Landkreis Karlsruhe: Mehrere Telefonbetrugsfälle – Täter in zwei Fällen erfolgreich
Unbekannte Betrüger kontaktierten am Mittwoch mehrere Haushalte im Landkreis Karlsruhe. In Waghäusel-Kirrlach sowie in einem weiteren Fall entstand ein erheblicher finanzieller Schaden.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe kontaktierten bislang unbekannte Täter im Laufe des Mittwochs, 28. Januar 2026, mehrere Personen telefonisch. In zwei Fällen waren die Betrüger erfolgreich.
Gegen 14:30 Uhr erhielt ein 76-jähriger Mann aus Waghäusel-Kirrlach einen Anruf eines unbekannten Täters, der sich als Polizeibeamter aus Mannheim ausgab. Der Anrufer gab an, einer Betrügerbande auf der Spur zu sein, die es auf die Goldmünzen des Geschädigten abgesehen habe. Eine angebliche Polizeibeamtin solle die Wertgegenstände im Laufe des Tages begutachten.
Gegen 23:40 Uhr erschien eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift des 76-Jährigen in der Spessartstraße. Sie nannte ein zuvor telefonisch vereinbartes Passwort und gelangte so in das Haus. Nachdem sie die bereitgelegten Wertgegenstände angesehen hatte, nahm sie diese an sich und entfernte sich in Richtung Taunusstraße. Der entstandene Schaden liegt nach derzeitigen Erkenntnissen im unteren sechsstelligen Bereich.
Täterbeschreibung
Die Täterin wird als etwa 160 Zentimeter groß, mit normaler Statur und einem geschätzten Alter zwischen 28 und 33 Jahren beschrieben. Zum Tatzeitpunkt trug sie vermutlich eine hüftlange Jacke aus Lederimitat. Sie soll ein osteuropäisches Erscheinungsbild gehabt und gebrochen Deutsch gesprochen haben.
Weitere Betrugsversuche in der Region
Auch in Östringen und Berghausen kam es am selben Tag zu weiteren betrügerischen Anrufen. In vier Haushalten gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus und erkundigten sich im Rahmen angeblicher Ermittlungen nach den Vermögensverhältnissen der Angerufenen. In drei Fällen erkannten die Betroffenen die Betrugsmasche, beendeten die Gespräche und erstatteten anschließend Anzeige.
In einem weiteren Fall gaben sich die Täter als Bankmitarbeiter aus und täuschten einer 51-jährigen Frau vor, Unbekannte hätten Zugriff auf ihr Konto erlangt. Um angebliche unrechtmäßige Überweisungen zu stornieren, sollte sie am Computer über eine App tätig werden. Dabei gab die Frau mehrere Aufträge im Online-Banking frei, bei denen es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Echtzeitüberweisungen handelte. Nach dem Telefonat hatte sie keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. Die Höhe des entstandenen Schadens ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.
Polizei gibt Präventionstipps
Weitere Informationen und Hinweise zur Prävention stellt die Polizei unter www.polizei-beratung.de zur Verfügung.