Holstein Kiel – SV Sandhausen 1:0

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Bittere 0:1-Niederlage für den SVS in Kiel
Der SV Sandhausen bleibt auswärts weiterhin ohne Punktgewinn und unterliegt bei Holstein Kiel mit 0:1 (0:0). In einer Partie, in der Gastgeber Kiel mehr Ballbesitz aber weniger Abschlüsse hatte, gewann der SVS mehr Zweikämpfe und konterte aus einer sicheren Defensive heraus. Es brauchte einen Distanzschuss von Skrzybski, um mit dem einzigen Treffer des Spiels die Niederlage des SVS zu besiegeln.

Holstein Kiel geht mit acht Punkten als Tabellenzehnter in die Partie, das Team SVS-Coach Alois Schwartz hat zwei Zähler weniger auf dem Konto und steht auf Rang 14. Das Team von Kiels Trainer Marcel Rapp holte zwei Siege aus den letzten drei Spielen, unterlag zuletzt jedoch deutlich beim SC Paderborn.

Eine Startelf-Veränderungen und fünf Verletzte
Mit Benedikt Grawe (Blinddarm-OP), Tom Trybull (Knöchelverletzung), Kapitän Dennis Diekmeier (Sehnenverletzung), Joseph Ganda und Kemal Ademi (beide Kniebeschwerden) muss Alois Schwartz auf fünf Akteure verzichten. Dafür rückt Arne Sicker nach einem Muskelfaserriss in den Kader, Neuzugang Merveille Papela nimmt ebenfalls auf der Bank Platz. In der Startaufstellung gibt es lediglich einen Wechsel im Vergleich zur knappen 1:2-Niederlage gegen Nürnberg: Alexander Esswein rotiert für Christian Kinsombi in das erste

Aufgebot von Alois Schwartz.
Vor Patrick Drewes im SVS-Tor formiert sich die Viererkette um Bashkim Ajdini, Dario Dumic, Aleksandr Zhirov und Chima Okoroji. Im Mittelfeld stellt Trainer Schwartz auf eine Raute um: Zentral defensiv agiert Erik Zenga hinter den Achtern Marcel Ritzmaier und Janik Bachmann, David Kinsombi besetzt den offensiven Part hinter den Spitzen Alexander Esswein und Ahmed Kutucu.

SVS zu Beginn spielbestimmend
Der SV Sandhausen macht in den Anfangsminuten das Spiel. Ein Freistoß und weitere Angriffe über den rechten Flügel setzen die Kieler Abwehr jedoch nicht unter Druck. Eine gut getretene Okoroji-Ecke kann die Strafraum Heimabwehr ebenfalls klären. Nach einem weiteren Eckball verpasst Esswein aus kurzer Distanz den Ball mit einer Volley-Direktabnahme nur knapp.

Auch nach zehn gespielten Minuten kann sich das Team von Alois Schwartz fast dauerhaft in der Kieler Spielfeldhälfte festsetzen, während die Offensive der Störche bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden hat. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld bleibt Kinsombi liegen und kann nach kurzer Behandlung weiterspielen (11.).

Vorsichtige Kieler Offensive
Nach einer knappen Viertelstunde wagen auch die Kieler Offensivspieler erste Versuche im Angriff. Ritzmaier klärt einen Angriff über den rechten Flügel zur Ecke. Diese kann der Gastgeber nicht verwerten, es gibt Abstoß. Es dauert 16 Minuten, bis SVS-Keeper Drewes zum ersten Mal zupacken muss, als er einen Schuss von Reese locker aufnehmen kann.

Auf Sicherheit bedacht
Die Spielanteile gleichen sich nach 20 Minuten langsam an: Der SVS zieht sich etwas zurück, während Kiel immer mehr in das Spiel nach vorne investiert. Beide Mannschaften meiden bisher risikoreiche Aktionen und sind auf Sicherheit bedacht. Als eine Flanke aus dem Halbfeld eigentlich schon geklärt war, profitiert Kiel fast von einem kleinen Abstimmungsfehler im Sandhäuser Abwehrzentrum. Bevor es gefährlich wird, kann der SVS klären (23.).

Sandhäuser Defensive eng am Gegner
Beide Mannschaften agieren weiter vorsichtig, die Partie nimmt selten Fahrt auf. Der SVS hat sich in die eigene Hälfte zurückgezogen und steht nah am Mann – das lässt den Kielern kaum Raum für schnelle Kombinationen. Den Gastgebern fehlt es an Ideen, in der Sandhäuser Verteidigung Lücken zu finden und die Abwehr damit zu überwinden.

Ritzmaier fasst sich ein Herz
In der Sandhäuser Offensive kommt es ebenfalls zu wenigen Abschlüssen. Einen davon hat Marcel Ritzmaier: Der Mittelfeldlenker hat im Rückraum genug Platz und zieht mit dem starken linken Fuß aus knapp 25 Metern ab. Der Schuss kommt zu unplatziert, Kiels Schlussmann Dähne fängt ohne Probleme (31.).

