MANNHEIM

„Bilder aus Mannheim“ – wie eine Facebook-Gruppe Menschen mit ihrer Stadt verbindet

Mannheim Von Lothar Binder 4 Min. Lesezeit

BAM Gruppenbild
Roland Weber

Was als digitale Fotogruppe begann, ist längst zu einer lebendigen Gemeinschaft geworden. Beim Sommerfest in Sandhofen trafen sich rund 80 Mitglieder von „Bilder aus Mannheim“ persönlich.

Der Wasserturm im romantischen Abendlicht, der Industriehafen aus einer ungewohnten Perspektive oder ein Detail an einer alten Hausfassade, an dem täglich Tausende Menschen vorbeigehen: In der Facebook-Gruppe „Bilder aus Mannheim“ wird die Quadratestadt aus Blickwinkeln gezeigt, die selbst vielen Mannheimerinnen und Mannheimern neue Seiten ihrer Heimat eröffnen.

Doch die Gemeinschaft lebt längst nicht mehr nur im digitalen Raum. Rund 80 Aktive trafen sich im Restaurant Gardenia in Mannheim-Sandhofen zum gemeinsamen Sommerfest. Bei einem Abendessen im Biergarten, Live-Musik von Andy Doc Krause und vielen Gesprächen stand natürlich vor allem eines im Mittelpunkt: die gemeinsame Leidenschaft für Mannheim und die Fotografie.

Ein Stück Mannheim für Menschen auf der ganzen Welt

Eine der Fotografinnen der Gruppe ist Marion Schöbel. Ihr besonderes Interesse gilt den barocken Spuren Mannheims. Mit ihrer Kamera hält sie unter anderem Details des Palais Bretzenheim in A2 oder des Dalberghauses in N3 fest. Gerade solche Motive zeigen, dass die Gruppe weit über die klassischen Postkartenansichten der Stadt hinausgeht.

Roland Weber hat „Bilder aus Mannheim“ vor rund vier Jahren gegründet. Was zunächst in überschaubarem Rahmen begann, entwickelte im Laufe der Zeit eine bemerkenswerte Reichweite.

„Dass sich Menschen aus aller Welt für die Bilder interessieren“, freut Roland Weber besonders.

Gerade für ehemalige Mannheimerinnen und Mannheimer, die heute weit entfernt von ihrer früheren Heimat leben, ist die Gruppe zu einer Art digitalem Stück Mannheim geworden. Vertraute Straßen, Gebäude oder Plätze wecken Erinnerungen. Das Wiedererkennen schafft Nähe und Zugehörigkeit – selbst über große Entfernungen hinweg.

Die eigene Stadt mit anderen Augen sehen

Doch auch für Menschen, die weiterhin in Mannheim leben, haben die Aufnahmen ihren besonderen Reiz. Die Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen entdecken Perspektiven, Details und Lichtstimmungen, die im Alltag häufig übersehen werden.

Für ältere Mitglieder besitzt die Gruppe noch eine weitere Bedeutung, wie Moderatorin Sabine Schilling erklärt. Frühere Ansichten, verschwundene Gebäude oder sichtbare Veränderungen im Stadtbild wecken Erinnerungen und schaffen Verbundenheit mit der eigenen Stadt und ihrer Geschichte.

Auch Elke Kreutzer vom Kulturverein Waldhof schätzt diesen Aspekt: „Ich finde es toll, andere Ecken Mannheims kennenzulernen.“ Genau darin liegt eine der Stärken der Gruppe. Gezeigt werden nicht nur bekannte Wahrzeichen, sondern ebenso unscheinbare Orte und überraschende Perspektiven.

Klare Regeln für ein respektvolles Miteinander

Dass die Gemeinschaft funktioniert, ist kein Zufall. Hinter „Bilder aus Mannheim“ steht ein ehrenamtliches Team aus sechs Administratoren und Moderatoren. Sie achten darauf, dass die Gruppe ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

Administratorin Gabi Adler erklärt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um Fotos zu veröffentlichen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der respektvolle Umgang miteinander.

„Es werden keine Bilder gegen den guten Geschmack gezeigt. Wir sind auch kein politisches Diskussionsforum“, betont Gabi Adler.

Roland Weber formuliert die Grenzen der Gruppe noch deutlicher: „Wir sind nicht kommerziell, wir verkaufen keine Autos und sind ganz sicher keine Dating-Plattform.“ Damit konzentriert sich die Community konsequent auf das, was sie ursprünglich zusammengebracht hat: Mannheim und die Freude an guten Bildern.

Aus einer Facebook-Gruppe wird echte Gemeinschaft

Inzwischen reicht das gemeinsame Interesse weit über Facebook hinaus. Aus der Gruppe sind verschiedene Aktivitäten entstanden. Dazu gehören Mannheimer Stadtteilführungen, beispielsweise mit Nora Noe durch den Jungbusch. Auch eine Walkinggruppe hat sich aus der Community heraus entwickelt.

Das Sommerfest in Sandhofen zeigte eindrucksvoll, wie aus Kontakten in sozialen Medien persönliche Begegnungen entstehen können. Menschen, die zunächst nur die Bilder und Kommentare der anderen kannten, treffen sich, tauschen sich aus und entdecken gemeinsam ihre Stadt.

Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsgeheimnis von „Bilder aus Mannheim“: Die Gruppe zeigt nicht einfach nur, wie Mannheim aussieht. Sie macht sichtbar, was Menschen mit dieser Stadt verbindet – Erinnerungen, Entdeckungen, gemeinsame Erlebnisse und immer wieder einen neuen Blick auf die eigene Heimat.

Eine Gemeinschaft, über die wir gerne berichten

Über die Einladung zum Sommerfest von „Bilder aus Mannheim“ habe ich mich persönlich sehr gefreut. Vor Ort wurde noch einmal deutlich, dass hinter den vielen Bildern und Beiträgen vor allem Menschen stehen, die eine besondere Verbundenheit zu Mannheim miteinander teilen.

Gerade solche Gemeinschaften sind es, die das gesellschaftliche und kulturelle Leben einer Stadt bereichern. Sie bewahren Erinnerungen, entdecken Bekanntes neu und bringen Menschen zusammen, die sich ohne ihr gemeinsames Interesse vielleicht nie begegnet wären.

Umso mehr freuen wir uns, auch künftig über die Aktivitäten von „Bilder aus Mannheim“ zu berichten und unseren Leserinnen und Lesern im MetropolJournal diese besondere Gemeinschaft, ihre Menschen und ihre fotografischen Entdeckungen aus Mannheim näherzubringen.

Hinweis: Die Facebook-Gruppe „Bilder aus Mannheim“ widmet sich fotografischen Ansichten aus Mannheim. Neben dem digitalen Austausch sind aus der Gemeinschaft auch persönliche Treffen, Stadtteilführungen und weitere gemeinsame Aktivitäten entstanden.

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