MANNHEIM
35 Polizeikräfte beim DFB-Pokalderby leicht verletzt

Beim DFB-Pokalderby in Mannheim wurden 35 Polizeikräfte leicht verletzt. Pyrotechnik, ein Platzsturm und zahlreiche weitere Vorfälle beschäftigen die Ermittler.
Veröffentlicht am 22. August 2026 um 00:18 Uhr | Quelle: Polizeipräsidium Mannheim
Nach dem DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat das Polizeipräsidium Mannheim eine vorläufige Einsatzbilanz veröffentlicht.
Die Begegnung begann am Freitag, 21. August 2026, um 18 Uhr im ausverkauften Carl-Benz-Stadion. Nach Angaben des Veranstalters waren rund 23.500 Zuschauer anwesend, darunter etwa 3.500 Gästefans. Rund 1.400 Polizeikräfte waren im Einsatz.
Vor dem Spiel blieb die Lage überwiegend ruhig. Die Polizei registrierte vereinzelte verbale Provokationen und Pyrotechnik. Körperliche Auseinandersetzungen seien durch die Trennung der Fangruppen verhindert worden. Ein Fanmarsch mit rund 2.000 Kaiserslautern-Anhängern führte ohne nennenswerte Zwischenfälle von Ludwigshafen-Mitte über den Mannheimer Hauptbahnhof zum Lindenhofplatz.
Pyrotechnik und Platzsturm
Während des Spiels wurde in beiden Fanbereichen wiederholt massiv Pyrotechnik gezündet. Nach Ende der regulären Spielzeit bildeten beide Mannschaften auf dem Spielfeld eine Menschentraube. Laut Polizei entwickelte sich dabei eine aggressive Stimmung gegenüber den Zuschauerrängen.
Mannheimer Anhänger warfen zahlreiche Becher in Richtung der Kaiserslauterer Ersatzbank. Aus dem Gästebereich wurden gezielt Raketen in Richtung Haupttribüne geschossen.
Als Mannheimer Fans den Platz stürmten, drängten Einsatzkräfte sie zurück. Dabei wurden die Beamten aus dem Heimblock mit Pyrotechnik und Raketen beschossen. Insgesamt erlitten 33 Kräfte der Bundespolizei und zwei Beamte des Polizeipräsidiums Mannheim leichte Verletzungen.
Der Beginn der Verlängerung verzögerte sich. Danach kam es nach Polizeiangaben zu keinen weiteren Vorfällen. Nach Spielende setzten Gästefans Teile ihrer Choreografie vorsätzlich in Brand. Die Feuerwehr Mannheim löschte das Feuer.
Zahlreiche Ermittlungsverfahren
Die Behörden ermitteln unter anderem wegen Beleidigungen, unterschiedlicher Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, Angriffen auf Polizeikräfte und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Mehrere Fans wurden vorübergehend festgenommen.
Insgesamt wurden 85 Menschen medizinisch behandelt. Acht von ihnen kamen in Krankenhäuser. Die Polizei sicherte umfangreiches Videomaterial; die genaue Zahl der Straftaten wird noch ausgewertet.
Der Einsatz führte zeitweise zu Einschränkungen im Straßenverkehr und im öffentlichen Nahverkehr.
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