Keine Gefahr aus spitzem Winkel
Nach einer Kieler Ecke rauschen Drewes und Pichler ineinander und bleiben liegen. Für beide geht es aber ohne Behandlung weiter. Den nachfolgenden Angriff über die rechte Seite kann Kinsombi abschließen, sein Schuss aus spitzem Winkel geht jedoch klar am kurzen Pfosten vorbei und bleibt daher ungefährlich (35.).

Offensivphase vor der Pause
Der SVS kontert aus der sicheren Defensive heraus: Kiels Schulz kann in letzter Sekunde die Hereingabe von Ajdini verhindern, der im Sechzehner in den freien Rückraum ablegen wollte. Als der Ball schon geklärt schien, erobert Esswein im Kieler Aufbauspiel den Ball von Becker. Essweins Flanke wird zum Eckball geblockt, den Okoroji für Zhirov serviert. Der Sandhäuser Innenverteidiger kommt zum Kopfball, kann den Ball aber nicht platzieren, Dähne hält den Ball im Nachfassen (39.). Auch nach dem nächsten Eckball wird es unruhig vorm Kieler Tor: Rund um den Elfmeterpunkt wird es eng, der Ball landet im Rückraum, Kinsombis Schuss findet aber nicht den Weg auf das Tor der Gastgeber (40.).

Keine Aufregung mehr vor der Pause
Die dritte Kieler Ecke kann der SVS klären, den zweiten holt sich Kiels Erras und zieht aus der Distanz ab, der Versuch geht einige Meter an Drewes‘ Tor vorbei ins Aus. Auf der Gegenseite hat Esswein die letzte Sandhäuser Offensivaktion: Seine Flanke vom rechten Flügel wird von Kiels Abwehr per Kopf aus dem Strafraum befördert. Mit dem Ende der ersten 45 Minuten, in denen die Abwehrreihen das Spielgeschehen dominierten, schickt Schiedsrichter Sather die Mannschaften in die Kabinen. Der SVS hat zwar weniger Ballbesitz, verbucht jedoch die besseren Torchancen.

Ein Wechsel nach dem Seitenwechsel
Nach der Pause sieht Alois Schwartz keinen Grund, das Personal zu tauschen. Sandhausen geht ohne Wechsel in den zweiten Durchgang. Kiels Trainer Rapp hingegen reagiert auf die erste Halbzeit und bringt Sander für Ignjovski (46.).

Keine Veränderung im Spielgeschehen
Die erste Chance der zweiten Hälfte gehört Kiel: Reese hat auf dem linken Flügel Platz und kann den Ball in die Sandhäuser Hälfte treiben. Dem Kieler Offensivakteur gelingt es jedoch nicht, mehr aus dem Freiraum zu machen. Auch zehn Minuten nach dem Seitenwechsel zeigt sich den 10.000 Zuschauern im Holstein-Stadion dasselbe Bild: Kiel hat den Ballbesitz, bleibt in der Offensive jedoch ideenlos. Stattdessen gewinnt der SVS viele Zweikämpfe und setzt auf Konter.

Gelb für Zenga
Einen Konter der Kieler unterbindet Zenga mit einem Foul im Mittelkreis, als er mit seiner Grätsche etwas zu spät kommt. Schiedsrichter Sather zeigt die Gelbe Karte (59.). Kurz darauf wechselt Kiel doppelt: Lorenz und Wriedt ersetzen Pichler und Wahl (64.). Zwanzig Minuten nach Wiederanpfiff hat Kiel weiterhin mehr als zwei Drittel Ballbesitz, kann diese allerdings in nur einen Torschuss ummünzen. Dem SVS fehlt hingegen in der Kieler Hälfte die Präzision im Passspiel, um mehr aus den Kontermöglichkeiten zu machen.

Überraschende Kieler Führung
Aus dem Nichts trifft Kiel: Nachdem ein SVS-Konter unsanft im Mittelfeld unterbunden wird, lässt der Schiedsrichter weiterlaufen. Im direkten Gegenzug legt Reese für Skrzybski auf. Dieser wird von der SVS-Defensive nicht unter Druck gesetzt und kann aus 25 Metern abschließen. Sein Aufsetzer schlägt im langen Eck ein und lässt Drewes keine Chance (72.).

Dreifachwechsel beim SVS
Unmittelbar nach dem Tor reagiert Schwartz auf die Entwicklung auf dem Platz: Kinsombi wird von Philipp Ochs ersetzt, Papela kommt für Zenga und Soukou ersetzt Kutucu (73.).

SVS steckt nicht auf
Der SVS kann sich nach dem Rückschlag sammeln und will die Niederlage abwenden: Nach Flanke von Esswein kommt Ajdini zum Kopfball im Fünfmeterraum, kann jedoch keinen Druck hinter seinen Abschluss bringen. In der Schlussphase bringt Schwartz frischen Wind ins Spiel: Für Esswein und Ritzmaier kommen Christian Kinsombi und Matej Pulkrab ins Spiel (83.).

Kiel steht sicher
Papela versucht es mit einem langen Pass auf die Grundlinie, diesen erreicht Soukou nicht mehr, es gibt Abstoß. Einen Freistoß in Strafraumnähe bringt Christian Kinsombi von der linken Seite in den Strafraum: Dort kann die Kieler Abwehr ohne Probleme klären (87.).

