14. Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall vom 31. Januar bis 1. Februar 2024

Unter dem Motto „von den Besten lernen“ fand in Schwäbisch Hall in der Region Heilbronn-Franken vom 31. Januar bis 1. Februar 2024 das Gipfeltreffen der Weltmarktführer statt. Es gilt als bundesweit größtes Treffen von tatsächlichen und potentiellen Weltmarktführerunternehmen mit Beratern und politischen Entscheidern. Die führenden Macher und Vordenker der Branche vernetzen bei dieser Veranstaltung mit „Hidden Champions“ des deutschen Mittelstandes, mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft und und zeigen wie man Weltmarktführer wird und vor allem auch bleibt. Die Gäste der Veranstaltung sind Vertreter herausragender Unternehmen, sie sind bereits Weltmarktführer oder Future Champions, gehören Mittelstandsunternehmen an oder auch Start Up's. Im Zentrum der Gespräche und Vorträge standen Strategien dazu wie man Anpassungsfähigkeit und Resilienz zeigt, von den USA und China unabhängiger werden, CO2-Emissionen senken, neue Märkte erschließen und Fachkräfte langfristig an sich binden kann, wie eine zuverlässige und grüne Energieversorgung zukünftig aussehen könnte, welche Innovationssprünge von künstlicher Intelligenz ausgehen können und wie Deutschland wieder zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gemacht werden kann.

Auf dem Programm standen diese Themen:
„- Geopolitische Umbrüche: Märkte brechen auf, Marktverhältnisse wirbeln durcheinander – welche Rolle besetzen die Weltmarktführer?
- Wettbewerbsfähigkeit sichern: Energiepreise, Regulatorien, Fachkräftemangel – Was spricht eigentlich noch für Investitionen in Deutschland?
- Transformation als Chance verstehen: Mit nachhaltigen Strategien in globalen Märkten wachsen
- Aufbruch in eine neue Zeit: Mit Innovationskraft und Technologieoffenheit die Zukunft gestalten“

Ein ganz besonderer Programmpunkt war die „Highlight-Session“ am 31.01.2024 im CARMEN WÜRTH FORUM in Künzelsau-Gaisbach. Hierzu begrüßte Dr. Walter Döring, Wirtschaftsminister a.D. Baden-Württemberg und Inhaber Akademie Deutscher Weltmarktführer die Gäste. Benjamin Würth, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe sprach ein Grußwort in Vertretung für Reinhold Würth und leitete über zu einem Konzert der Würth Philharmoniker und einem Gespräch, zu dem er den deutschen ESA-Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst und Horst von Buttlar, Chefredakteur der WirtschaftsWoche, willkommen hieß.

Der 1976 in Künzelsau geborene Alexander Gerst gehört seit 2009 dem ESA-Astronautenkorps an und nahm an zwei Einsätzen auf der Internationalen Raumstation ISS teil: Im Jahr 2014 war er für die Mission „Blue Dot“ 166 Tage und im Jahr 2018 für die Mission „Horizons“ noch einmal für 197 Tage an Bord der ISS. Bei seinem Einsatz 2018 war er zudem der erste deutsche Kommandant auf der ISS und führte auch einen Außeneinsatz durch. Insgesamt hat Alexander Gerst für Forschungszwecke mit 362 Tagen auf der ISS rund ein Jahr im All verbracht.

Alexander Gerst hat Geophysik an der Universität Karlsruhe studiert, gefolgt von Geowissenschaften in Neuseeland, und schließlich Vulkanologie an der Universität Hamburg, wo er 2010 promovierte. Während seines Studiums arbeitete er bereits als Vulkanologe am Institut für Geophysik der Universität Hamburg. Zudem war er an zahlreichen Forschungsexpeditionen auf allen Kontinenten der Erde beteiligt. Als dann 2008 die ESA Teilnehmer für ihr Weltraumprogramm suchte, bewarb er sich mit dem Gedanken, es auszuprobieren, es wenigstens versucht zu haben und wurde tatsächlich ausgewählt unter 8.413 Bewerbern. Bei der positiven Rückmeldung, die er erhielt, glaubte er zunächst an eine Verwechslung.

