Mannheim

TSV Havelse – SV Waldhof 3:2

Fussball Von Gerhard Mertin 4 Min. Lesezeit

Unnötige Niederlage in Havelse, nach 2:0-Führung
(GM) Vor dem dritten Spieltag dieser Saison war der SV Waldhof noch ungeschlagen und Havelse noch ohne Punkt. Beide „kleine Serien“ wurden am Sonntag beendet. Nach einer 2:0-Führung, die leider nicht in die Pause genommen werden konnte, gab der SV Waldhof das Spiel beim TSV Havelse nach der Pause komplett aus der Hand und unterlag am Ende noch mit 2:3. Damit konnte die Mannschaft von Rui Mota – nach dem Spiel in Rostock - bereits zum zweiten Mal eine 2-Tore-Führung nicht über die Zeit bringen.
Okeke, der zuletzt angeschlagen war, rückte wieder in die Startelf, ebenso wie Gregorio und Thill; Müller, Polte und Ulbricht blieben zunächst draußen.

Der Waldhof begann die Partie selbstbewusst und ließ den Ball gut durch die eigenen Reihen laufen. Nachdem ein Eckball in der 2. Minute noch keine Gefahr für das Havelser Tor bedeutete (2.), wurde es in der 8. Minute schon deutlich gefährlicher und bei der Flanke von Bierschenk konnte Belkahia nur mit Mühe zur zweiten Waldhöfer Ecke klären.

Die Vorstöße der Gastgeber bestanden lediglich aus weiten Schlägen nach vorn, auf den schnellen Guiddir, der sich jedoch noch nicht durchsetzen konnte. Der Waldhof bleibt dominierend und die Führung in der 21. Minute entsprach zu diesem Zeitpunkt dem Spielverlauf. Thill spielte zuvor auf die rechte Seite zu Bierschenk, der flach in den Strafraum spielte, auf Gregorio, der sich mit einer Drehung Platz verschaffte und den Ball sehenswert mit rechts zum 0:1 in die lange Ecke schlenzte. Tolle Geste des Portugiesen, der nach seinem Treffer zur Bank eilte und sich von Ulbricht beglückwünschen ließ, für den er in die Startelf gerückt war.

Der Stadionsprecher hatte kaum die Waldhöfer Führung verkündet, als es schon 0:2 hieß. Bei einem weiteren Eckball spielte Thill kurz auf Asallari, der sofort wieder auf Thill zurückpasste. Thill nahm den Ball direkt und setzte ihn per Kunstschuss über Havelses Schlussmann Hanin hinweg zum 0:2 ins Netz (23.). Jubel beim Waldhöfer Anhang und an der Seitenlinie. Das Spiel schien in die richtige Richtung zu laufen.

Doch nur zwei Minuten später gelingt den Gastgebern wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer. Tugbenyo setzt sich im Mittelfeld gegen zwei Waldhöfer durch, spielt steil auf Guiddir, der einen Augenblick vor dem herauseilenden Nijhuis schneller am Ball ist und von der Strafraumgrenze zum 1:2 trifft.

Der Anschlusstreffer veränderte das Spiel völlig. Während der Waldhof immer passiver wurde und nur noch agierte, wurde Havelse in der Folge immer selbstbewusster und zog das Spiel mehr und mehr an sich und in der 43. Minute hatte Havelse die große Chance zum Ausgleich, nachdem Guiddir nach einer Grätsche von Klünter im Waldhöfer Strafraum zu Boden gegangen war und es Elfmeter gab. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung des japanischen Schiedsrichters Koji Takasaki, weil Klünter zuerst den Ball und dann den Fuß des Havelsers getroffen hatte.

Berger legt sich den Ball auf den Punkt, aber Nijhuis ahnt die Ecke und kann den Strafstoß abwehren. Glück für den Waldhof, der nach der dreiminütigen Nachspielzeit den knappen Vorsprung mit in die Pause nehmen kann.

Zum zweiten Spielabschnitt wird Asallari von Müller ersetzt. Wie in der ersten Halbzeit beginnt der Waldhof stark, verlagert das Spiel minutenlang in die Hälfte des Gegners – bis zur 56. Minute. Wieder ist nach einem langen Ball Guiddir auf und davon und kann von Nijhuis nur durch ein Foul gestoppt werden. Es gibt wieder Elfmeter für den TSV. Diesmal legt sich Wriedt den Ball zurecht. Auch er scheitert zunächst an Nijhuis, kann den Abpraller aber dann doch zum 2:2 im Waldhöfer Gehäuse unterbringen. Ärgerlich für den Waldhöfer Torhüter, der auch in diesem Fall die richtige Ecke geahnt hatte.

In der Folge übernimmt Havelse mehr und mehr die Initiative und vom Waldhof kommt kaum noch etwas. Rui Mota reagiert und bringt mit Ulbricht und Mickels zwei frische Kräfte für Thill und Bierschenk (67.). Im weiteren Verlauf der Partie kommen noch Boyd für Gregorio (78.) und Michel für Thalhammer (82.) und auch Havelse wechselt mehrfach. Auf keiner der beiden Seiten zeigen die Wechsel besondere Wirkung und alles sieht nach einer Punkteteilung aus. Doch in der 84. Minute gelingt den Gastgebern tatsächlich noch der Siegtreffer. Auf der linken Seite hat Berger viel zu viel Platz und Zeit zum Flanken, in der Mitte ist Sommer per Kopf einen Hauch vor Keumo am Ball und der minimale Kontakt genügt, um Nijhuis zu überwinden – 3:2 für Havelse.

Zwar versucht der Waldhof in der verbleibenden Zeit alles, um doch noch einen Punkt mitzunehmen, aber es läuft weiterhin nichts mehr zusammen, Havelse kann das Ergebnis über die Zeit bringen. Nach dem Auftaktsieg gegen Düsseldorf konnte der Waldhof in den zwei folgenden Spielen jeweils eine 2-Tore-Führungen nicht zum Siegen nutzen. Statt möglicher 9 Punkte stehen leider nur 4 auf dem Konto. Zwar zeigte sich der Waldhof in allen drei Begegnungen spielerisch verbessert, aber in der Tabelle ist das noch nicht so deutlich zu sehen. Zum Glück ist die Saison noch lang.

TSV Havelse – SV Waldhof Mannheim 3:2 (1:2)
Havelse: Hanin - Duah, Belkahia, Mausehund, Sommer (89. Lamby), Berger, Schumacher, Voufack (78. Richter), Guiddir (89. Oltrogge), Tugbenyo, Wriedt (71. Paldino)
Waldhof: Nijhuis - Okeke, Klünter, Kammerknecht, Keumo, Thalhammer (82. Michel), Thill (67. Ulbricht), Rieckmann, Asallari (46. Müller), Bierschenk (67. Mickels), Gregorio (78. Boyd)
Tore: 0:1 Gregorio (21.), 0:2 Thill (23.), 1:2 Guiddir (25.); 2:2 Wriedt (57.), 3:2 Sommer; Schiedsrichter: Koji Takasaki; Zuschauer: 1.018; besondere Vorkommnisse: Nijhuis (Waldhof) hält Elfmeter von Berger (43.) und Wriedt (56.)

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