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Stuttgart: Landeshauptstadt würdigt Werner Schretzmeier und Eric Gauthier

 für ihr herausragendes Wirken für die Kultur mit der Bürgermedaille 2026

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat am 17.07.2026 Werner Schretzmeier, den Gründer und Intendanten des Theaterhauses Stuttgart, das jedes Jahr von mehreren Hunderttausend Menschen aus Stuttgart und weit darüber hinaus besucht wird, und Eric Gauthier, den ehemaligen Tänzer des Stuttgarter Balletts, der als Leiter und Choreograph von Gauthier Dance //Dance Company Theaterhaus Stuttgart eine Tanzkompagnie für zeitgenössischen Tanz mit internationaler Strahlkraft aufgebaut hat, mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

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Dauerhaft haben die beiden Persönlichkeiten das sozio-kulturelle Leben in der Landeshauptstadt Stuttgart geprägt und sich über Jahrzehnte für die kulturelle Weiterentwicklung in der Stadt eingesetzt. Dafür erhielten sie im Rahmen einer festlichen Gala im Theaterhaus Stuttgart, dem einzigen Privattheater mit eigenem Schauspiel- und Tanzensemble, die Bürgermedaille überreicht von Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper. Vom Publikum gab es großen Jubel, viel Applaus und Standing Ovations.

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Die Bürgermedaille ist nach der Ehrenbürgerwürde die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt für besonderes Engagement für die Stadt und ihre Bürger vergeben kann, sie wird gerne als Würdigung des Lebenswerks verstanden, und sie ist auf 30 lebende Personen begrenzt.

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Neben der Auszeichnung mit der Bürgermedaille waren die beiden Kulturpioniere Eric Gauthier und Werner Schretzmeier auch eingeladen, sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Stuttgart einzutragen wie bereits auch schon zuvor, so berichtete Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, Bundespräsidenten, Bundeskanzler oder auch Persönlichkeiten wie Königin Elisabeth II.

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Werner Schretzmeier (*1944) kann auf sechs Jahrzehnte zurückblicken, in denen er das Kulturleben Baden-Württembergs prägte. Schretzmeier begann schon 1964 mit „Die Widerständler“ mit politischen Kabarett und ging, nachdem er bereits 1968 in seiner Geburtsstadt Schorndorf den politisch-kulturellen Club Manufaktur gegründet hatte, 1985 das Wagnis ein, mit dem Theaterhaus Stuttgart ein freies, spartenübergreifendes Kulturzentrum ins Leben zu rufen und gemeinsam mit seiner 2025 verstorbenen Ehefrau Gudrun Schretzmeier, einer international bekannten Bühnen- und Kostümbildnerin, und dem Kabarettisten Peter Grohmann hat er das Haus aufgebaut und über Jahrzehnte weiterentwickelt.

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Gudrun Schretzmeier, hier auf einem Foto, das von Regina Brocke aufgenommen wurde, das sich im Theaterhaus an der Wall of Fame befindet.

Es war dem Intendanten, Künstlerischen Leiter und Vorstand Werner Schretzmeier in seiner Dankesrede wichtig zu betonen, dass er den Preis mit seiner verstorbenen Frau und Peter Grohmann teile und er sagte auch: „Des weiteren teile ich meine Auszeichnung mit der gesamten Belegschaft des Hauses, mit allen Helferinen und Helfern, die dieses Haus immer wieder finanziell und ideell stützen und damit handlungsfähig halten.“

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Sie verwirklichten die demokratische Idee „Kultur für alle“ zu bieten und ein bundesweit einzigartiges Kulturhaus am Pragsattel zu errichten, das jährlich bis zu 300.000 Besucher anzieht und Theater, Tanz, Literatur, Jazz, Popmusik, Kabarett und Comedy bietet. Als Theaterregisseur hat Schretzmeier über die Jahre 40 Theaterstücke im Theaterhaus aufgeführt und dabei war ihm neben der höchsten künstlerischen Qualität immer ein niedrigschwelliger, offener Ansatz wichtig, z.B. bei „Vermummte“, „Angst essen Seele auf“ von Rainer Werner Fassbinder, „Bezahlt wird nicht“ von Dario Fo, „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ von Edward Albee, „Ab heute heißt du Sara“ von Volker Ludwig, „7 Minuten“ von Stefano Massini, „Schiedsrichter fertig“ und auch „Der Gott des Gemetzels“, „Frau Müller muss weg!“, „Love Letters“ und „Dirty Dishes“, das in über 600 Vorstellungen von 130.000 Zuschauern gesehen wurde.

Zudem arbeitete Schretzmeier als TV-Regisseur, Autor und Dokumentarist beim damaligen SDR-Fernsehen - dabei entstanden auch Musikfilme mit Pink Floyd, Deep Purple und Black Sabbath.

Schretzmeier war befreundet mit dem Pianisten Wolfgang Dauner, mit dem er die Jazz-Rock-Band „Et Cetera“ gründete und auch das legendäre „United Jazz + Rock Ensemble“, aus dem „Mood Records“, ein Independent-Label entstand.

