Karlsruhe/Ubstadt-Weiher

Schockanrufer erbeuten in zwei Fällen fünfstellige Bargeldbeträge

Baden Württemberg Von Lothar Binder 2 Min. Lesezeit

KI-generiertes Bild

Mit erfundenen Unfallgeschichten haben Telefonbetrüger am Dienstag zwei Senioren in Ubstadt-Weiher und Karlsruhe-Oberreut getäuscht. In beiden Fällen wurde Bargeld in fünfstelliger Höhe übergeben.

Karlsruhe/Ubstadt-Weiher. Die Kriminalpolizei Karlsruhe warnt aktuell vor sogenannten Schockanrufen. Am Dienstag, 8. September 2026, waren Betrüger in Ubstadt-Weiher und im Karlsruher Stadtteil Oberreut erfolgreich. In beiden Fällen sollen die Gespräche in russischer Sprache geführt worden sein.

79-Jähriger in Ubstadt-Weiher getäuscht

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe erhielt ein 79-jähriger Mann aus Ubstadt-Weiher am Dienstagvormittag den Anruf einer unbekannten Frau. Diese meldete sich mit ihrem Vornamen und behauptete, die Ehefrau des Mannes und dessen Tochter hätten eine schwangere Frau angefahren.

Um eine angebliche Untersuchungshaft abzuwenden, müsse eine Kaution bezahlt werden. Gegen 11:40 Uhr erschien daraufhin ein Mann an der Anschrift des 79-Jährigen in der Salzbrunnenstraße und nahm Bargeld in fünfstelliger Höhe entgegen. Anschließend entfernte sich der Tatverdächtige in unbekannte Richtung.

Der Abholer wird als etwa 25 bis 30 Jahre alt und rund 1,85 Meter groß beschrieben. Er soll ein gepflegtes Erscheinungsbild und dunkle Haare gehabt haben. Die Kommunikation soll in russischer Sprache erfolgt sein.

Ähnlicher Fall in Karlsruhe-Oberreut

Wenig später kam es nach bisherigen Erkenntnissen in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Oberreut zu einem ähnlichen Betrugsfall. Eine 86-jährige Frau erhielt ebenfalls am Vormittag einen Anruf einer unbekannten Frau.

Der Seniorin wurde erzählt, ihre Tochter habe ein Kind angefahren, das nun notoperiert werden müsse. Auch hier forderten die Betrüger eine angebliche Kaution, um eine Untersuchungshaft der Tochter abzuwenden.

Gegen 14:30 Uhr erschien ein Mann an der Wohnanschrift der 86-Jährigen und nahm Bargeld in fünfstelliger Höhe entgegen. Danach entfernte er sich in unbekannte Richtung.

Der Mann wurde als groß und etwa 40 bis 45 Jahre alt beschrieben. Zum Zeitpunkt der Geldübergabe soll er eine Schildmütze getragen haben. Auch in diesem Fall soll die Kommunikation auf Russisch erfolgt sein.

Kriminalpolizei warnt vor Schockanrufen

Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen und warnt eindringlich davor, sich am Telefon unter Druck setzen zu lassen. Misstrauen ist insbesondere dann angebracht, wenn unbekannte Personen schnelle Entscheidungen oder die Übergabe von Bargeld, Schmuck und anderen Wertgegenständen verlangen.

Betroffene sollten das Gespräch beenden und selbst die 110 wählen. Dabei sollte nicht die Rückruftaste verwendet werden. Persönliche und finanzielle Verhältnisse sollten gegenüber unbekannten Anrufern nicht offengelegt werden. Zudem empfiehlt die Polizei, sich mit Familienangehörigen oder anderen vertrauten Personen zu beraten.

Zeugen gesucht

Wer am Dienstag im Bereich der Salzbrunnenstraße in Ubstadt-Weiher oder der Rudolf-Breitscheid-Straße in Karlsruhe-Oberreut verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat oder weitere Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0721 666 5555 mit der Kriminalpolizei Karlsruhe in Verbindung zu setzen.

Weitere Präventionshinweise zu Telefonbetrug und Schockanrufen gibt es unter www.polizei-beratung.de.

Hinweis

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Bei den beschriebenen Personen handelt es sich um Tatverdächtige beziehungsweise bislang unbekannte Abholer. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

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