Stuttgart: IHK-Sommerempfang 2026: „Europa als Motor“
Diana Rasch und Elisabeth Rasch
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Stuttgart: IHK-Sommerempfang 2026: „Europa als Motor“

 

Am 8. Juli 2026 blickte die IHK Region Stuttgart beim diesjährigen Sommerempfang auf Europa als wichtigsten Markt für die Region und für Baden-Württembergs Wirtschaft.

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v.l. IHK-Präsident Claus Paal, Verkehrsministerin Nicole Razavi, Ministerpräsident Cem Özdemir, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Herre

IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Herre und IHK-Präsident Claus Paal freuten sich über rund 1.000 Gäste aus der regionalen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, die die Veranstaltung in der IHK-Zentrale für den Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte nutzten – und auch darüber, dass der neue Ministerpräsident Cem Özdemir, Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Verkehrsministerin Nicole Razavi gekommen waren, um über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa, die Wettbewerbsfähigkeit und die Rolle des europäischen Binnenmarkts zu diskutieren.

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v.l. IHK-Präsident Claus Paal, Ministerpräsident Cem Özdemir, IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Herre

IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Susanne Herre sagte vor dem Hintergrund, dass rund 67 Prozent aller Exporte aus dem Land in europäische Länder gehen und fast jeder zweite Export-Euro in die EU:

„Europa ist für unsere Unternehmen kein abstraktes Projekt, sondern ihr wichtigster Markt.“

Zudem unterstrich sie:

„Europa ist aber nicht nur Wirtschaft – Europa lebt davon, dass Menschen sich begegnen, miteinander im Austausch sind und zusammenhalten, genauso wie wir heute Abend bei unserem Sommerempfang.“

Gerade angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen könne man die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit nicht oft genug hervorheben, sagte Dr. Susanne Herre:

„Deshalb stellen wir Europa in diesem Jahr ganz bewusst in den Mittelpunkt – weil der europäische Binnenmarkt die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg vieler Unternehmen in der Region Stuttgart ist.“

Das unterstreichen die Zahlen: Unternehmen aus Baden-Württemberg exportierten im Jahr 2025 Waren im Wert von 162 Milliarden Euro nach Europa – 118 Milliarden Euro davon entfielen auf die EU-27 und knapp 88 Milliarden auf die Eurozone. Dabei lag der baden-württembergische Gesamtexport 2025 bei rund 242 Milliarden Euro. Für die exportstarke Wirtschaft im Südwesten ist Europa der wichtigste Absatzraum.

IHK-Präsident Claus Paal betonte:

„Baden-Württemberg und besonders die Region Stuttgart leben vom Export – und Europa ist dabei unser stärkstes Fundament. Offene Grenzen, gemeinsame Regeln und ein funktionierender Binnenmarkt sichern Aufträge, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unseren Unternehmen. Wer die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes stärken will, muss Europa stärken.“

Die aktuellen Exportzahlen machen deutlich, wie wichtig die europäischen Märkte für Baden-Württemberg bleiben. Blickt man auf die zehn umsatzstärksten Zielländer, legten im ersten Quartal 2026 die Ausfuhren in zahlreiche europäische Länder deutlich zu. In die Schweiz um 27 Prozent, nach Italien um 9,7 Prozent, nach Polen um 8,6 Prozent, nach Spanien um 6,3 Prozent, nach Österreich um 4,2 Prozent, in die Niederlande um 3,2 Prozent und in das Vereinigte Königreich fiel der Zuwachs mit 49,3 Prozent besonders stark aus. Dagegen gingen die Exporte in die USA und nach China zurück.

Claus Paal sagte dazu:

„Diese Entwicklung zeigt: Europa gibt unseren Unternehmen gerade in unsicheren Zeiten Halt. Wenn Weltmärkte schwieriger werden, Handelskonflikte zunehmen und Lieferketten unter Druck geraten, ist ein starker europäischer Wirtschaftsraum wichtiger denn je.“

Und zusammenfassend:

„Europa überschreitet weltweit die kritische Größe, die weder Baden-Württemberg noch Deutschland erreichen würden.“

Ministerpräsident Cem Özdemir war es wichtig hervorzuheben:

„Als Landesregierung priorisieren wir die Wirtschaftspolitik ganz klar. Überall dort, wo wir als Land gestalten können, werden wir die Rahmenbedingungen verbessern und unsere Unternehmen entlasten. Dafür brauchen wir aber auch den Bund und Europa. Als starke Industrie- und Innovationsregion bringen wir unsere Erfahrungen ein, damit europäische Regeln in der betrieblichen Praxis funktionieren. Das heißt weniger Berichtspflichten, einfachere Förderverfahren, schnellere Genehmigungen und mehr Vertrauen in Unternehmen und Verwaltungen. Dafür setze ich mich auch persönlich ein – in Brüssel und auch in Berlin.“

Text und Foto: Diana Rasch und Elisabeth Rasch