KARLSRUHE: Polizei startet Aktionswoche gegen Betrug an Senioren – Schäden deutlich gestiegen

KARLSRUHE: Polizei startet Aktionswoche gegen Betrug an Senioren – Schäden deutlich gestiegen

 

Mit einer Aktionswoche setzt die Polizei Karlsruhe ein klares Zeichen gegen Betrug an älteren Menschen. Hintergrund sind steigende Fallzahlen und hohe finanzielle Schäden.

Das Polizeipräsidium Karlsruhe stellt auch im Jahr 2026 die Bekämpfung von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen in den Fokus. Im Rahmen der inzwischen vierten Aktionswoche informiert das Referat Prävention gezielt über Betrugsmaschen, die sich insbesondere gegen Seniorinnen und Senioren richten.

Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen unterstreichen aktuelle Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden im Bereich Enkeltrick und falscher Polizeibeamter insgesamt 51 Straftaten registriert, von denen 19 vollendet wurden. Der dabei entstandene Schaden stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an und lag bei über 1,1 Millionen Euro.

Deutlicher Anstieg bei Betrugsdelikten

Auch insgesamt verzeichnete die Polizei eine Zunahme entsprechender Straftaten. Während im Jahr zuvor noch 389 Fälle erfasst wurden, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 783. Besonders Tätergruppierungen, die aus dem Ausland agieren, treten zunehmend in Erscheinung.

Gleichzeitig weist die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 mit 38.643 erfassten Straftaten den niedrigsten Stand der vergangenen 20 Jahre aus. Dennoch bleibt die Kriminalität gegen ältere Menschen eine zentrale Herausforderung – insbesondere bei sogenannten Anrufstraftaten wie dem falschen Polizeibeamten oder Schockanrufen.

Täter nutzen gezielt Verunsicherung aus

Nach Angaben der Polizei agieren die Täter häufig mit hoher Professionalität. Sie geben sich am Telefon oder an der Haustür als vertrauenswürdige Personen aus und nutzen gezielt die Unsicherheit ihrer Opfer. Neben finanziellen Verlusten leiden Betroffene häufig auch unter erheblichen psychischen Belastungen.

Infostände und Vorträge im gesamten Landkreis

Die Aktionswoche findet vom 20. bis 25. April 2026 im Stadt- und Landkreis Karlsruhe statt. Geplant sind unter anderem Informationsstände auf Wochenmärkten sowie Veranstaltungen in Bankfilialen und Senioreneinrichtungen. Ziel ist es, sowohl ältere Menschen als auch deren Angehörige über Risiken und Schutzmöglichkeiten aufzuklären.

Öffentliche Infostände sind unter anderem an folgenden Terminen vorgesehen:

Mittwoch, 22. April 2026:
08:00 bis 12:00 Uhr – Karlsruhe, Stephanplatz, Wochenmarkt

Samstag, 25. April 2026:
08:00 bis 12:00 Uhr – Bruchsal, Marktplatz, Wochenmarkt
10:00 bis 15:00 Uhr – Waghäusel-Wiesental, Hambrücker Landstraße 4, Parkplatz Einkaufszentrum

Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Vorträgen sind über das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder telefonisch unter 0721 666-1201 erhältlich.

Die Polizei rät, bei unerwarteten Anrufen oder Haustürbesuchen stets misstrauisch zu sein. Geben Sie keine persönlichen Daten oder Vermögensinformationen preis und ziehen Sie im Zweifel Angehörige oder die Polizei hinzu.