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HSG Wetzlar – Rhein-Neckar Löwen 27:27

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Wilder Schlagabtausch beschert den Löwen das nächste Drama
Bei der HSG Wetzlar fällt die Entscheidung einmal mehr im letzten Angriff
Erster Bundesliga-Punkt im Jahr 2020 für die Rhein-Neckar Löwen. 27:27 (17:18) endete ein durchweg ausgeglichenes Duell bei der HSG Wetzlar am Donnerstagabend. Beste Löwen auf der Platte: Andy Schmid mit sieben Toren, drei Assists sowie drei herausgeholten Siebenmetern, Andreas Palicka mit 12 Paraden (32,5 Prozent Fangquote) und Mads Mensah, der in der ersten Hälfte 5 von 5 Würfen versenkte. Neu-Löwe Ymir Örn Gislason feierte ein ordentliches Debüt, in dem er sowohl Spielzeit im Innenblock, als auch als zweiter Kreisläufer im 7 gegen 6 erhielt und dabei eine gute Figur abgab. In Minute 22 erzielte er mit dem 13:13 sein erstes Bundesliga-Tor.

Verzichten mussten die Löwen neben den länger verletzten Jesper Nielsen und Steffen Fäth auf die kurzfristig erkrankten bzw. verletzten Uwe Gensheimer und Romain Lagarde. Nach 60 teils turbulenten Minuten sagte Andy Schmid bei „Sky“: „Wir müssen mit dem Unentschieden leben, dabei haben wir das eigentlich richtig gut gespielt.“ Das größte Problem seien die vielen verworfenen Großchancen zu Beginn der zweiten Halbzeit gewesen: „Trotzdem können wir aufbauen auf dieser Leistung, weil Kampf und Einstellung gestimmt haben.“ Jannik Kohlbacher ergänzte: „In der ersten Halbzeit fehlt uns hinten die Aggressivität, da sind wir zu brav. Wenn wir, wie wir wollen, möglichst alle Spiele gewinnen wollen, müssen wir noch mehr aus uns herauskommen.“

Auf der Platte zeichnet sich früh ein Scheibenschießen ab. Auf das 1:0 durch Olle Forsell Schefvert lässt Mads Mensah das 1:1 folgen (2.). Binnen einer Minute fallen die nächsten drei Treffer zum 2:3 (4.). In Minute 7 wiederholt sich das Spektakel, Anton Lindskog stellt dabei auf 5:5. Während die Löwen aus der Mitteldistanz feuern, besticht das Spiel der Wetzlarer durch sehr viel Spielwitz. Immer wieder kombinieren sich die Hessen bis zum Kreis durch. Lindskog kommt bis zur Pause auf sieben Treffer.

Vorne hui, hinten so lala
So wenig Lösungen die Löwen in der Abwehr finden, so entschlossen machen sie es im Angriff. Nach und nach bringen sie durch den Rückraum-Druck den Ex-Wetzlarer Jannik Kohlbacher am Kreis in gute Positionen. Nach feiner Stafette über die klasse harmonierenden Andy Schmid und Mensah trifft der Odenwälder zum 7:8 (13.). Beim 10:11 stellt HSG-Coach Kai Wandschneider seine Abwehr um, lässt sie früher rausrücken. Sein Gegenüber Kristjan Andresson antwortet mit dem siebten Feldspieler – und drängt damit die Hessen wieder tiefer in die Defensive.

In der Folge egalisieren sich die beiden Systeme. Es bleibt ein Spiel auf Augenhöhe – und ein Spiel der Offensiven. Vom 12:11 bis 16:15 führen die Wetzlarer, dann bringen ein Treffer von Niclas Kirkeløkke, die sechste Parade von Andreas Palicka und eine weitere Traum-Kombination von Schmid und Kohlbacher das 16:17. Zur Pause steht es 17:18. Andy Schmid, seit dem Neustart in die Handball-Saison in starker Form, besorgt das 18. Löwen-Tor mit einem Neun-Meter-Kracher in den rechten Torwinkel.

Die zweiten 30 Minuten werden zum kompletten Gegenteil von Durchgang eins. Beide Trainer haben in den Kabinen die Abwehrreihen neu justiert – das kommt den Torhütern zugute. Vor allem Till Klimpke dreht auf. Fünf Paraden landet der Jung-Nationalspieler gegen die Löwen. Weil Wetzlar besser trifft, drehen sie das Spiel in ein 21:18 (38.). Das erste Löwen-Tor nach der Pause erzielt Patrick Groetzki per zweiter Welle zum 21:19 (38.).

Wieder ein Krimi, wieder eine Sekunden-Entscheidung
Andy Schmid, unumstrittener Löwen-Anführer, schafft mit einem weiteren Kraftakt im Eins-gegen-eins das 22:22 (45.). Jetzt wird es eine Kraft- und Nervenfrage – zunächst mit Vorteilen für die Löwen. Mit einem Doppelschlag von Schmid und Guardiola geht es auf 23:25 (51.). Wetzlar schlägt zurück, gleicht wieder aus (25:25, 56.). Der Krimi spitzt sich in der letzten Minute zu: Nach Schmids 26:27 und dem Ausgleich von Olle Forsell Schefvert haben die Löwen noch acht Sekunden für den finalen Angriff.

Schmid passt auf Tollbring, der muss sich einen bestenfalls 50:50-Wurf nehmen – und scheitert am Mann der zweiten Halbzeit, Till Klimpke. 27:27 steht es nach 60 äußerst wechselhaften Minuten. Ein gerechtes Remis zweier Mannschaften auf Augenhöhe.

HSG Wetzlar – Rhein-Neckar Löwen 27:27 (17:18)
Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic (22.-30.) – Feld (1), Björnsen (2), Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissberger, Frend Öfors (2), Holst (4/4), Waldgenbach, Forsell Schefvert (5), Rubin, Lindskog (8), Kristjansson, Cavor (4)
Löwen: Palicka, Appelgren, Gierse – Schmid (7/2), Kirkeløkke (2), Tollbring (1), Abutovic, Mensah (5/2), Groetzki (3), Schneibel, Guardiola (2), Petersson (2), Gislason (1), Ganz, Kohlbacher (4), Kessler
Spielfilm: 1:0, 1:2, 4:5, 6:5, 6:7, 10:11, 12:11, 16:15, 16:17, 17:18 (HZ), 21:18, 21:20, 22:22, 22:23, 23:25, 25:25, 26:26, 26:27, 27:27 (EN)
Schiedsrichter: Suresh Thiyagarajah / Ramesh Thiyagarajah

Quelle: www.rhein-neckar-loewen.de

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