Mannheim
SV Waldhof – SC Verl 0:1

Bittere 0:1-Niederlage trotz deutlicher Überlegenheit
(GM) Enttäuschte Gesichter im Carl-Benz-Stadion nach dem Schlusspfiff. Mit 0:1 unterlag die Mannschaft von Rui Mota gegen den SV Verl und rutschte nach dem guten Saisonstart auf Platz 12 ab, was aber selbstverständlich nach vier Spieltagen noch nicht viel zu sagen hat. Trotz viel Ballbesitz und Dominanz gelang dem Waldhof kein Treffer, während die Gäste ihre einzige Möglichkeit nutzten, um sich die ersten Punkte der Saison zu holen.
Der SV Waldhof scheint in dieser Saison ein dankbarer Gegner für Mannschaften zu sein, die auf Abstiegsplätzen stehen. Vor einer knappen Woche gab es eine 2:3 Niederlage beim bis dahin punktlosen TSV Havelse und am Samstagnachmittag dann die 0:1-Heimniederlage gegen den SC Verl, der vor dem 4. Spieltag ebenfalls ohne Punkt auf dem letzten Platz stand.
Etwas überraschend stand Thill nicht in der Waldhöfer Startelf, ebenso wie Thalhammer und Asallari, dafür begannen Michel, Müller und Ulbricht, der also mit Gregorio gewissermaßen eine Doppelspitze bilden sollte. Vor dem Anpfiff bat Schiedsrichter Assad Nouhoum in den Mittelkreis, wegen einer Schweigeminute für das kürzlich verstorbene Ehrenmitglied Hans-Jürgen Farrenkopf.
Wie bereits in den letzten Spielen begann der SV Waldhof druckvoll und bekommt bereits in der 1. Minute zum ersten Abschluss durch Ulbricht, der aber noch nicht gefährlich wird. Auch danach bleibt der Waldhof am Drücker; das erste Lebenszeichen der Gäste setzte Farouk, in der 6. Minute, der Ball geht aber deutlich am Tor vorbei. Waldhof bedrängt weiter das Tor der Verler, die in der Anfangsphase in der Abwehr ordentlich arbeiten müssen. Leipold versucht früh auf Zeit zu spielen und handelt sich dafür bereits in der 12. Minute die Gelbe Karte ein. Die erste zwingende Gelegenheit hat in der 19. Minute Ulbricht, der nach Vorarbeit von Keumo die lange Ecke anvisiert. SC-Torhüter Schieck kann den Ball zunächst abwehren, Bierschenk kommt zum Kopfball, aber drüber.
Auch wenn Verl gelegentlich vor dem Waldhöfer Tor auftaucht, bestimmen die Gastgeber weiter das Spiel. Nachdem Ulbricht nach einer Einzelleistung aus der Distanz abzieht, aber das Tor noch knapp verfehlt (23.), hat Gregorio zwei Minuten später Pech, dass Verls Torhüter Schieck seinen Kopfball per Fußabwehr gerade noch von der Linie kratzt. Die Führung für das Mota-Team ist im Grunde nur eine Frage der Zeit. In der 28. Minute visiert Keumo von der Strafraumkante die lange Ecke an, sein Schuss wird abgefälscht, aber Schieck reagiert erneut klasse und kann parieren.
In der 33. Minute kann Klünter bei einem der seltenen Verler Angriffe Leipold nur per Foul stoppen und sieht die Gelbe Karte. Auf der anderen Seite wird eine Minute Ulbricht von Berner abgeräumt und auch der Verler sieht Gelb. Den anschließenden Freistoß zieht Gregorio nur ganz knapp um den linken Pfosten (35.). Und dann bewahrheitet sich einmal mehr die alte Fußballweisheit, nach der das Vergeben eigener Chancen irgendwann bestraft wird. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit erreicht ein langer Ball über die Waldhöfer Abwehr hinweg Berner, der allerdings aus stark abseitsverdächtiger Position gestattet war, dessen flache Hereingabe verwandelt in der Mitte Heike zum überraschenden 0:1 – Nujhuis konnte den Einschlag nicht verhindern (44.).
Die Gäste nehmen in der Pause einen Wechsel vor, Berner bliebt draußen, er wird durch Vogler ersetzt. Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts setzt sich das bereits bekannte Szenario fort. Der Waldhof drängt, erspielt sich Chancen, nutzt sie aber nicht. Ob Michel (48.), Ulbricht (51.), Gregorio (54.) oder erneut Gregorio (58.), keinem gelingt es, den Ball an Schieck vorbeizubringen. Rui Mota reagiert und mit Sarenren Bazee für Bierschenk und Thill für Michel, kommen zwei neue Spieler in die Partie (61.). Gut zehn Minuten später kommen auch noch Boyd und Thalhammer für Gregorio und Rieckmann.
Der Waldhof arbeitet beharrlich am Ausgleich und Verl kommt kaum einmal über die Mittellinie, aber das 1:1 will einfach nicht fallen. Bemerkenswert: beim Waldhof scheinen die seit dieser Saison eingeführten neuen Regeln noch nicht bekannt zu sein. Nachdem zuvor man sich zuvor bereits bei einem Einwurf zu lange Zeit gelassen hatte und dafür Verl den Ball zugesprochen bekam, ging in der 75. Minute Müller zu langsam vom Platz, worauf Mickels eine Minute warten musste, bevor er aufs Spielfeld durfte.
Auch Verl wechselt dann mehrfach und dem Waldhof beginnt die Zeit davon zu laufen. Die Mannschaft von Rui Mota müht sich unentwegt, entwickelt dabei keine einzige zündende Idee. Inzwischen werden die Bälle meist hoch und weit nach vorne geschlagen und können von der Verler Abwehr problemlos verteidigt werden. Boyd versucht in frei Räume zu laufen, bekommt aber kaum einen verwertbaren Ball. Es ist eines dieser Spiele, von denen man sagt, man hätte noch stundenlang spielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Und dabei bleibt es auch. Verl bringt das Ergebnis über die Zeit und von der Euphorie des guten Saisonstarts ist nichts mehr übrig. Wie sagte Rui Mota noch vor der Partie? Es wird darauf ankommen, wer den größeren Willen hat - und wir wollen den größeren Willen haben. Nach diesem Spiel weiß man, dass Willen allein leider nicht genügt, man muss auch seine Chancen nutzen.
Als nächstes muss der Waldhof beim SV Wehen Wiesbaden antreten. Die Hessen haben in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen, was nichts Gutes für die Buwe bedeutet, denn derzeit gibt es für den SV Waldhof keinen gefährlicheren Gegner als den Tabellenletzten.
SV Waldhof Mannheim – SC Verl 0:1 (0:1)
Waldhof: Nijhuis - Okeke, Klünter, Kammerknecht, Keumo, Rieckmann (72. Thalhammer), Müller (75. Mickels), Bierschenk (61. Sarenren Bazee), Michel (61. Thill), Ulbricht, Gregorio (72. Boyd)
Verl: Schlieck - Berner (46. Vogler), Lehmann, Seidel, Kijewski, Waidner, Mesanovic, Farouk (79. Kaube), Clausen (75. Otto), Leipold (87. Foti), Heike (75. Wssig)
Tor: 0:1 Heike (44.); Schiedsrichter: Assad Nouhoum; Zuschauer: 8.642
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