MSV Duisburg – SV Waldhof 1:3

(Foto: PIX/M.Ruffler) Schnatterer, links, feiert sein Tor mit Costly und Martinovic
mto 261121 54590 Copy

Glänzend eingestellte Waldhöfer bringen drei verdiente Punkte aus Duisburg mit
(GM) Nach einem Kraftakt auf schwerem Boden, und mit einer sowohl kämpferisch als auch spielerisch klasse Leistung, gewann der SV Waldhof mit 3:1 gegen den MSV Duisburg, der exakt der starke Gegner war, als den Patrick Glöckner die Meidericher zuvor eingestuft hatte. Marc Schnatterer, Marcel Costly und Dominik Martinovic erzielten die Tore für den SV Waldhof; für Duisburg hatte Bouhaddouz zum zwischenzeitlichen 1:2 getroffen.

Wie bereits angekündigt, hatte Patrick Glöckner auf Wechsel in seiner Startformation verzichtet und schickte die gleiche Mannschaft ins Spiel, die auch gegen den VfL Osnabrück begonnen hatte. Und die erwischte einen Start nach Maß: in der 4. Spielminute kommt der Waldhof über die rechte Seite, Höger passt in den Strafraum auf Martinovic, der den Ball klasse annimmt und per Außenrist auf den durchlaufenden Schnatterer ablegt, der vor Duisburgs Torhüter Weinkauf cool bleibt und überlegt das 0:1 markiert.

Die Gastgeber wirken geschockt und der Waldhof macht weiter Druck. In der 9. Minute gibt es nach einem Foul an Martinovic Freistoß für den SVW, Costly kommt zum Kopfball, der aber keine Gefahr für Weinkauf darstellt. Dann taucht der MSV einmal kurz vor dem Waldhöfer Strafraum auf, aber Ademi kann sich gegen die blau-schwarze Abwehr nicht durchsetzen (11.). Im Gegenzug flankt Boyamba in die Mitte zu Costly, aber das Zuspiel kommt zu nah vor das Tor und Weinkauf fängt den Ball ab. In der 17. Minute verliert Sommer den Ball leichtsinnig vor dem eigenen Strafraum, aber die Gastgeber können keinen Vorteil daraus ziehen.

Wenig später fordern die Duisburger vehement Strafstoß, nachdem Ademi im Zweikampf mit Höger zu Boden gegangen war, aber der Unparteiische winkt sofort ab – da war nichts. Kurz darauf legt der Waldhof nach: Costly marschiert durchs Mittelefeld, unbehelligt bis vor den Duisburger Strafraum, eine gute Abspielmöglichkeit gibt es nicht, also zieht er einfach einmal ab, Stierlin fälscht den Ball noch ab, der unhaltbar für Torhüter Weinkauf zum 0:2 links unten einschlägt (19.).

Doch anders als nach dem 0:1, reagiert der MSV plötzlich mit bedingungsloser Offensive. Ademi zieht in der 20. Minute kurz vor der Strafraumgrenze ab, der Versuch wird aber abgeblockt. In der 23. Minute setzt sich Seegert gegen Ajani etwas zu rustikal ein, sieht die Gelbe Karte und es gibt Freistoß für die Platzherren, etwa 18 Meter vor dem SVW-Tor. Stoppelkamp tritt an und sein Schuss geht ganz knapp über das Gehäuse von Königsmann, streift dabei noch hauchzart die Querlatte. Eine Minute später kommt der MSV über rechts, Ajani flankt in die Mitte, Kwadwo nimmt den Ball volley, verzieht den Versuch aber völlig. Dann nimmt es Stoppelkamp gleich gegen drei Waldhöfer Abwehrspieler auf, aber sein Schuss wird abgeblockt und Königsmann sichert sich den Ball. Doch in der 27. Minute gelingt dem MSV der Anschlusstreffer. Ajani kommt mit Tempo über die rechte Seite, flankt hart nach innen, wo Verlaat für einen Augenblick Bouhhadouz aus den Augen verliert, der aus kürzester Distanz zum 1:2 einköpft.

Jetzt ist der MSV Duisburg im Spiel, arbeitet verbissen am Ausgleich und wird lautstark von den 8.000 Zuschauern angefeuert. In dieser Phase kommt der Waldhof nur noch sporadisch vor das gegnerische Tor. Nach einem Eckball von Schnatterer köpft Seegert, erwischt den Ball aber nicht richtig – links vorbei (36.). Die letzten Minuten vor der Pause haben es in sich. Nach Vorarbeit von Ademi und Feltscher steht Frey völlig frei, vergibt die Chance aber bereits bei der unkontrollierten Ballannahme (39.). Dann leistet sich Feltscher ein rüdes Foul an Costly und sieht völlig zurecht die Gelbe Karte (40.). Einige Minuten später köpft Stoppelkamp im Waldhöfer Strafraum Sommer an und erneut reklamieren alle Duisburger Elfmeter, aber Sommer bekam den Ball nur an die Brust (45.).

