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Rhein-Neckar Löwen – THW Kiel 26:25

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Löwen-Party nach Handball-Wahnsinn gegen den THW
Das ist kaum in Worte zu fassen! Die Rhein-Neckar Löwen drehen einen Sieben- und einen Drei-Tore-Rückstand gegen den THW Kiel und fügen dem Top-Favoriten auf die Meisterschaft am 12. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga die zweite Saisonniederlage zu. Nach 60 Minuten wie im Schleudergang einer Turbo-Waschmaschine gewinnen die Löwen 26:25 (10:13) und landen den ersten Sieg nach drei Liga-Spielen ohne doppelte Punktausbeute. Die Männer des Tages heißen Ilija Abutovic, Gedeón Guardiola und Mikael Appelgren.

Die deutliche Steigerung im Innenblock nach einem 6:13-Rückstand und ein alles in den Schatten stellender Löwen-Kapitän im Tor bringen den Löwen den wichtigsten Erfolg dieser Spielzeit. „Es freut mich für die Mannschaft, dass wir das gedreht und gewonnen haben. Die Fans haben einen fantastischen Job gemacht“, sagte Löwen-Trainer Kristjan Andresson. Andy Schmid beschrieb das Wechselbad der Gefühle sehr treffend: „Nach 15 Minuten in der ersten Halbzeit habe ich gedacht, wir werden jetzt aus der Halle geschossen. Wir haben den Kopf gerade so über Wasser gehalten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann Charakter gezeigt, Emotionen und Leidenschaft. Wir waren in einem Flow. Dieser Sieg war extrem wichtig für uns.“

Duvnjak lässt THW davonziehen
Dabei finden die Löwen eigentlich auch gut ins Spiel. Andreas Palicka entschärft den ersten Wurf von Ex-Kollege Harald Reinkind. Alex Petersson wuchtet die Kugel zum 1:1 in den Torwinkel (3.). Die erste Zeitstrafe gegen Petersson wird teuer: Magnus Landin und Miha Zarabec stellen auf 2:4 (9.). Fatal: Nach Patrick Groetzkis feinem Heber zum 3:4 bleiben die Löwen sechs Minuten ohne Tor. Der wie entfesselt auftrumpfende Domagoj Duvnjak beschließt den 0:5-Lauf aus Löwen-Sicht mit dem 3:9, ehe Jesper Nielsen das 4:9 gelingt (16.).

Weil die Löwen auch in den kommenden Minuten weder genügend Aggressivität in die Abwehr, noch genug Zug in den Angriff bekommen, Kiel hingegen trifft, wie es will, nimmt Löwen-Coach Kristjan Andresson in Minute 21 bereits die zweite Auszeit. Da steht es 6:13. Für Palicka kommt Mikael Appelgren ins Tor, Niclas Kirkeløkke darf für Petersson ran, Gedeón Guardiola erst für Ilija Abutovic und dann für Jesper Nielsen in den Innenblock. Das Ergebnis: In den neun Minuten bis zur Pause bekommen die Löwen kein Tor mehr und arbeiten sich mit Fleiß, Einsatz und echtem Kampfgeist auf 10:13 heran. Noch ist alles möglich in der tierisch lauten SAP Arena. Gellende Pfiffe gibt es gegen das Schiri-Duo, das den Löwen vier Zeitstrafen aufbrummt – und Kiel nur eine.

Alex Petersson setzt ein Zeichen
Mit voller Überzeugung starten die Jungs von Kristjan Andresson in Durchgang zwei. Die Initialzündung kommt von Alex Petersson, der erst mit Zauberpass auf Jannik Kohlbacher zum 11:13 und direkt danach mit einem Monsterblock gegen Duvnjak glänzt. Appelgren schiebt die dritte Parade hinterher. Die torlose Phase der Kieler dauert nun zwölf Minuten. Aber selbst Patrick Wienceks 11:14 bringt dem THW keine Ruhe. Kohlbacher und Schmid stellen mit dem 12:14 und 13:14 den Anschluss her. Die SAP Arena bebt.

In ihrer Not bringen die Kieler den siebten Feldspieler. Aber auch das geht schief. Die Löwen-Abwehr steht, Appelgren steigert sich in einen Rausch und vorne wird nicht lange gefackelt. Gensheimer und Schmid per Gegenstoß bringen beim 16:15 und 17:15 die erste Führung für die Badener in diesem Spiel (38.). Schmids 18:15 nach überragender Kreuz-Bewegung schraubt den Lauf der Löwen auf 12:2 in den letzten 20 Minuten (40.).

Aufgeben ist keine Option. Für niemanden.
Aufgeben ist in dieser Wahnsinnspartie keine Option. Für niemanden. Und auch nicht für den THW. Der Rekordmeister arbeitet sich nun wieder zurück, Duvnjak gelingt nach Löwen-Ballverlust das 19:19 (44.). Bis zum 22:22 (51.) bewegt sich das Duell auf Augenhöhe, dann leisten sich die Löwen ein paar Fehler. Der bärenstarke Duvnjak macht das 22:25 – da scheint die Partie zum zweiten Mal an diesem Abend verloren (56.). Doch die Löwen beißen, die Löwen kämpfen, die komplette Arena steht und schreit ihre Jungs nach vorne.

Die zweite Willensleistung dieser Partie bringt den entscheidenden 4:0-Lauf. Groetzki trifft aus spitzem Winkel zum 23:25. Appelgren hält, Kohlbacher trifft. Schrittfehler Reinkind, Schmid trifft. Da steht es 25:25. Block gegen Duvnjak, Appelgren hält gegen den Welthandballer. 27 Sekunden auf der Uhr. Schmid zieht den Siebenmeter. Gensheimer verwandelt eiskalt. 26:25! Duvnjak nimmt sich den letzten Wurf. Drei Sekunden auf der Uhr. Appelgren hält. Das ist mehr als Wahnsinn! Das sind die Rhein-Neckar Löwen und ihre nicht zu schlagenden Fans!

Überschattet wurde die Partie von einer offensichtlich schweren Verletzung des Kielers Gisli Kristjansson, der gegen Spielende unglücklich auf die Schulter fiel und unter schlimmen Schmerzen und ärztlicher Behandlung vom Feld gebracht werden musste. Gute Besserung von den Löwen, Gisli!

Rhein-Neckar Löwen – THW Kiel 26:25 (10:13)
Löwen: Palicka, Appelgren (ab 22. Minute) – Schmid (5), Gensheimer (8/4), Kirkeløkke (3), Lagarde, Tollbring, Abutovic, Mensah, Groetzki (3), Guardiola, Petersson (1), Nielsen (2), Ganz, Kohlbacher (4)
Kiel: N. Landin, Quenstedt (ab 40.) – Duvnjak (7), Reinkind (5), M. Landin (2), Kristjansson, Wiencek (1), Ekberg (4/2), Rahmel, Dahmke, Zarabec (1), Horak, Bilyk, Pekeler (4), Nilsson (1)
Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:4, 3:4, 3:9, 4:9, 5:11, 6:11, 6:13, 10:13 (HZ), 11:13, 11:14, 13:14, 13:15, 18:15, 18:17, 21:20, 21:22, 22:22, 22:25, 26:25 (EN)
Schiedsrichter: Tobias Tönnies / Robert Schulze; Zuschauer: 13.200

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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