Solitude Revival 2022 – 100 Jahre Internationales Rennsport-Klassik-Festival begeistert gefeiert

Leonberg-Glemseck. Beim Solitude Revival am 16. und 17. Juli 2022 in Leonberg/Glemseck (Autobahn A8, Ausfahrt Leonberg-Ost) wurde das Jubiläum „100 Jahre Automobilrennen auf dem Solitude-Ring“ begeistert gefeiert. Zu diesem zweitägigen internationalen Rennsport-Klassik-Festival „Mythos Solitude – die Legende lebt“ nahe der Automobilstadt Stuttgart waren mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher gekommen. Mehr als 400 Fahrzeuge in unterschiedlichen Klassen und von kurios bis elegant waren an den Start gegangen – und dabei dabei wurde die Tradition und Besonderheit der Solitude-Rennen wieder aufgenommen und Motorrad- und Automobilsport kombiniert. Rennmotorräder aus allen Epochen, auch mit Seitenwagen, Automobile von Prototypen über Grand Tourismo Fahrzeugen bis zu original Formel I-Fahrzeugen war alles dabei. Von Vorkriegsfahrzeugen bis hin zu Fahrzeugen, die mit E-Fuels, Syn-Fuels oder Bio-Kraftstoff gefahren werden, wurde die faszinierende Geschichte des technologischen Wandels abgebildet. Organisiert wurde die Veranstaltung für Oldtimer- und Rennsportfans vom Verein Solitude Revival e. V., unterstützt von Porsche Heritage und Museum.

Die anspruchsvolle 11,5 km lange historische Natur-Rennstrecke führt von Leonberg-Glemseck aus entgegen dem Uhrzeigersinn zum Dreispitz, am Rand des Wildparks entlang, durch den Schattengrund und zurück durch das Mahdental über eine enge Landstraße mit 26 Links- und 19 Rechtskurven und einem Höhenunterschied vom 130 m durch den Wald, auf öffentlichen Straßen, die für die Rennen gesperrt wurden. Der historische Start- und Zielturm liegt östlich von Glemseck im idyllischen Glemstal.

Ursprünglich, in den Anfängen 1903, noch im Königreich Württemberg, führte die Strecke vom Stuttgarter Westbahnhof den Berg hoch zum Barockschloss "Solitude", das auf einer Anhöhe zwischen Stuttgart und Leonberg, nahe Gerlingen, liegt. Die legendären Rennen, begründet durch die Deutsche Motorradfahrer Vereinigung, DMV, fanden anfangs noch auf unbefestigten Straßen statt und zunächst waren es auch nur Motorräder, erst später kamen Automobile hinzu. Da es immer mehr wurden, obwohl es viele der Autofirmen, die wir heute kennen, noch gar nicht gab, entwickelte sich aus der Deutschen Motorradfahrer Vereinigung, DMV, dann 1911 der Allgemeine Deutsche Automobil Club, der ADAC. Die Rennen, seit 1922 „Bergrennen für Motorräder, Sport- und Rennwagen“, fanden international Beachtung. In der Zeit nach dem Krieg etwa zwischen 1949 und 1965 zogen die Solituderennen rund 4,5 Millionen Besucherinnen und Besucher an. An manchen Rennwochenenden allein waren etwa 400.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gekommen. Besondere Höhepunkte waren dann in den 60-er Jahren die Formel I-Rennen, die am Solitude-Ring gefahren wurden. Nach rund 60 Jahren Renngeschichte folgte im Jahr 1965 das Aus, da die Strecke nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprach.

Unter den bekannten Fahrern, die jetzt zum Jubiläumsrennen „100 Jahre“ zum Solitude Revival gekommen waren, waren Walter Röhrl, Roland Asch, Timo Bernhard, Marc Lieb, Laurents Hörr oder auch Leopold Prinz von Bayern. Zum Gedächtnis an Eberhard Mahle gab es am Samstag und Sonntag den Ehrencorso „Sonderlauf Eberhard Mahle“.

Anlässlich des Jubiläums war im Stuttgarter Museum „StadtPalais“ auch vom 03.09.2021 bis 14.11.2021 eine gut besuchte Sonderausstellung zum „Mythos Solitude-Rennen - Die Legende lebt“ gezeigt worden.

Rennfahr-Legende Walter Röhrl, der zweifache Rallye-Weltmeister fuhr einen Porsche 911 GT 3 RS

Diana Rasch
Walter Röhrl

Porsche Formel 1 Fahrzeug (1960) und Formel 2 Fahrzeug (1962)

Diana Rasch
Porsche

Die Porsche-Rennfahrer Timo Bernhard (2.v.r) und Marc Lieb (1.v.r.) mit Roland Kußmaul (1.v.l.)

Diana Rasch
PorscheFahrerTimoBernhardMarcLieb

Daimler Benz 190 E (1986), Alpine A 110 1800 GR IV (1973), BMW 3,0 CSL (E9) (1972) in der Kurve beim Waldhotel Schatten

Diana Rasch
Daimler

Maserati 6 CM (1938) – ohne Einsatz geht nichts

Diana Rasch
Maserati

Jaguar XK 120 (1950)

Diana Rasch
Jaguar XK 120

Text und Foto: Diana Rasch