„Momente der Staufersaga“ - Staufersaga-Verein in Schwäbisch Gmünd beeindruckt auch 2022 mit historischem Spiel

Diana Rasch
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Das Freilichttheater "Momente der Staufersaga - Eine zauberhafte Zeitreise", ein Schauspiel in zehn Szenen von Pat Mueller ließ bei der Uraufführung am 6.7.2022 im Remspark in Schwäbisch Gmünd tief beeindruckte Zuschauerinnen und Zuschauer zurück. Den mehr als 500 ehrenamtlichen Darstellerinnen und Darstellern war es gelungen, sie vom Hier und Jetzt mitzunehmen zu den herausragenden Stationen der staufischen Geschichte, mit der die Region verbunden ist.

Mit dem Zeitreisenden Felix Unruh (Pat Mueller) erleben die Kinder Bea und Philipp (Fanny und Valentin Schaumann) und ihreTante Ann-Cathrin (Mona Zink), wie die Geschichte wieder auflebt, etwa beim Mainzer Hoffest, und da ihnen die Zeitreisen, die sie gemeinsam mit Kindern aus der Vergangenheit antreten, durch ein Einhorn-Amulett ermöglicht werden, das sie gemeinsam beschwören: „Zusammen, zusammen geht`s durch die Zeit“ – auch, dass Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freundschaft wichtig sind.

Die lebendigen, abwechslungsreichen Szenen, die sich durch die zahlreichen Darstellerinnen und Darsteller, die ihre Rollen sehr überzeugend spielen, selbst auf- und wieder abbauen und sich auch über die Open-Air-Bühne hinaus erstrecken, bieten prachtvolle Gewänder, opulenten Kopfputz, schwungvolle Tanzdarbietungen, Akrobatik, Bogenschießen, Kampfszenen, Musik auf historischen Instrumenten gespielt, Jagdhornbläser, Fahnenschwinger und sogar echte Falken von der Falknerei im Kloster Lorch.

Von Leprakranken und Bettlern ist alles dabei bis zu Rittern auf ihren Pferden und Edelfrauen. Man kann den Aufstieg der Stauferdynastie vom „Riesgraf“ Friedrich von Büren 1046 über das Herzogtum und Königtum bis zu den Stauferkaisern Friedrich I. (Kaiser Barbarossa) und Friedrich II. bis zu Konradin, dem letzten Staufer, erleben. Das Stück endet in Schwäbisch Gmünd mit dem Besuch Heinrich des VI., Vater von Friedrich II. Die Rüstmeisterei und die Gewandmeisterei, die im Laufe eines Jahrzehnts in ungeheurer Fleißarbeit aufwendigste historische Kostüme gefertigt hat, dazu eine großartige Maske und bis in die kleinsten Detail sorgfältig ausgewählte Requisiten sorgen für ein perfektes Theatererlebnis, das fasziniert.

Die künstlerische Leitung und Regie lag in den Händen von Pat Mueller, Gerburg Maria Müller und Michael Schaumann. Die Kompositionen stammen von Mick Baumeister, Larry Lipkis und Matthias Pflüger.

2012 war Stephan Kirchenbauer-Arnolds Stück „Die Staufersaga“ zum 850-jährigen Stadtjubiläum aufgeführt worden und er führte auch selbst Regie. Ihm war es im gelungen, Interesse für die staufische Geschichte zu wecken, den Verein zu gründen und rund 2000 Mitwirkende für die (unvergesslichen) Theateraufführungen vor der Johanniskirche zu gewinnen.

Diana Rasch
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Text und Foto: Diana Rasch