Nobelpreisträgerschifffahrt auf dem Bodensee 2024 – das Land Baden-Württemberg stellte Forschungs- und Hochschuleinrichtungen vor

Am 05. Juli 2024, zum Abschluss der 73. Lindauer Nobelpreisträgertagung, die dem Austausch zwischen Nobelpreisträgerinnen und -trägern und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus aller Welt dient, lud das Land Baden-Württemberg die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer Schifffahrt auf der MS Sonnenkönigin ein. An der diesjährigen 73. Lindauer Nobelpreisträgertagung (30.06.2024-05.07.2024) mit dem Schwerpunkt Physik nahmen rund 35 Nobelpreisträgerinnen und -träger sowie über 630 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus 90 Ländern teil und diskutierten zu Fragen aus den Bereichen Energie, KI und Quantenphysik.

Traditionell findet die einwöchige Tagung ihren offiziellen Abschluss auf der Insel Mainau und während der Überfahrt auf dem Bodensee nutzt das Land Baden-Württemberg die Gelegenheit, die baden-württembergischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen zu präsentieren.

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Diana Rasch

Blick ins Schiffsinnere der MS Sonnenkönigin

Nach der Begrüßung an Bord durch die Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V. Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg hatten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Möglichkeit mit den Nobelpreisträgerinnen und -trägern ins Gespräch zu kommen und auch bei den „Science Pitches“ – den Kurzpräsentationen der Ausstellungsgäste, der baden-württembergischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, die Forschungsvorhaben im Bereich Physik in Baden-Württemberg kennenzulernen und die Ausstellungsstände zu besuchen.

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Diana Rasch

Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau heißt die Gäste willkommen

Mit dabei waren u.a. Quantum BW, das Center of Quantum Science Tübingen, das Center for Integrated Quantum Science and Technology IQST, das German Aerospace Center (DLR) Institut für Quanten-Technologie, DLR-QT, das Max-Planck-Institute for Biological Cybernetics Department High-Field Magnetic Resonance Tübingen, die Ulm University Insitute of Theoretical Physics & Center for Quantum Biosciences, die Universität Stuttgart, die Universität Konstanz, die Universität Tübingen, die Universität Heidelberg, das Karlsruhe Institute of Technology (KIT) Institute for Theoretical Condensed Matter Physic (TCM) oder auch Baden-Württemberg International (bwi).

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Diana Rasch

Auch Nobelpreisträger Klaus von Klitzing besuchte die Stände und kam mit vielen ins Gespräch, so wie hier mit jungen Forscherinnen aus Finnland, Österreich und Deutschland

Zudem waren auch die Gewinner des Landeswettbewerbs „Jugend forscht - Baden-Württemberg“ an Bord.

Als Vertreter des Landes Baden-Württemberg nahm Dr. André Schmandke vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Gelegenheit wahr, in Kontakt mit den Teilnehmern zu treten.

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Diana Rasch

Tsvetelina Yankova (17) vom Königin-Olga-Stift Stuttgart und Gewinnerin beim Landeswettbewerb „Jugend forscht Baden-Württemberg“ (rechts), erklärt Dr. André Schmandke vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (links) die Ergebnisse ihrer Versuche zu Leonardos Paradox.

Auf der Insel Mainau angekommen, fand im Schlossgarten eine Podiumsdiskussion statt zum Thema „How to Preserve Trust in Science in the Age of AI?“ (Wie kann man das Vertrauen in die Wissenschaften im Zeitalter der „Künstlichen Intelligenz“ bewahren?) mit den Nobelpreisträgern David J. Gross (University of California), Brian P. Schmidt (The Australian National University), Donna Strickland (University of Waterloo) sowie Bernhard Schölkopf (Max Planck Institute for Intelligent Systems), die von Sibylle Anderl (DIE ZEIT) moderiert wurde.

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Diana Rasch

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Diana Rasch

Science Talk mit den Nobelpreisträgern

Herausgestellt wurde, dass unter der Pandemie das Vertrauen in die Wissenschaften gelitten hatte und es noch immer großer Anstrengungen bedürfe, dieses Vertrauen wieder herzustellen. Der Begriff „accountability“ fiel, es sei wichtig, zu wissen, woher und von wem eine Information stammt, Verantwortung übernehmen im Sinne von Rechenschaft ablegen für Ergebnisse der Forschung, das könnten nur Menschen, das könne keine Maschine übernehmen.

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Diana Rasch

Blick auf die Zuhörer beim Science Talk

Die Tagungsteilnehmerin Suraya Kazi übernahm den Stab für die Alumni von Lindau und hielt stellvertretend für die Gemeinschaft der jungen Wissenschaftler die Abschlussrede.

Im Rahmen des Abschlusstreffens der Nobelpreisträger auf der Mainau folgte die Unterzeichnung der "Mainau Deklaration 2024". Die Nobelpreisträger standen Schlange, um die Mainau Erklärung, die von Nobelpreisträger David J. Gross verlesen wurden, zu unterschreiben, die vor dem Einsatz von Atomwaffen warnte, denn diese könnten - versehentlich oder absichtlich - zu einem Ende unserer menschlichen Zivilisation führen.

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Diana Rasch

Die Nobelpreisträger nach der Unterzeichnung der "Mainau Deklaration 2024", die vor dem Einsatz von Atomwaffen warnt
Dem folgte die Zusammenfassung und die herzliche Verabschiedung durch Bettina Gräfin Bernadotte, die zudem, noch bevor das „Science Picnic“ mit allen Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern begann, ein Konzert des West-Eastern Divan Ensemble ankündigte, das von Ludwig van Beethoven das Septett in E-flat major, Op.20 spielte.

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Diana Rasch

Die Gelegenheit mit Nobelpreisträger Steven Chu (Stanford University), zu sprechen, wird von vielen gerne genutzt

Zurück im Hafen Lindau angekommen, bevor alle wieder in ihre 90 verschiedenen Länder zurückkehren, wurden die Kuratoriumsvorsitzende Bettina Gräfin Bernadotte und die Nobelpreisträger, nachdem sie ausgestiegen waren, von allen anderen vom Schiff herab lautstark verabschiedet, noch an Deck wurde für sie geklatscht, gejohlt, auf die Reling geschlagen, auf den Boden getrampelt und ihnen zugewinkt, zugleich begeisterter Jubel für die gemeinsam erlebte Woche und ein eindrücklicher Abschiedsgruß, man weiß ja nicht, ob man sich wiedersieht.

Text und Foto: Diana und Elisabeth Rasch