KARLSRUHE: Kriminalität 2025 auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren
Das Polizeipräsidium Karlsruhe registrierte 2025 insgesamt 38.643 Straftaten – ein Rückgang um 8,9 Prozent. Es ist der beste Wert seit zwei Jahrzehnten.
Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe am 20.02.2026 um 09:52 Uhr mitteilte, wurden im Jahr 2025 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe insgesamt 38.643 Straftaten registriert. Das sind 3.755 Fälle weniger als im Vorjahr und zugleich die niedrigste Zahl der vergangenen 20 Jahre.
Die Kriminalität sank damit um 8,9 Prozent. Im Landesvergleich liegt dieser Rückgang über dem Durchschnitt von Baden-Württemberg, der bei 6,1 Prozent liegt. Auch die sogenannte Häufigkeitszahl – also die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – ging weiter zurück, von 5.532 auf 5.049. Karlsruhe belegt damit landesweit Platz 9 unter den 13 Polizeipräsidien.
Die Aufklärungsquote sank leicht auf 59,3 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 59,7 Prozent, der Landeswert beträgt 62,5 Prozent.
Diebstahl weiterhin häufigste Deliktgruppe
Mit 12.879 Fällen bleibt der Diebstahl trotz eines Rückgangs um 1.580 Fälle die größte Deliktgruppe. Die Aufklärungsquote lag bei 31,7 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert.
Körperverletzungen rückläufig
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank von 3.966 auf 3.710 Fälle. Einfache Körperverletzungen gingen auf 2.607 Fälle zurück, gefährliche und schwere Körperverletzungen auf 903 Fälle.
Messerkriminalität weiterhin auf hohem Niveau
Im öffentlichen Raum wurden 189 Straftaten mit Messerbeteiligung registriert, nahezu identisch mit dem Vorjahr. In 84 Fällen stand das Tatmittel Messer im Zusammenhang mit Bedrohungs- und Sachbeschädigungsdelikten.
Wohnungseinbrüche nehmen zu
Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle stieg um etwa 11 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit 2017. In rund der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch.
Betrugsanrufe rückläufig, Schaden steigt
Die Zahl betrügerischer Anrufe wie Enkeltrick oder Schockanruf sank auf 51 Inlandsfälle. Der entstandene Schaden stieg jedoch auf rund 1,1 Millionen Euro. Die Zahl sogenannter Auslandsstraftaten nahm deutlich zu.
Sexualdelikte und Straftaten gegen das Leben
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gingen auf 946 Fälle zurück. Straftaten gegen das Leben sanken auf 27 Fälle, davon 22 im Versuchsstadium.
Rauschgift- und Cyberkriminalität
Die Rauschgiftkriminalität sank erneut um etwa 14 Prozent. Elf drogenbedingte Todesfälle wurden registriert. Auch die Cyberkriminalität ging leicht zurück. Rund ein Viertel der Tatverdächtigen war jünger als 21 Jahre.
Gewalt gegen Einsatzkräfte
Die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte sank leicht auf 411 Fälle. 201 Einsatzkräfte erlitten leichte, zwei schwere Verletzungen.
Partnergewalt
Die registrierten Fälle häuslicher Gewalt gingen um 8,3 Prozent auf 1.087 Fälle zurück. Acht von zehn Opfern waren weiblich.