Schluss-Offensive bleibt ohne Erfolg
Der Schiedsrichter gibt vier Minuten Nachspielzeit, die dem SVS bleiben, um einen Punkt zu holen: Nach einer Flanke verpasst Dähne im ersten Anlauf mit der Faust den Ball, kann den Ball aber im zweiten Anlauf packen (91.). Nach einer Flanke von Ochs kommt Zhirov knapp über der Grasnarbe zum Flugkopfball. Den Aufsetzer kann Kiels Schlussmann Dähne parieren (93.). Ein weiterer Kopfball von Bachmann landet auf dem Tor (94.), nach dieser Aktion beendet der Schiedsrichter die Partie.

Für den SVS geht am kommenden Sonntag weiter: Dann empfängt das Team von Alois Schwartz mit dem 1. FC Kaiserslautern die Drittliga-Aufsteiger vom „Betze“. Anpfiff im BWT-Stadion am Hardtwald ist am Sonntag, den 4. August um 13:30 Uhr.

Holstein Kiel – SV Sandhausen 1:0 (0:0)
Kiel: Dähne - T. Becker, Erras, Wahl (Lorenz, 64.) - M. Schulz, Korb, Ignjovski (Sander, 46.), Mühling (Porath, 85.), Reese – Skrzybski (Bartels, 80.), Pichler (Wriedt, 64.)
Sandhausen: Drewes - Ajdini, Dumic, Zhirov, Okoroji – Zenga (Papela, 73.), Ritzmaier (C. Kinsombi, 83.), D. Kinsombi (Ochs, 73.), Bachmann, Esswein (Pulkrab, 83.) – Kutucu (Soukou, 73.)
Tor: Skrzybski (72.); Schiedsrichter: Alexander Sather; Zuschauer: 10.006

Die Stimmen zum Spiel:
Mikayil Kabaca, Sportlicher Leiter: „Wir sind angereist, um die ersten Auswärtspunkte mitzunehmen. Die Mannschaften haben sich neutralisiert, wir sind dennoch gut ins Spiel gekommen. In der ersten Hälfte haben wir es verpasst, unsere Chancen zu nutzen. Nach der Pause hatte Kiel mehr vom Spiel, jedoch ohne dass wir Chancen zugelassen haben. Unsere Konzentration galt der Defensive, offensiv wollten wir Nadelstiche setzen. So einen Moment hatten wir vorm Gegentreffer. Janik trifft in dieser Situation die falsche Entscheidung und Kiel kommt mit einem Fernschuss zur Führung. Am Ende haben wir alles probiert, den Ausgleich zu erzielen. Da uns das nicht gelungen ist, stehen wir jetzt zum dritten Mal in Folge ohne Punkte da.“

Alois Schwartz, Cheftrainer: „Nach zwei knappen Niederlagen reisen wir nicht gerade mit riesigem Selbstvertrauen nach Kiel. Die Gastgeber haben zuletzt eine 2:7-Niederlage erlitten. Es war klar, dass es kein Spektakel wird. Ich denke, wir haben es ganz gut gemacht und Kiel kaum eine Chance gegeben. In der zweiten Halbzeit hatte Kiel mehr vom Spiel. Wir haben aber die Box und die Standardsituationen gut verteidigt. In einer Offensivbewegung von Kiel konnten wir uns den Ball erkämpfen und haben einen super Umschaltmoment. Warum Janik Bachmann in dieser Situation das Foul ziehen wollte, habe ich nicht verstanden. Der Schiedsrichter lässt das Spiel weiterlaufen. In dieser ungeordneten Situation hat Skrzybski einen guten Moment und trifft direkt neben den Pfosten. Im Anschluss hatten wir noch Möglichkeiten, aber es sollte nicht sein. Deshalb sind wir am Ende unglücklich und enttäuscht, dass wir den verdienten Punkt nicht mitgenommen haben.“

David Kinsombi: „Uns war klar, dass es heute nicht einfach wird. Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Unser Matchplan ging auf, wir standen über weite Strecken gut und haben das Kieler Spiel nicht zugelassen. Unsere Möglichkeiten in der ersten Hälfte müssen wir besser ausspielen. Vor dem Gegentreffer hatten wir eine gute Konterchance, die meiner Meinung nach durch ein Foul unterbunden wurde. Der Schiri hat dies anders gesehen und weiterlaufen lassen. Wir standen dann sehr offen und bekommen im direkten Gegenzug das Tor.“

Marcel Ritzmaier: „Gegen Ende der ersten Hälfte kamen wir zu guten Umschaltsituationen, haben mutig gespielt. Da sieht man, dass wir Fußball spielen können. Im letzten Drittel vor dem Tor müssen wir dennoch entschlossener werden. In der zweiten Hälfte würde ein Außenstehender die Partie vermutlich als klassisches 0:0 bezeichnen. Doch dann geht so ein Sonntagsschuss rein und wir liegen zurück. In der Schlussphase haben unsere Chancen leider nicht zum Ausgleich gereicht.“

SV Sandhausen 1916 e.V.