Ludwigshafen am Rhein
Filmfestival Ludwigshafen - Ehrenpreis 2026 für Volker Schlöndorff


(Foto: MJ) Volker Schlöndorff, Mitte, mit den Festivaldirektoren Daniela und Dr. Michael Kötz
SchließenDie deutsche Regielegende erhält den Ehrenpreis des Festivals des deutschen Films
(GM) Am vergangenen Freitagabend wurde beim 22. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen der Ehrenpreis 2026 verliehen. Der diesjährige Preisträger ist „eine Größe des internationalen Films“, wie Festivaldirektor Dr. Michael Kötz, den 87-jährigen Volker Schlöndorff in seiner Laudatio völlig zu Recht bezeichnete und dessen Film „Montauk“, nach einer Erzählung von Max Frisch, zuvor gezeigt wurde.
Allein sieben Mal wurde der in Wiesbaden geborene Regisseur mit dem Bundesfilmband, dem Vorgängerpreis der heutigen „Lola“, ausgezeichnet, davon sechs Mal in Gold und einmal in Silber. Zudem wurden Schlöndorff in Frankreich der „César und in Österreich die „Romy“ und zwei Hände voll weiterer Preise verliehen.
Der internationale Durchbruch Schlöndorffs erfolgte 1979 mit der Verfilmung des Romans „Die Blechtrommel“ von Günter Grass, für die er in Hollywood den Oscar verliehen bekam und in Cannes die „Goldene Palme“. Nachdem Volker Schlöndorff bereits 1975 erfolgreich Heinrich Bölls Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ verfilmt hatte, festigte er im weiteren Verlauf seiner Karriere seinen Ruf als Meister von Literaturverfilmungen, zu denen neben zahlreichen anderen auch Arthur Millers „Tod eines Handlungsriesenden sowie „Homo Faber“ von Max Frisch gehören.
„Ich hatte als Junge immer die Vorstellung, dass sich Regisseure im Alter zurücklehnen und zufrieden auf ihre Auszeichnungen schauen“, verriet Dr. Michael Kötz weiter in seiner Laudatio, „aber heute weiß ich, dass Künstler niemals in Ruhestand gehen.“
Das trifft zum Glück auch auf Volker Schlöndorff zu, der, wie er zugibt „nix gelernt zu haben“, sondern nur seiner „Leidenschaft gefolgt“ zu sein und im anschließenden Filmgespräch, auf die Frage, weshalb er nie eine Komödie inszeniert hätte, lachend antwortete: „Noch nicht. Aber ich habe da ein Projekt …“
Dem Publikum würde es sicher gefallen und niemand hätte etwas dagegen, wenn Volker Schlöndorff mit einem neuen Projekt noch einmal nach Ludwigshafen kommen würde. Und in seiner Vitrine wäre bestimmt auch noch Platz für eine weitere Auszeichnung.
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