Werner Schretzmeier hat bereits die Goldene Staufermedaille und auch den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten. 2004 wurde er mit dem Hans-Peter-Stihl-Preis ausgezeichnet, der in der Region Stuttgart verdiente Persönlichkeiten ehrt.

Der Franko-Kanadier Eric Gauthier (*1977), der in Stuttgart mit Gauthier Dance eine der weltweit führenden Ballettkompagnien des modernen Tanzes etabliert hat, wurde in Montreal geboren und begeisterte sich schon in jungen Jahren für das Ballett. An das Stuttgarter Ballett kam er 1997 auf Einladung des damaligen Ballettintendanten Reid Anderson und wurde bereits 2002 Solotänzer. Seiner sehr erfolgreichen Karriere als Tänzer schloss sich eine herausragende Laufbahn als Choreograph an, bei der er mit renommierten Ensembles weltweit zusammenarbeitete - und er wurde mit der von ihm gegründeten Gauthier Dance//Dance Company Theaterhaus Stuttgart der Künstlerische Leiter einer der erfolgreichsten deutschen Kompagnien.

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Ihm gelang es Starchoreographen wie Marco Goecke, Hofesh Shechter, Barak Marshall und Aszure Barton für die Zusammenarbeit zu gewinnen. Gleichzeitig werden die Stücke von Eric Gauthier weltweit in das Repertoire der Top-Kompagnien wie dem Staatsballett Berlin, dem Stuttgarter Ballett, dem Nationalballett Korea, Het Nationale Ballett Amsterdam oder dem Ballet Nacional de Cuba übernommen. Auch für andere Genres interessiert er sich, gestaltete Choreographien für die Bühnenshows oder Musikvideos von Michel Patrick Kelly, Rapper Cro, Philipp Poisel oder auch Marianne Rosenberg.

Im Auftrag der Staatsoper Stuttgart arbeitete er als Opernregisseur bei „La Fest“, einer Musiktheater-Produktion, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Die SWR-Dokumentarfilmserie „Dance Around the World“ begleitete er als Moderator und Tanzexperte für das TV-Publikum durch die großen Tanzmetropolen der Welt (noch in der ARD-Mediathek abrufbar). Seit 2015 findet alle zwei Jahre auf Initiative von Eric Gauthier das vom Theaterhaus Stuttgart produzierte „COLOURS International Dance Festival“ statt, auch ein Publikumsmagnet. Sein preisgekröntes „Dying Swan Projekt“ von 2021 verhalf 64 Künstlern über Videoclips dazu, wenn schon nicht live, dann wenigstens über die 3sat-Mediathek wahrnehmbar zu sein.

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Prof. Dr. Thomas Reith, Honorarkonsul von Kanada (links) und Eric Gauthier (rechts) nehmen Eric Gauthiers Mutter in die Mitte.

Eric Gauthier war und ist es ein Anliegen die Programme für ein breites Publikum zu öffnen und mit „Gauthier Dance Mobil“ sein Ensemble und somit den Tanz auch zu den Menschen zu bringen, denen es selbst nicht möglich ist, das Theater zu besuchen - so gehen sie auch in Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen, um die Menschen für den Tanz zu begeistern. Früh wurde Eric Gauthier durch die Arbeit seines Vaters, der ein führender Alzheimer-Forscher ist, für soziale Belange sensibilisiert. Eric Gauthier engagiert sich auch als Mitglied im Kuratorium der Alzheimer Stiftung Baden-Württemberg. Auch die nächste Generation hat er im Blick und so verbreiten das Theaterhaus und Eric Gauthier seit 2022 mit den Gauthier Dance JUNIORS//Theaterhaus Stuttgart und der Initiative MOVES FOR FUTURE auch in Schulen die Freude am Tanz.

Neben Auszeichnungen, die Eric Gauthier als Tänzer und Choreograph würdigen, wurde er auch mit dem Verdienstordendes Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Zu Eric Gauthiers Auszeichnung mit der Bürgermedaille waren auch Balletttänzer Jason Reilly und die ehemalige Cranko-Tänzerin und Stuttgarter Bellettchefin Marcia Haydée, die selbst Trägerin der Bürgermedaille ist, gekommen.

Ein Grußwort sprach Valerian Geiger, Kaufmännischer Leiter des Theaterhaus Stuttgart. Die Kulturjournalistin und Autorin Adrienne Braun hielt die Laudatio.

Bei der feierlichen Gala gab es auch Einblicke in die Theaterhaus-Produktion „Me & Mr Cash“.

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„Me & Mr Cash“: Lucie Mackert (Mitte) und Roman Roth (rechts) lassen gemeinsam mit dem Gitarristen Thoma Maos (links) die Musik von Johnny Cash und June Carter aufleben.

Eine musikalische Einlage steuerte auch das Trio Bebelaar/Beck/Kroll bei.

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v.l. Patrick Bebelaar, Frank Kroll und Christoph Beck.

Außerdem waren Beiträge der Theaterhaus-Schauspiel-Ensembles zu sehen und Einblicke in das Repertoire von Gauthier Dance und den Gauthier Dance JUNIORS.

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Foto: Diana Rasch
Text: Diana Rasch und Elisabeth Rasch