Zur Vorbereitung auf die Mission gehörte ein jahrelanges intensives Training. In einem umfangreichen Programm wurde auch der entsprechende Umgang mit Stresssituationen geübt. Wie man in schwierigen Situationen ruhig bleibt, wie man von Situation zu Situation schnell umschaltet, und auch wie bei Rückschlägen schnell gehandelt werden muss. Hilfreich waren für Gerst auch seine Erfahrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Weltraumausstiege im schweren Raumanzug wurden stundenlang unter Wasser trainiert. All das sei dann im Weltraum in der Schwerelosigkeit viel leichter gewesen. Neben dem Training von technischen Abläufen fand auch ein medizinisches Training statt, mit zur Ausbildung gehörte auch die Wundversorgung und es musste gelernt werden wie man einen Zahn zieht. Und, so erfuhren die Gäste des Abends, schon lange bevor die Mission startete, ein bis zwei Jahre vorher, lernten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mission und ihre Familien kennen. Diese Gemeinschaft zeichne die entsprechende „Einstellung“ aus. So sei auch während einer schwierigen Situation während der Mission, als nicht klar war, wann der auf der ISS verbleibende Teil der Mannschaft würde zur Erde zurückkehren können, was auch noch sehr lange dauern könnte, schnell das Signal gekommen sei, man bleibe so lange es nötig sei.

Im Gespräch mit Horst von Buttlar sagte Alexander Gerst auch, als er 2014 endlich auf dem ersten Flug im All war und auf die Erde blickte, wie ihm spontan der Gedanke „Die ist ja rund“, kam. Schmunzelnd ergänzte er, obwohl er als Geophysiker viele Fakten zu unserem Planeten kenne, dass in diesem Augenblick das Gefühl stärker sei als das Wissen. Auch beim Blick auf Hurricanes, die über die Erde ziehen, entstünden faszinierend schöne, majestätische Bilder, aber man vergegenwärtige sich, dass die Menschen darunter in Gefahr seien.

Auf der ISS gehörte es zu Gersts Hauptaufgaben als Geophysiker Experimente aller Art durchzuführen, die nur im Orbit unter den besonderen Bedingungen der Schwerelosigkeit durchgeführt werden können. Dazu gehört, neben Materialwissenschaften auch die Forschung an Stammzellen, die sich im Weltall schneller vermehren und zudem potentere Eigenschaften entwickeln und wie man sie für die Krebsforschung einsetzen könnte.
Gerst berichtete von der ISS als Forschungsstation, dass sie unvergleichliche Möglichkeiten für die Wissenschaft biete und auch wertvolle Erkenntnisse, mit denen sich Innovationen auf der Erde vorantreiben lassen. Weltraumforschung sei wichtig. Europa müsse angesichts wachsender Konkurrenz in der Raumfahrt durch kommerzielle Anbieter aufpassen, nicht abgehängt zu werden. Er halte die Entwicklung eines europäischen Frachtraumschiffs daher für eine gute Idee.

Seit seiner Rückkehr von der Mission 2018 bringt Alexander Gerst sein Wissen und seine Erfahrung bei der ESA ein als Leiter der Abteilung "Astronaut Operations" am Europäischen Astronautenzentrum in Köln, er widmet sich der Führung der neuen Astronautengruppe sowie der logistischen und operationellen Unterstützung zukünftiger ISS- und Mondmissionen.

 

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Diana Rasch
Horst von Buttlar, Chefredakteur der WirtschaftsWoche (rechts) mit dem deutschen ESA-Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst (links)
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Diana Rasch
ESA-Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst
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Diana Rasch
Benjamin Würth, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe
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Diana Rasch
CARMEN WÜRTH FORUM in Künzelsau-Gaisbach