„Kloster Jerichow „ feiert 875-jähriges Jubiläum!

Volker Weßbecher/ FAWpress
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Jerichow ist eine Einheitsgemeinde und Stadt im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Mit fast 270 km² gehört Jerichow zu den nach Fläche größten Gemeinden Deutschlands. Am 22. Juni feiert das dortige Kloster Jerichow sein 875-jähriges Jubiläum.

Ordensgeschichtlich handelte es sich ja in Jerichow nicht um ein Mönchskloster, sondern um ein Chorherrenstift des Prämonstratenserordens im Range einer selbständigen Propstei. Die Prämonstratenser folgen als Regularkanoniker der Ordensregel des Hl. Augustinus von Hippo. Dennoch wurde und wird Jerichow häufig allgemein als Kloster bezeichnet, während die baulich und kirchenrechtlich vergleichbaren Kreuzganganlagen neben den Domen von Magdeburg, Havelberg und Brandenburg korrekter als Stifte (hier zum Teil als Domstifte) und nicht als Klöster bezeichnet werden. In allen vier Fällen handelte es sich um Niederlassungen von Prämonstratenser-Chorherren. Zudem war Jerichow Sitz eines Archidiakonates und betreute elf Pfarreien.

Das Kloster wurde 1144 in der Nähe des Jerichower Marktes als Prämonstratenserstift von Hartwig I. von Bremen gegründet. Im Jahr 1148 wurde das Kloster nach außerhalb des Ortes an seine heutige Stelle verlegt und dort 1149 mit dem Bau der Stiftskirche begonnen. Unter Propst Isfried (1159–1179) wurden 1172 die Kirche und der Ostflügel fertiggestellt. Zwischen 1180 und 1200 erfolgte dann der Einbau einer Krypta. Außerdem wurde die Kirche um die Nebenchöre erweitert. Es wurde das Winterrefektorium und das Amtshaus erbaut. Von 1220 und 1230 erfolgte dann der Bau des Sommerrefektoriums und des Kreuzgangs. Um 1250 konnten die Bauarbeiten an den Klostergebäuden schließlich beendet werden. Das Turmjoch mit den beiden markanten Türmen wurde erst 1256–1262 vor die Kirche gesetzt. Dementsprechend weisen sie, abgesehen vom Westportal und stilistisch neutralen Friesen, vor allem gotische Formen auf.

Am vergangenen Sonntag, 16. Juni 2019, war Klostergästeführerin Christine Graf, in der Sonntagvormittagsendung des TV-Senders ARD, „Immer wieder sonntags“, mit Moderator Stefan Mross, im Europa-Park in Rust zu Gast und stellte die Klosteranlage und die Besonderheiten des Jerichower Landes, im „Deutschland-Bingo“ vor. Sie erzählte vom Kloster, vom Klostergarten, von römischer Kamille, von „Gundermann“ für die männliche Manneskraft, von Eberraute, die man auch „Cola-Kraut“ nennt sowie vom „Backstein-Klosterbrot“ und vom eigenen „Klosterwiesengeist“!

Begleitet hatte sie Sigrid Rau, die vom großen Kartoffelaufkommen im Jerichower Land schwärmte und die dadurch auf die Idee kam, etwas ganz Besonderes aus diesen wunderbaren Kartoffeln zu kreieren! Seit 14 Jahren produziert sie jetzt, in Handarbeit, fünf eigene Kreationen von Kartoffelmarmeladen – aus dem Kopf heraus. Mal mit Früchten, mal mit Krokant, Vanille oder mit Nüssen. Immer wieder probiert sie etwas Neues aus, aber zuckerreduziert muss es sein. Im Jahre 2007 gewann sie mit Ihren Marmeladen das „Berliner Marmeladen Casting“!
Auf die Frage von „Immer wieder sonntags“-Moderator Stefan Mross, ob sie denn die 5.000 Gläser Marmelade, aufgrund der großen Nachfrage der Zuschauer, nach der Sendung herstellen könnte, antwortete Sigrid Rau: „Ich habe bis jetzt alles geschafft! Da würde ich auch das schaffen!“

Mit „Amarillo“ von Tony Christie, gespielt vom Schalmeienorchester Darev/ Elbe e.V., verabschiedeten sich die Gäste aus dem Jerichower Land, aber nicht, ohne vorher durch Pfeilwurf auf die Deutschlandkarte, beim „Detschland-Bingo“, die nächsten Gäste, aus Berga an der Elster (Thüringen), südlich von Gera, für die nächste Sendung festzulegen!

Text und Fotografie: Volker Weßbecher/ FAWpress