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Füchse Berlin – Rhein-Neckar Löwen 23:22

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Abwehrschlacht gipfelt in nächstem Tiefschlag - Löwen geben in Berlin alles – drittes Drama in Folge bei einem Auswärtsspiel
Wieder ein Thriller in den letzten Sekunden – wieder kein Sieg für die Rhein-Neckar Löwen. Zum dritten Mal infolge bleiben die Löwen auswärts in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ohne Erfolg und büßen in der Tabelle weiter Boden auf die Spitze ein. In Berlin kämpften sie sich durch mehrere schwache Phasen, hatten am Ende die große Chance auf mindestens ein Unentschieden – und verloren auch mit ein bisschen Pech 22:23 (10:12).

Es war kein schönes Top-Spiel an diesem 11. Spieltag, aber ein superintensives. Eines, das auch Oliver Roggisch einige Nerven gekostet haben dürfte: Als „bitter und ärgerlich“ beschrieb er die Niederlage bei „Sky“. „In der ersten Halbzeit lassen wir zu viele Chancen liegen, aus dem Rückraum kommt zu wenig. Dann am Ende spielen wir das Sieben-gegen-sechs überragend. Letztlich fehlt uns das Glück, da verlieren wir auch gegen einen überragenden Hans Lindberg.“ Die Frage nach einer Übergangssaison mit Blick auf die Verlustpunkte sieben und acht verneinte der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen energisch: „Das ist ganz sicher keine Übergangssaison.“ Kiel marschiere vorne weg, aber dahinter sei Vieles möglich.

Auf der Platte kracht es direkt
Auf der Platte entwickelt sich direkt ein harter Kampf. Die ersten Tore resultieren aus Durchbrüchen und Abschlüssen im Eins-gegen-eins. Auf Berliner Seite setzt Fabian Wiede die ersten drei Ausrufezeichen, das letzte zum 3:1 (6.). Für die Löwen macht Uwe Gensheimer die ersten drei Buden, gleicht zum 3:3 per Siebenmeter aus (9.). Apropos Siebenmeter: Von acht Versuchen finden gerade einmal zwei von Gensheimer den Weg ins Tor. Während Mikael Appelgren gleich vier Berliner Siebenmeter entschärft, bringen die Löwen zwei nicht ins Tor bzw. an Dejan Milosavljev vorbei.

Nicht zuletzt diese Zahlen zeigen: Die erste Halbzeit im Fuchsbau ist nichts für Handball-Ästheten. Aber etwas für Fans von knallharten Zweikämpfen, großer Spannung und flatternden Nerven. So schenken sich beispielsweise die schweren Jungs am Kreis auf beiden Seiten keinen Zentimeter Raum. Überhaupt ist Abwehrarbeit Trumpf im Topspiel. Als Uwe Gensheimer per schneller Mitte das 6:6 macht, ist bereits eine Viertelstunde vorbei.

Erste Wechselspiele auf Löwen-Seite bringen einen kleinen Bruch. Berlin trifft mit dem 9:6 zum dritten Mal in Folge (20.). Die Auszeit Kristjan Andressons beruhigt die Nerven seiner Spieler, die sich gerade zu viele Fehler erlauben. Schnell korrigieren die Jungs die kleine Schwächephase. Niclas Kirkeløkke mit einer sensationellen Schleuder bringt das 9:7, Kohlbacher und Groetzki stellen auf 9:9 (27.). Weil die Berliner in den letzten Szenen etwas konzentrierter bleiben, geht es mit 12:10 für die Füchse in die Halbzeit. Bis dahin herausragend beide Torhüter: Mikael Appelgren mit acht Paraden für die Löwen und Dejan Milosavljev mit sieben sind die Männer der ersten 30 Minuten.

Berlin startet besser in Durchgang zwei
Nach der Pause wechselt Löwen-Coach Andresson weiter munter durch. Steffen Fäth kommt für Romain Lagarde, der es zwischenzeitlich für Mads Mensah versuchen durfte. Aber auch der Shooter mit Berliner Vergangenheit kann von halblinks keine Impulse geben. Stattdessen starten die Füchse durch. Hans Lindberg trifft dreimal in Serie, Fabian Wiede schließt den starken Lauf der Gastgeber zum 16:11 ab (36.). Kristjan Andresson ruft zur zweiten Löwen-Auszeit der Partie.

In den folgenden Minuten arbeiten sich die Löwen über eine starke Abwehr und mehr Konzentration im Angriffsspiel zurück ins Spiel. Mads Mensah übernimmt die Regie von Andy Schmid, Alex Petersson kommt zurück. Der Isländer powert sich durch zum 18:15 (45.) und hämmert aus acht Metern zum 19:17 (51.) ein. Jetzt kommt Schmid zurück, dazu bringt Andresson den siebten Feldspieler. Schmid schafft mit dem 21:20 den Anschluss (55.).

Plötzlich ist wieder alles drin. Die Löwen beißen, lassen hinten kaum noch etwas zu. Beim Stand von 22:21 landet Mikael Appelgren seine zwölfte Parade. Mensah nach starker Vorbereitung von Schmid macht das 22:22. Mit 35 Sekunden auf der Uhr nimmt Velimir Petkovic die letzte Füchse-Auszeit. Lindberg mit seinem neunten Tor setzt die Vorgaben perfekt um. 23:22 für Berlin. Auszeit Löwen, 25 Sekunden sind übrig. Schmid trifft die ultimative Entscheidung. Er wirft. Dejan Milosavljev hält. Die Punkte bleiben wieder in Berlin.

Füchse Berlin – Rhein-Neckar Löwen 23:22 (12:10)
Berlin: Milosavljev, Heinevetter – Wiede (5), Holm (3/1), Struck, Mandalinic, Gojun (1), Lindberg (9/2), Simak, Müller, Matthes (2), Kopljar, Koch (2), Marsenic (1), Drux
Löwen: Appelgren, Palicka (bei zwei Siebenmetern) – Schmid (5), Gensheimer (4/2), Kirkeløkke (1), Lagarde (1), Tollbring (2), Abutovic, Mensah (3/1), Fäth, Groetzki (2), Guardiola, Petersson (3), Nielsen, Ganz, Kohlbacher (1)
Spielfilm: 1:0, 1:1, 3:1, 3:3, 4:4, 5:5, 6:6, 9:6, 9:9, 10:9, 10:10, 12:10 (HZ), 13:10, 13:11, 16:11, 17:12, 17:14, 19:15, 19:17, 20:17, 21:20, 22:20, 22:22, 23:22 (EN)
Schiedsrichter: Denis Regner / Julian Koppl; Zuschauer: 9000 (ausverkauft)

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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