Dann liegt Höger verletzt am Boden, wird behandelt und muss vom Platz. Währenddessen hat seine Mannschaft die Riesenchance zum 1:3, als Schnatterer von rechts auf den völlig alleingelassenen Costly flankt, der einen Meter vor dem Tor den Ball beim Kopfballversuch völlig verfehlt (45.+2). Und dann hat im direkten Gegenstoß Duisburg die große Chance zum Ausgleich, als Bouhaddouz nach einem Zuspiel von Ademi alleine vor Königsmann steht und sofort flach schießt, aber der Waldhöfer Keeper taucht blitzschnell ab, wischt den Ball gerade noch um den Pfosten und verhindert damit einen fast „todsicheren“ Treffer (45.+3). Dann endlich ist der erste Spielabschnitt vorbei. Beide Teams geben auf dem schweren Boden alles. Man durfte mit Recht auf die zweite Halbzeit gespannt sein.

In dieser war der SV Waldhof wieder besser im Spiel. Patrick Glöckner war wegen des Ausfalls von Höger gezwungen zu wechseln, Fridolin Wagner kam in die Begegnung. Der holte sich mit seiner ersten Aktion – gestrecktes Bein gegen Ajani – gleich Gelb ab (47.). Wie die erste Halbzeit geendet hatte, ging es im zweiten Spielabschnitt weiter. Es ging hin und her; Duisburg drängte auf den Ausgleich, Waldhof auf die Entscheidung. Chancen ergaben sich hüben wie drüben, wobei die Waldhöfer die klareren Möglichkeiten hatten. In der 53. Minute kommt Schnatterer, nach einem Fehler von Feltscher, über links, passt steil auf Boyamba, der gibt in die Mitte zu Martinovic, der völlig frei vor Weinkauf steht, aber der MSV-Torhüter verhindert mit einem tollen Reflex die vorzeitige Entscheidung. Im Gegenzug geht Ademi im Mannheimer Strafraum freiwillig zu Boden, fordert halbherzig Elfmeter, wohlwissend, dass da erneut nichts war.

Mittlerweile fordert der schwere Boden seinen Tribut, mehrere Spieler leiden sichtlich unter Krämpfen und es kommt zu weiteren Wechseln – auf Waldhöfer Seite Lebeau für Schnatterer (69.) und in der 78. Minute Russo für Saghiri. Duisburg gib sich noch längst nicht geschlagen, auch wenn die Angriffe mit zunehmender Spieldauer immer weniger druckvoll vorgetragen wurden; die Waldhöfer Abwehr zeigt sich zusehends Herr der Lage. Und in der 81. Minute schlagen die Buwe eiskalt zu. Ajani tritt an einem Diagonalpass von Wagner vorbei, Boyamba hat freie Bahn, spielt überlegt in die Mitte zu Costly, der lässt den Ball durch zu Martinovic und dem Dreifach-Torschützen gegen Osnabrück gelingt mit links ein wahres Traumtor – unhaltbar in den Winkel zum 1:3 – allein für diesen Treffer hat sich die weite Fahrt für die 200 mitgereisten Fans des SV Waldhof schon gelohnt.

Damit war die Partie entschieden, obwohl die Duisburger weiterhin alles versuchten, doch noch einmal heranzukommen. Fünf Minuten Nachspielzeit kamen obendrauf, aber am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Ein Spiel, das lange auf Messers Schneide stand und das nach dem Duisburger Treffer zum 1:2 auch hätte kippen können, ging am Ende doch hochverdient an den SV Waldhof, weil die Mannschaft von Patrick Glöckner in der zweiten Halbzeit wieder ihre Linie fand und dieses Mal bei der Chancenverwertung brutal effizient war,

Am kommenden Dienstag steht das Nachholspiel beim TSV 1860 München auf dem Programm. Mit einer ähnlichen Leistung ist auch bei den Löwen etwas Zählbares zu holen.

MSV Duisburg – SV Waldhof Mannheim 1:3 (1:2)
Duisburg: Weinkauf- Feltscher (59. Hettwer), Fleckstein, Steurer, Kwadwo (60. Betschneider), Frey (72. Bakalorz), Stierlin, Ajani, Stoppelkamp (86. Bakir), Ademi, Bouhaddouz
Waldhof: Königsmann - Sommer, Verlaat, Seegert, Donkor, Höger (46. Wagner), Saghiri (78. Russo), Costly, Boyamba, Schnatterer (69. Lebeau), Martinovic
Tore: 0:1 Schnatterer (4.), 0:2 Costly (19.), 1:2 Bouhaddouz (27.), 1:3 Martinovic (81.); Schiedsrichter: Patrick Alt, Illingen; Zuschauer: 8.216