauf mitnehmen und per Flachpass Glatzel bedienen, der im Zentrum lauert. Der Hamburger Torjäger lässt Rehnen mit dem ersten Kontakt aussteigen und schiebt zur Führung ein (27.).

Gefahrlose Sandhäuser Angriffe
Bis zur Halbzeit kontrolliert der HSV die Partie und erarbeitet sich weiterhin torgefährliche Chancen, einzig die Häufigkeit hat etwas nachgelassen. Auf der Gegenseite fehlt es offensiven Ausflügen des SVS oft an einer unterstützenden zweiten Welle, sodass die Angriffe gefahrlos verstreichen und die Mannschaft mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine geht.

Soukou nutzt erste Chance zum Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel ist der SVS sichtlich engagiert, was die Spielkontrolle betrifft: Nach einer langen Ballbesitzphase verlagert David Kinsombi mit viel Übersicht auf Ajdinis rechten Flügel, dessen Flanke im Strafraum keine Abnehmer findet. Und auch das Sandhäuser Umschaltspiel kann nun mehr Zielstrebigkeit überzeugen: Nach einem Steilpass von Papela findet Kutucu seinen Sturmpartner Soukou, der sich im Strafraum gegen Königsdörffer durchsetzt und die erste Chance zum 1:1-Ausgleich nutzt (49.).

HSV antwortet umgehend, SVS bleibt dran
Die Antwort des HSV lässt nicht lange auf sich warten: Ein Ballverlust auf dem Flügel gibt Muheim den Raum für eine Flanke. Der Ball landet bei Reis, der hinter Glatzel lauert und zur erneuten Hamburger Führung einköpfen kann (56.).

Kinsombi nutzt Abwehrfehler
Der SVS steckt auch nach dem erneuten Rückstand nicht auf. Im Vergleich zur ersten Hälfte ist die Schwartz-Elf konsequenter und zielstrebiger im Spiel nach vorne. Chris Kinsombi hat gegen Heuer Fernandes gleich zweimal das Nachsehen (59., 63.). Nach einem langen Ball in die Spitze blockt Kutucu den Weg frei für Chris Kinsombi, doch Muheim ist zur Stelle und will die Situation mit einem Rückpass zum Keeper lösen. Dem Ball fehlt es an Tempo, wodurch Chris Kinsombi im Vollsprint an den Ball kommt. Dieses Mal entscheidet Kinsombi das Duell für sich und bleibt vor Heuer Fernandes eiskalt: Mit seinem vierten Saisontreffer erzielt der den 2:2-Ausgleich (68.).

Eigentor führt zum dritten Rückstand, Glatzel sorgt für die Entscheidung
Und auch nach dem zweiten Ausgleich dauert es nicht lang, ehe der HSV ein drittes Mal in Führung geht: Nach einer Dompé-Flanke ist es SVS-Kapitän Aleksandr Zhirov, der im Duell mit Glatzel den Ball ins eigene Tor köpft (74.). Der nun aufgerückte SVS wird umgehend bestraft: Nach einem Ballverlust kann Trybull einen langen Ball nicht mehr erreichen, sodass HSV-Stürmer Glatzel mit viel Raum frei vor Rehnen auftaucht, den Keeper umkurvt und die Führung ausbaut (80.). Bis zum Schlusspfiff gelingt es dem bemühten SVS nicht mehr, die Hintermannschaft des HSV in Verlegenheit zu bringen, es bleibt beim 2:4.

Für den SVS ist das Pflichtspieljahr 2022 mit dem Auftritt in Hamburg beendet. Doch bereits am nächsten Sonntag, den 20. November, reist das Team von Alois Schwartz in die Schweiz, um sich im Testspiel mit dem FC Basel zu messen.

Hamburger SV – SV Sandhausen 4:2 (1:0)
Hamburg: Heuer Fernandes – Königsdörffer (Zumberi, 85.), David, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis, Benes (Suhonen, 81.) – Kittel (Bilbija, 90+2.), Glatzel, Dompé (Amaechi, 90+2.)
Sandhausen: Rehnen - Ajdini, Höhn, Trybul (Ademi, 84.), Zhirov, Ochs – Papela, D. Kinsombi, C. Kinsombi (Bachmann, 84.) - Kutucu (Ritzmaier, 84.), Soukou
Tore: Glatzel (27.), Reis (56.), Zhirov (74., ET) – Soukou (49.), Christian Kinsombi (68.);
Schiedsrichter: Frank Willenborg; Zuschauer: 55.246

Die Stimmen zum Spiel:
Jürgen Machmeier, SVS-Präsident: „Die Mannschaft ist intakt und gibt sich nicht auf. Sie versucht, immer wieder zurückzukommen und gibt ihr Bestes, aber das Beste ist im Moment nicht gut genug. Wir hoffen, dass unsere verletzten Stammkräfte nach der Winterpause zurückkommen. Dann müssen wir im Januar mit neuen Kräften loslegen.“

Mikayil Kabaca, Sportlicher Leiter: „Wir wollten zum Abschluss etwas Zählbares mitnehmen. Wir kamen jedoch nicht gut ins Spiel und waren mit dem Rückstand zur Pause gut bedient. Im zweiten Durchgang zeigte die Mannschaft, zu was sie gegen einen starken Gegner in der Lage ist. Am Ende ist es schade, dass wir mit leeren Händen dastehen.“

Alois Schwartz, Cheftrainer: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und wollten aktiver sein. Das konnten wir nicht umsetzen, was dem Gegner in die Karten spielte. Einen Stellungsfehler nutzte der HSV eiskalt zur Führung. Nach der Pause machten wir es besser und spielten die Bälle mehr in die Tiefe. Den Ausgleich schenkten wir zu schnell her, nutzten jedoch anschließend die Chance, um das 2:2 zu erzielen. Das Eigentor brachte uns dann auf die Verliererstraße. Am Ende spielte es der HSV souverän herunter.“

David Kinsombi: „Es war schön, hier vor vollem Haus zu spielen, die Atmosphäre macht Spaß. Ich hätte mir gewünscht, dass wir etwas mitnehmen können, gerade weil wir zweimal zurückkommen konnten. In der Summe spielte es Hamburg souverän herunter und nutzte die Chancen.“

Tom Trybull: „Uns war klar, dass Hamburg viele Chancen haben wird. Wir konnten ausgleichen und das Spiel offen gestalten. Trotzdem gehen wir am Ende als Verlierer vom Platz. Das ist sehr enttäuschend und bitter.“