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SG Leutershausen – TV Großwallstadt 30:24

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Teufel triumphieren gegen Tabellenführer
Man hätte es sich kaum schöner ausdenken können. Frank Schmitt, der Trainer der SG Leutershausen, klatschte in die Hände, grinste und winkte in die Zuschauerreihen. Gerade hatten die Drittliga-Handballer der Roten Teufel eine fantastische Leistung gezeigt und im Spitzenspiel den TV Großwallstadt mit 30:24 besiegt. Es war ein Sahnetag, an dem man in eigener Halle den Klassenprimus teilweise dominierte.

„Wir haben mit sehr viel Leidenschaft gespielt“, sagte Schmitt. Der Übungsleiter war heilfroh über diesen Sieg, wusste er doch noch am Donnerstag nicht, mit welchem Personal er diese schwere Aufgabe angehen kann: „Insgesamt kann ich sehr stolz und sehr glücklich sein - das war eine ganz starke Leistung.“

Die Zuschauer, die die fast ausverkaufte Heinrich-Beck-Halle füllten, sahen ein Spitzenspiel, das sich seinen Namen verdient hatte. Noch vor dem Anpfiff freute man sich, die Legenden, die 1968 deutscher Hallenmeister und 1969 deutscher Feldhandball-Meister geworden sind, in Leutershausen begrüßen zu dürfen. „Das ist ein ganz besonderer Moment“, sagte Uli Roth, den man selbst schon als lebende SGL-Ikone betiteln kann. Die Legenden hatten sich ein optimales Drittliga-Spiel ausgesucht.

Mit Mut, Einsatz und Disziplin schafften es die Roten Teufel am Samstagabend die personalgeschwächten Gäste aus Großwallstadt vor allem mit einer starken Defensive, in der man sich gegenseitig half, unter Druck zu setzen. Der Tabellenführer und große Favorit auf die Meisterschaft hatte zeitweise große Probleme, Tore gegen den bärenstarken Alexander Hübe zu erzielen. Weil es auch offensiv für die Leutershausener Mannschaft von Minute zu Minute immer flüssiger lief - und man sogar eine Rote Karte gegen Rückraumspieler Maximilian Rolka (11.) verkraftete - spielte man sich mit vielen sehenswerten Treffern eine 16:11-Führung zur Halbzeit heraus. Man merkte, dass der Favorit an diesem Abend verwundbar war.

Wenn bei dem Traditionsteam offensiv etwas glückte, dann über den Kreis. Dino Corak schaffte sich geschickt Lücken zwischen der Leutershausener Defensive und verwandelte die Bälle, die er zugespielt bekam, völlig souverän in den Maschen - siebenmal durfte er über einen Treffer jubeln. Er war der erfolgreichste Mann, der an diesem Abend ein blau-weißes Trikot anhatte.

Bei den Teufeln gab es einige Spieler, die einen Sahnetag erwischten. Neben Alex Hübe, der nach dem Spiel mit emotionalen Sprechchören gefeiert wurde, glänzte auch Hendrik Wagner (9 Tore), der sein Comeback gab und direkt an die sensationelle Form vor seinem Ausfall anknüpfen konnte. Auf der anderen Rückraum-Seite war das Selbstvertrauen, das sich Lucas Gerdon in den vergangenen Begegnungen erspielt hatte, zu spüren. Er warf und warf - und traf und traf (5 Tore).

Nach dem Seitenwechsel spielten sich die Roten Teufel in einen Rausch. Es schien alles zu gelingen, was die Mannschaft von Frank Schmitt versuchte. Man eroberte in der Defensive viele Bälle, machte ordentlich Tempo und ging voller Entschlossenheit in die Zweikämpfe. Nach dem 23:13 (41.) durch Lucas Gerdon sah es nach einer deutlichen Pleite des Tabellenführers aus. Bei den Teufeln lief es wie am Schnürchen.

„Das war ein völlig souveräner und verdienter Sieg für Leutershausen. Mindestens auch in dieser Höhe“, sagte Ralf Bader, der Trainer des TV Großwallstadt: „Wir haben fast über das ganze Spiel keine guten Lösungen gefunden. Dennoch bin ich nicht komplett unzufrieden, weil meine Mannschaft nie aufgesteckt hat.“

Der letzte emotionale Höhepunkt sollte aber erst nach dem Abpfiff folgen. Alice Raschke, die seit vielen Jahren die Geschäftsstelle der Roten Teufel leitet, wurde herzlich in den Ruhestand verabschiedet. „Sie hat unglaublich viel Herz und Leidenschaft mit eingebracht“, würdigte Uli Roth: „Sie ist von der SG Leutershausen nicht wegzudenken.“

Noch einmal erhoben sich alle Menschen in der Halle von ihren Sitzen. Dann begann die große Partynacht.

SG Leutershausen – TV Großwallstadt 30:24 (16:11)
Leutershausen: Hübe, Döding - Schreiber 1, Bernhardt, Schwarz, Muth, Rolka 1, Stippel 2, Ruß 1, Cirac 5, Schmitt, Wagner 9, Seganfreddo 3, Mantek, Gerdon 5, Pauli 3/2.

SG Leutershausen

 

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